Schwangerschaft 17. bis 20. Woche (5. Monat)
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Fetoskospie in der 19. SSW Quelle: swissmom.ch |
17. Schwangerschaftswoche (SSW 17)
Der Fetus ist im Fruchtwasser bestens geschützt. Von außen dringen alle Geräusche zu ihm und werden wahrgenommen: der Pulsschlag der Mutter, ihre Darmgeräusche, ihre Stimme. Wenn Sie sich jetzt bei Ihrer Lieblingsmusik entspannen oder etwas vorsingen, tun Sie sich selbst und gleichzeitig Ihrem Baby etwas Gutes.
Ihr Baby beginnt langsam, sich ein einfaches Immunsystem aufzubauen, mit dem es sich selbst gegen Infektionen schützen kann. Hände und Tastsinn sind so weit ausgebildet, dass Ihr Baby die Nabelschnur ertasten und nach ihr greifen kann.
Schon ab der 16. Woche beginnt die Produktion von Kolostralmilch, einer farblosen Flüssigkeit, die aus den Brustdrüsen ausgeschieden wird und teilweise zum Erstaunen der Schwangeren bereits im Strahl aus der Brust herausschießen kann.
Ab der 17. Woche können Frauen, die schon ein Kind geboren haben, vielleicht erste Kindsbewegungen wahrnehmen. Es ist jetzt ca. 150 g schwer, bei einem Kopfdurchmesser von ca. 35 bis 44 mm.
Junge oder Mädchen?
Ist es ein Knabe oder ein Mädchen? Eventuell kann man diese Frage schon mit einer Ultraschalluntersuchung beantworten. Zu diesem Zeitpunkt Ihrer Schwangerschaft hat sich bei einem männlichen Feten die Anlage für den Penis schon recht deutlich herausgebildet. Die Anlagen für die Hoden verbleiben bis kurz vor Ende der Schwangerschaft in der Bauchhöhle, in seltenen Fällen sogar bis nach der Entbindung.
Bei einem Mädchen ist besonders die hervortretende Klitoris deutlich sichtbar, da die Schamlippen noch kaum ausgebildet sind. Auf dem Ultraschall-Monitor ähnelt sie sogar ein wenig einem kleinen Penis - ein Grund, warum Fehldiagnosen nicht ganz auszuschließen sind. In den Eierstöcken lagern bereits jetzt einige Millionen unreifer Eizellen.
Die regelmäßigen Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen sind normalerweise ein beruhigendes, wenn auch viel zu seltenes Erlebnis. Am liebsten würde man ja jede Woche mit Hilfe des Ultraschalls einen Blick in die Gebärmutter werfen... Bedenken Sie aber, dass häufiger Ultraschall zwar nicht schädlich, aber auch nicht notwendig ist.
18. Schwangerschaftswoche (SSW 18)
Ihr Baby ist jetzt ungefähr 18 Zentimeter groß. Der Körper ist sehr schmal, Arme und Beine sind unvorstellbar dünn. Da sich unter der Haut des kleinen Feten noch keine Fettschicht ausgebildet hat, sieht seine Haut ziemlich faltig aus. Nach wie vor macht sein Köpfchen rund ein Drittel der gesamten Körpergröße aus. Sein Gehirn wird von zwei gewölbten, zusammengefügten Schädelknochen geschützt. Die weiche Übergangsstelle, die so genannte Fontanelle, bleibt bei Ihrem Kind bis zum Alter von zwei Jahren bestehen.
Der Kopfdurchmesser liegt jetzt bei ca. 38 bis 48 mm, das Gewicht bei ca. 200 g.
Sie werden in den nächsten Wochen feststellen, dass es Zeiten gibt, in denen Ihr Baby ganz ruhig ist, dann aber auch wieder kräftig tritt und sich bewegt. Noch schläft es bis zu 20 Stunden am Tag. Die Kindsbewegungen sind häufig gerade in den Abendstunden (zwischen 20 und 23 Uhr) am stärksten, wenn sie selbst zur Ruhe kommen. Richtig deutlich werden die Tritte durch die Bauchdecke jedoch erst ab der 25. Woche.
Typische Beschwerden
Der erhöhte Sauerstoffbedarf führt bei Schwangeren jetzt zu Kurzatmigkeit, besonders bei Anstrengung (Treppensteigen, Laufen) oder beim Reden. Dies gehört zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden, sie ist aber auch ein Zeichen, dass Sie sich mehr Ruhe gönnen sollten. Bei begleitenden Schmerzen in der Brust sollten Sie umgehend Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin informieren.
