Embryoskopie in der 7. Schwangerschaftswoche (SSW 7)
Embryoskopie in der 7. SSW
Quelle: swissmom.ch

5. Schwangerschaftswoche (SSW 5)

In der 5. Schwangerschaftswoche misst der Embryo nur wenige Millimeter. Sein winziger Körper ist durchsichtig und sehr weich. Die noch unförmige Ansammlung von Zellen sieht aus wie ein seltsames, wurmartiges Gebilde. Sein Aussehen wird sich immer mehr durch das stärkere Wachstum des Kopfes und die Anlage des Gesichtes und der Gliedmaßen verändern. Die Arm- und Beinanlagen treten als "paddelförmige Knospen" auf und bald sind die einzelnen Finger sichtbar. Nun wird der Farbstoff, das Pigment der Augen gebildet. 

 

Schon jetzt wird das zentrale Nervensystem entwickelt: Die Neuralrinne schließt sich, das Neuralrohr, aus dem später das Gehirn und das Rückenmark wird. Jede Störung oder Schädigung in dieser wichtigen Phase kann zu einer Fehlbildung in diesem Bereich, dem sogenannten Neuralrohrdefekt, führen. Die Einnahme eines Folsäure-Präparates oder eines speziellen Multivitaminpräparats für Schwangere kann das Risiko für Neuralrohrdefekte deutlich gesenkt werden.

 

Deshalb sollte man so früh wie möglich in der Schwangerschaft damit beginnen – wenn es geht sogar schon Monate vorher, wenn Sie Ihre Schwangerschaft planen.

 

Die Entwicklung aller größeren inneren Organe, der Knochen, Muskeln, Blutgefäße und des Blutes hat nun begonnen. Am 22. Lebenstag des Embryos ziehen sich die frisch gebildeten Herzzellen zusammen. Am Ende der 5. Woche schlägt das noch rohrförmige embryonale Herz schon regelmäßig.

Mit hochauflösenden Ultraschall-Geräten, könnte jetzt schon das vorgewölbte Herz und vielleicht sogar die Herzaktion gesehen werden - doppelt so schnell wie Ihr eigenes Herz. Das embryonale Herz ist bereits in diesem frühen Stadium zweigeteilt: Die rechte Kammer empfängt das verbrauchte Blut aus den Organen, die linke leitet das mit Sauerstoff angereicherte Blut an die Organe und in die wenigen winzigen Blutgefäße zurück.

Einige dieser Blutgefäße bilden die Verbindung zwischen Embryo und Plazenta, die spätere Nabelschnur. Im Gegensatz zum späteren Leben erfolgt der Sauerstoffaustausch zwischen den Herzkammern nicht über die Lungen, sondern über die Plazenta. Auch viele andere wichtige Nährstoffe werden so zum Embryo hin transportiert. Umgekehrt werden die Abfallstoffe abtransportiert, damit sie von der Mutter ausgeschieden werden können.

 

 

Achten Sie auf Ihre Gesundheit

Aus dem mütterlichen Kreislauf können auch viele schädliche Substanzen über die Plazenta zum Kind gelangen. Achten Sie also auf einen besonders gesunden Lebensstil. Verzichten Sie zum Wohl Ihres Kindes auf Stoffe, die ihm gefährlich werden könnten, und vermeiden Sie bestimmte Nahrungsmittel und Kontakt zu Personen mit ansteckenden Krankheiten, z. B. Röteln.

Geben Sie das Rauchen auf und versuchen Sie, Ihren Partner davon zu überzeugen, ebenfalls damit aufzuhören. Denn auch Passivrauchen schadet Ihrem Kind enorm. Verzichten Sie möglichst ganz auf Alkohol und steigen Sie von Kaffee auf Saft oder Kräutertee um.

Der Embryo ist ab jetzt (von der 5. bis zur 12. Woche) in einer höchst empfindlichen Entwicklungsphase, denn die Organe werden gebildet und eine Schädigung kann nicht mehr so einfach „repariert“ werden.

