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Der Schwangerschaftstest und HCG-Wert

Schwanger oder nicht?

 

Bereits sechs bis neun Tage nach der Befruchtung kann durch eine ärztliche Untersuchung das schwangerschaftserhaltende Hormon Human Chorion Gonadotropin (HCG) im Blut nachgewiesen werden. Dieses produziert der weibliche Körper, sobald sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet.

 

Noch einmal eine Woche später tritt HCG auch im Urin der Schwangeren auf, so dass Sie Ihren Zustand mittels Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt selbst überprüfen können. Spätestens sechs Wochen nach Ausbleiben der Regel kann die Schwangerschaft auch durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt werden.

Das Human Chorion Gonadotropin (HCG)

Alle Schwangerschaftstests bestimmen dasselbe "Schwangerschaftshormon" (HCG), ein Glykoprotein. Der HCG-Wert im Blut ist ein wichtiger Beweis für das Vorhandensein und die Überwachung der Frühschwangerschaft.

Dieses schwangerschaftserhaltende Hormon wird schon eine Woche nach der Befruchtung, zum Zeitpunkt der Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut, von den äußeren Keimzellen des noch winzigen Embryos gebildet, aus denen später die Plazenta, der Mutterkuchen, entsteht. Von dort wird es in den mütterlichen Blutkreislauf geschickt. HCG bewirkt die Abgabe von Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon) durch den Gelbkörper, um das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut zu unterstützen. Dieses Hormon verhindert zudem die Menstruation während der ersten Tage der Schwangerschaft.

 

Der Normalwert des HCG liegt bei nicht-schwangeren Frauen im reproduktiven Alter unter 2 IE/l (Internationale Einheiten pro Liter). Der früheste Nachweis einer Schwangerschaft ist im Blut ca. 1 bis 2 Wochen nach der Befruchtung möglich (4. bis 5. Schwangerschaftswoche [SSW], also 3 bis 4 Wochen nach dem ersten Tag der letzten Menstruation). Der Wert sollte dann mindestens 25 IE/l betragen. Während der ersten zwei Wochen nach der Befruchtung steigt der HCG-Wert im Blut (Serum) schnell an und verdoppelt sich mindestens alle zwei Tage, später alle drei Tage und nach fünf Wochen nur noch alle fünf Tage. Zwischen der 8. und 12. SSW (d. h. am 60. bis 70. Tag nach der Befruchtung) erreicht der HCG-Wert seinen höchsten Stand. Danach fällt er wieder ab, bleibt relativ konstant auf einem niedrigeren Wert bis zur Geburt und kehrt dann auf den Normalwert wie vor der Schwangerschaft zurück.

 

Da die Schwankungsbreite des HCG-Normalbereichs (siehe HCG-Tabelle unten) sehr groß ist, lässt sicht anhand dieses Wertes keine Aussage zur Schwangerschaftswoche treffe. Sehr hohe Werte deuten auf eine Mehrlingsschwangerschaft oder eine Trophoblast-Erkrankung (z.B. eine Blasenmole oder eine maligne Entartung des Chorions) hin. Sehr niedrige Werte oder eine fehlende Verdoppelung innerhalb von zwei Tagen sind ein Hinweis auf eine nicht lebensfähige Schwangerschaft, z.B. ein verhaltener Abort oder eine Extrauterin-Gravidität. Bei einem HCG-Wert von mehr als 2500 IE/l sollte im Vaginalultraschall eine normale intrauterine Schwangerschaft nachweisbar sein, bei einer Untersuchung über die Bauchdecken erst ab einem HCG-Wert von 6500 IE/l.

 

 

HCG-Tabelle: Überblick über Normalwerte für HCG in der Schwangerschaft

 

Wochen nach letzter Menstruation HCG in IE/l (Internationale Einheiten pro Liter)
3 bis 4 0 bis 130
4 bis 5 75 bis 2.600
5 bis 6 850 bis 20.800
6 bis 7 4.000 bis 200.000
7 bis 12 11.500 bis 289.000
12 bis 16 18.300 bis 137.000
17 bis 29 1.400 bis 53.000
30 bis 41 940 bis 60.000


Die bekanntesten Anzeichen einer Schwangerschaft sind: Ziehen in den Brüsten (manchmal schon kurz nach der Befruchtung bemerkbar), das Ausbleiben der Monatsblutung und morgendliche Übelkeit. Spätestens bei einem positiven Schwangerschaftstest sollte der Frauenarzt aufgesucht werden. Dieser kann ab dem 7. Tag nach dem Ausbleiben der Regelblutung mittels Ultraschallbild die Fruchthöhle erkennen.

Mit einem Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder der Drogerie kann man eine Schwangerschaft - je nach Sensitivität (Empfindlichkeit auf HCG) - oft sehr früh, optimalerweise sogar schon am Fälligkeitstag der Periode, also zwei Wochen nach der Empfängnis bestätigen.

 

 

Ausgebliebene Periodenblutung

Wenn sich die befruchtete Eizelle eingenistet hat, wird durch den konstant hohen Progesteronspiegel der monatliche Abbau der Gebärmutterschleimhaut verhindert und die Periode bleibt aus. In der Fachsprache nennt man dieses Ausbleiben der Regelblutung Amenorrhoe.

Die Menstruation kann auch aus anderen Gründen ausbleiben und verspätet sein, wie durch die Zeitumstellung bei Flugreisen, Hormonstörungen oder nach langjähriger Pilleneinnahme, durch schwere Krankheit, Stress, Schock oder nach einer Operation und auch bei starker Gewichtsabnahme.

Manche Schwangere haben trotzdem etwa vier Wochen nach ihrer letzten Periode eine kleine Schmierblutung, die sogenannte Nidationsblutung oder Einnistungsblutung. Eine ganz leichte Blutung an dem Tag, an dem die Periode normalerweise kommen sollte, ist also nicht selten.

 

Grundsätzlich sollten jedoch Blutungen während der Schwangerschaft unbedingt mit einem Frauenarzt, einer Frauenärztin oder einer Hebamme besprochen werden, da es sich um ein Anzeichen für eine drohende Fehl- oder Frühgeburt handeln kann.

 

 

Veränderung der Körpertemperatur

Wenn Sie Ihre Basaltemperatur regelmäßig jeden Morgen messen, werden Sie wahrscheinlich bemerkt haben, dass die Körpertemperatur auf einem etwas höheren Wert geblieben ist, anstatt vor der erwarteten Menstruation abzufallen. Dies kann allerdings - wie bei allen anderen unsicheren Schwangerschaftszeichen - auch ganz andere, schwangerschaftsunabhängige Gründe, z.B. eine Erkältung, haben. Man sollte sich daher immer wieder bewusst machen, dass ein Schwangerschaftstest und eine Ultraschalluntersuchung die verlässlichsten Methoden zur Bestätigung einer Schwangerschaft sind.

 

 

Ein falsches Ergebnis im Schwangerschaftstest?

Auch wenn der Schwangerschaftstest negativ ist, Sie also scheinbar nicht schwanger sind, kann unter Umständen trotzdem eine Schwangerschaft vorliegen.

 

Es gibt unterschiedliche Faktoren, die zu einem falschen Ergebnis führen können:

  • Falsche oder zu frühe Handhabung des Tests, so dass die Konzentration des Hormons HCG im Urin nicht hoch genug ist. Auch ein "Frühtests" kann fehlerhaft sein.
  • Einnahme von Medikamenten (z.B. gegen Depressionen oder zur Erhöhung der Fruchtbarkeit).
  • Zu warme oder zu kühle Lagerung des Teststäbchens.