In den Beinen können Krämpfe auftreten, die vom Druck der Gebärmutter auf die Beckengefäße oder durch einen Mangel an Kalzium und anderen Mineralsalzen herrühren. Krampfadern können entstehen oder schon bestehende können sich verschlimmern.
Auch Verstopfung kann sehr lästig werden. Die Schwangerschaftshormone setzen den Spannungszustand der Darmmuskulatur herab und verlangsamen die Stuhlpassage. Es ist daher gut, wenn Sie ballaststoffreich essen, sehr viel trinken und sich viel bewegen. Auf Abführmittel sollten Sie nur zurückgreifen, wenn sie Ihnen Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin verschrieben hat.
Die Gebärmutter wächst
Die Gebärmutter nimmt weiter deutlich an Größe zu. In der 18. bis 19. SSW hat sie etwa die Größe einer Melone und fast die Höhe des Nabels erreicht. Sie schiebt alle Organe etwas höher. Dadurch kann Sodbrennen auftreten. Langsam wölbt sich nun auch langsam ein erkennbares Bäuchlein. Die Spannung der Bauchhaut, die im Verlauf noch zunimmt, führt zur Entstehung der Linea nigra, einer dunkle Linie vom Nabel bis zum Schambein. Außerdem können so genannten Schwangerschaftsstreifen auftreten. Hierfür besteht bei manchen Frauen eine Veranlagung. Mit bestimmten Zupftechniken und dem Geschmeidigmachen der Haut durch Öle oder Cremes kann dem Zerreißen des Gewebes vorgebeugt werden.
Das Gewicht des Bauches verlagert den Schwerpunkt der gesamten Körperhaltung. Während der Bauch sich nach vorne wölbt, geht die Schwanger meist unwillkürlich ins Hohlkreuz. Rückenschmerzen sind eine häufige Folge.
19. Schwangerschaftswoche (SSW 19)
In der 19. bis 22. Woche beginnt das Wachstum des Kopfhaares und es werden die Zahnleisten für die Milchzähne angelegt. Die Haut verliert ihre Durchsichtigkeit. Es kommt zur Ausbildung der Lungenbläschen. Kindliche Leber und Milz beginnen mit der Produktion von weißen Blutkörperchen. Der Fetus ist bisher noch sehr dünn, aber schon sehr aktiv.
Die Flüssigkeitsmenge in der Fruchtblase wird von Tag zu Tag größer, was den Uterus ausdehnt und dem Baby somit immer mehr Bewegungsspielraum lässt. Berechnungen zufolge erneuert sich das gesamte Fruchtwasser alle sechs Stunden. Es hat eine leicht trübe Farbe, da sich in ihm eine Menge unterschiedlicher Partikel befinden. Einerseits sind dies Abfallprodukte aus dem Magen-Darm-Trakt des Fötus, der von dem Fruchtwasser geradezu durchströmt wird. Ein weiterer Anteil sind Zellen aus den Anlagen der Lungen, da das Fruchtwasser in die Lungen hineingesaugt und wieder hinausgedrückt wird. Die Nieren funktionieren bereits, sodass sich der Urin über die ableitenden Harnwege mit dem Fruchtwasser mischt. Trotzdem ist das Fruchtwasser völlig sauber, ja sogar steril.
Die fetale Haut ist auf natürliche Weise dem Leben unter Wasser angepasst. Feine Daunenhaare sowie eine Art Paste, die so genannte Käseschmiere, schützen sie. Die Haarwurzeln unter der Kopfhaut sowie die Augenbrauen werden in dieser Phase fester und setzen sich klarer ab. So werden die Gesichtszüge immer deutlicher. Die Augen Ihres Babys sind schon gut entwickelt, bewegen sich hin und her. Die Lider bleiben aber noch bis etwa zum Ende des zweiten Trimenons verschlossen.
Der Kopf hat einen Druchmesser von ca. 42 bis 51 mm, das Gewicht des Fetus beträgt ca. 260 g.
