Getränke für Kinder

Trinken ist wichtig

Häufig denkt man nur daran, was die Kinder essen sollen und das Trinken kommt zu kurz. Dabei ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr enorm wichtig für unsere Gesundheit. Denn die Nährstoffe, die über den Darm aufgenommen werden, müssen im Körper auch weitertransportiert werden und dafür benötigen sie Flüssigkeit.

Säuglinge haben noch einen Körperwasseranteil von ca. 80 Prozent. Dieser nimmt mit steigendem Alter ab. Kinder brauchen somit bezogen auf ihr Körpergewicht mehr Wasser. Sie haben im Verhältnis zu ihrer Körpergröße einen wesentlich größeren Flüssigkeitsbedarf als Erwachsene. Daher benötigen sie regelmäßig über den Tag verteilt Getränke und wasserreiche Lebensmittel wie zum Beispiel Kaltschale mit Obst, Suppe, wasserreiches Obst und Gemüse. Je jünger ein Kind ist, desto sensibler reagiert es auf Flüssigkeitsdefizite.

 

Bei Sport und Spiel kann sich der Flüssigkeitsbedarf von Kindern besonders an heißen Tagen verdoppeln. Untersuchungen bestätigen, dass die geistige Leistungsfähigkeit deutlich nachlässt, wenn die Flüssigkeitsversorgung schlecht ist. Wenn Kinder weniger essen, sollten sie umso mehr trinken. Denn bei reduzierter Nahrungsaufnahme, kleinen oder seltenen Mahlzeiten fehlt das in der Nahrung enthaltene Wasser. Ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf entsteht beispielsweise an heißen Tagen, bei Fieber, Erbrechen, Durchfall oder wenn die Kinder viel Herumtoben natürlich höher ist.

Machen Sie sich aber keine Sorgen, wenn Ihr Kleinkind beim Übergang zur Familienkost nicht gleich so viel trinkt. Manche Kinder haben einfach keinen oder wenig Durst und müssen sich auch noch an das Trinken aus dem Glas oder dem Becher gewöhnen. Bei den meisten Kindern kommt der Durst schon.

 

Unsere Tipps:

Wenn Ihr Kind nicht trinken will, versuchen Sie es mit bunten Stohhalmen! Manch' kleiner "Trinkmuffel" lässt sich so gerne überreden.

  • Erinnern Sie Ihr Kind an das tägliche Trinken
  • Stellen Sie immer ein Getränk oder eine Wasserkaraffe zur Selbstbedienung bereit
  • Zu jeder Mahlzeit gehört ein Getränk - bieten Sie Ihrem Kind auch zwischen den Mahlzeiten etwas zu trinken an
  • Geben Sei Ihrem Kind in den Kindergarten ein Getränk mit
  • Seien Sie Ihrem Kind ein Vorbild trinken Sie selbst auch viel

Wir empfehlen:

  • Leitungswasser mit guter Qualität (Informationen erhalten Sie beim örtlichen Wasserwerk)
  • Mineralwasser (Natriumgehalt < 50 mg/l)
  • ungesüßte Kräutertees, Früchtetees, Rotbuschtees oder
  • stark verdünnte Apfelschorlen, Birnenschorlen, Karottensaftschorlen (1/3 Saft, 2/3 Wasser)

aus Trinklernbechern oder eventuell auch schon aus einem richtigen Becher/Glas.

 

 

Weniger geeignete Getränke sind:

Fruchtsaftgetränke, Fruchtnektare (stark verdünnte Säfte mit viel Zucker), Limonaden, Brausen (viel Zucker, wenig Vitamine und Mineralstoffe, Farbstoffe), Colagetränke, Eistee, Malzbier (viel Zucker, Koffein). Diese Getränke liefern aufgrund des relativ hohen Zuckeranteils viel Energie. Ein Glas (0,2 l) Limonade oder Cola-Getränk enthält beispielsweise 21 g, eine Dose Limonade oder Colagetränk (0,33 l) 34 g Gesamtzucker. So können Getränke eine große Rolle bei der Entstehung von Übergewicht spielen.

 

Die Verbindung aus Zucker und Fruchtsäuren kann die Zähne der Kindern gefährden - wichtig hier ist auch die Art der Getränkezufuhr: Groß kann die Schädigung der Zähne sein, wenn aus Ventilflaschen ("Rennfahrerflasche") und anderen Nuckelflaschen getrunken wird. Die permanente Säureumspülung der Zähne kann schon nach wenigen Monaten zu Schmelzerosionen an den oberen Schneidezähnen führen. Dieser Verlust der Zahnhartsubstanz zeigt sich in einer bräunlichgrauen Einfärbung und sichtbarem Kleinerwerden der Zahnkronen.

 

Kaffee, schwarzer und grüner Tee, industriell hergestellter Eistee sowie Colagetränke und Energydrinks sollte in der Kinderernährung nicht vorkommen. Deren Gehalt an Coffein kann bei Kindern, Jugendlichen, aber auch bei empfindlichen Erwachsene Unruhe, Schwindel, Herz- und Pulsrasen, Erbrechen sowie Schlafstörungen hervorrufen.

 

Energie- und Softdrinks sind bedenklich

Jedes 2. Schulkind in Deutschland trinkt regelmäßig Soft-Drinks, wovon die Hälfte des Verzehrs auf Cola, der Rest auf Limonaden und Säfte fallen. Laut Bundesamt für Statistik werden pro Kopf und Jahr ca. 100 Liter zucker- und oft koffeinhaltige Softdrinks konsumiert.

 

Die Nachteile:

  • Durch den hoher Zuckergehalt kommt es auch zu einer hohen Aufnahme von Energie.
  • Größere Mengen Kohlensäure und Phosphorsäure (z.B. in Cola) kann es zu einer Übersäuerung des Körpers kommen. Zur Neutralisierung des pH-Wertes wird dann dem Knochen wiederum Kalzium entzogen.
  • Diese Getränke enthalten viele künstliche Aromen, Farbstoffe und Zitronensäure (kann den Zahnschmelz schädigen).
  • Koffein in höheren Mengen kann den Blutdruck steigern und Puls erhöhen. Unruhe, Konzentrationsschwäche oder Schlafstörungen können die Folge sein
    (Koffein ist auch in Eistees, Energydrinks, koffeinhaltigen Mineralwässer und einigen Limonaden z.T. in höheren Konzentration als in Cola enthalten!)

Rooibos-Tee (Rotbuschtee) ist dagegen koffeinfrei und auch für kleine Kinder geeignet. Ebenso geeignet ist Eistee auf Früchtetee-Basis, er ist ebenfalls coffeinfrei.