Erste Geburtsvorbereitungen
Wissen Sie schon, wo Sie entbinden möchten? Falls Ihr betreuender Arzt oder Ihre Ärztin nicht selbst in einer Klinik als Belegarzt tätig ist, wird er/sie Ihnen sicher eine Entbindungsklinik empfehlen können. Sie können sich dann auf den Elterninformationsveranstaltungen der einzelnen Krankenhäuser selbst einen Eindruck verschaffen und eine gut informierte Entscheidung treffen.
Auch auf eine Hausgeburt sollten Sie sich gut vorbereiten und auch schon jetzt Kontakt zu einer Hebamme suchen. Vielleicht ist die Geburt in einem Geburtshaus für Sie ein guter Kompromiss? Zu Hause haben Sie den Vorteil, dass Sie sich in Ihrer vertrauten Umgebung befinden und nur die von Ihnen gewählten Personen an der Geburt teilhaben. Sie sollten jedoch großes Vertrauen in Ihren Körper haben und sich zutrauen, eine Geburt ohne Periduralanästhesie zu überstehen, denn zu Hause kann keine Periduralänästhesie gemacht werden.
Geburtsvorbereitungskurse
beginnen ab der 20. Woche. Diese Kurse bereiten Sie sehr hilfreich - nicht nur mit Blick auf die Atemtechniken - auf die Geburt vor. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob sie die Gebühren übernimmt. Es empfiehlt sich, diesen Kurs dort zu machen, wo Sie auch Ihr Kind zur Welt bringen möchten. So können Sie sich schon an die Umgebung und das Team dort gewöhnen und fühlen sind bei der Geburt nicht ganz fremd. Wenn Sie sich noch keine Klinik ausgesucht haben, können Sie natürlich auch anderswo Kurse belegen. Diese werden angeboten von Gesundheitsverbänden, Hebammen und Wohlfahrtsverbänden. Auch werdende Väter sind im Kurs gern gesehen!
Infos gibt's beim Bund Deutscher Hebammen oder bei der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung.
Der Schutz des Muttermundes
Normalerweise bleibt der Muttermund bis zum Einsetzen der Wehen fest geschlossen. Bei manchen Frauen besteht aber eine Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz) und der Gebärmutterhals hält dem Druck von oben nicht stand, er verkürzt sich und der Muttermund weitet sich langsam. Um eine Fehlgeburt zu vermeiden, kann der Muttermund schon ab der 14. Woche mit einer Naht umstochen werden (Cerclage), oder es wird ein Plastikring (Cerclage-Pessar) darüber gestülpt. Ungefähr zwei Wochen vor dem Geburtstermin wird die Cerclage wieder entfernt.
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Ultraschallbild in der 20. SSW Quelle: swissmom.ch |
20. Schwangerschaftswoche (SSW 20)
Das Immunsystem Ihres Kindes bleibt bis nach der Geburt noch recht unreif. Es kann nur einen unzureichenden Schutz gegen Infektionen bieten. Bis zur Geburt ist daher die Plazenta ein wichtiger Antikörper-Lieferant, danach wird die Muttermilch diese Aufgabe übernehmen. Besonders die Vormilch (Kolostrum) ist reich an schützenden Antikörpern.
Ihr Baby entwickelt sich jetzt nicht mehr ganz so schnell wie bisher. Es legt kleine Fettpolster an, die später für die Wärmeregulierung sehr wichtig sind. Es trinkt täglich ungefähr 400 ml Fruchtwasser und scheidet es über seine Harnwege wieder aus. So trainiert es sowohl den Schluckvorgang als auch seine Nieren. Es greift nach der Nabelschnur, gähnt und lutscht am Daumen! Diese Saugbewegungen sind ein Überlebensreflex, mit dem es das spätere Saugen an der mütterlichen Brust trainiert. Auch erforscht Ihr Baby neugierig seine Umgebung, strampelt mit den Beinen und bewegt die Arme. Es ist jetzt ganz von Käseschmiere (Vernix caseosa) bedeckt, die seine empfindliche Haut im Fruchtwasser schützt.
Die Kräfte Ihres Kinds werden von Tag zu Tag größer, was Sie mit Sicherheit zu spüren bekommen werden.
Zur Einschätzung des fetalen Gewichts, das in der 20. SSW etwa 330 g beträgt, werden verschiedene Messwerte (z.B. die Länge des Oberschenkelknochens, der Bauchumfang usw.) in eine Rechenformel eingegeben. Der Kopfdurchmesser ist nun ca. 46 bis 55 mm groß.