 

Schädigende Einflüsse, die vor dieser Zeit auf den Embryo eventuell einwirkten, führen in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung entweder zu einer sehr frühen Fehlgeburt (die man oft für eine Periodenblutung hält) oder der Embryo entwickelt sich normal und ungestört weiter. In einem sehr frühen Stadium können die Zellen noch viele unterschiedliche Aufgaben übernehmen und Schäden ausgeglichen. Schädliche Stoffe, wie beispielsweie bestimmte Medikamente und Alkohol können beim Embryo erst dann wirken, wenn eine stabile Kreislaufverbindung zwischen Mutter und Kind besteht.

 

 

Deutliche Anzeichen der Schwangerschaft

Ab der 5. SSW spüren Sie die Auswirkungen der Hormonveränderung besonders stark: Übelkeit, eine plötzliche Geruchsempfindlichkeit, häufigen Harndrang (auch nachts), Verstopfung und/oder Blähungen und eine unerklärbare Müdigkeit. Hier helfen ein Spaziergang an der frischen Luft und eine Extraportion Vitamine aus frischem Obst und Gemüse, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Dann sind viele der typischen Schwangerschaftsbeschwerden nur noch halb so schlimm.

Kurz nach der Einnistung der befruchteten Eizelle beginnt die Brust sich zu verändern. Sie fühlt sich schwer, empfindlich und sogar schmerzhaft an, weil der Drüsenkörper sich schon jetzt auf die Milchproduktion vorbereitet. Sie sollten jetzt schon einen etwas größeren, gut stützenden BH tragen, um eine Überdehnung des Stützgewebes der Brust zu vermeiden. Kalte Brustduschen regen die Durchblutung an. Viel Eincremen hält die Haut – auch im Bauchbereich – elastisch und wirkt Schwangerschaftsstreifen entgegen.

 

Im Becken haben Sie vielleicht ein Gefühl von Schwere oder ein Ziehen. Das wird durch die verstärkte Durchblutung verursacht.  

Schmierblutungen sind in der Frühschwangerschaft nicht selten und meist harmlos, vor allem um die Zeit der Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut. Die Blutungen können sogar so stark sein, dass sie für eine Periodenblutung gehalten werden. Auch später kann es noch um den Zeitpunkt der sonst fälligen Menstruation zu solchen Blutungen kommen. Trotzdem sollten Sie jede Blutung Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin mitteilen, damit mögliche Probleme, wie z. B. eine drohende Fehlgeburt, ausgeschlossen werden.

 

Ihr Gynäkologe / Ihre Gynäkologin gibt Ihnen Auskunft auf Ihre ganz persönlichen Fragen rund um die Schwangerschaft. Auf folgende Fragen sollten Sie gut vorbereitet sein: der erste Tag der letzten Regel, die normale Zyklusdauer, falls bekannt das Datum der Zeugung, frühere Schwangerschaften oder Geburten, Fehlgeburten, Schwangerschaftsabbrüche, Krankheiten, Medikamenteneinnahmen, Operationen, Erbkrankheiten in der Familie.

 

 

6. Schwangerschaftswoche (SSW 6)

Der Embryo hat mit Beginn der 6. SSW schon eine deutlich gestreckte Form. Er befindet sich jetzt in einem Entwicklungsstadium, in dem besonders deutlich wird, dass der Mensch ein Wirbeltier ist: Die im Verhältnis zur Körpergrösse dominierende Wirbelsäule erstreckt sich vom Nacken über die Armknospen bis hinunter zu der Stelle, wo die Anlagen für die Beine entstehen.

Aus dem mittleren Keimblatt entsteht eine große Anzahl von Skelettknospen, aus denen sich nach und nach 33 oder 34 Wirbel bilden. Unterhalb der Halswirbel zeichnen sich zwölf Brustwirbel ab, aus denen bogenförmig die Rippen wachsen. In dem auf diese Weise entstehenden Brustkorb wird später die Lunge sitzen. Zwischen den Wirbeln entsteht ein Zwischenraum, in dem sich später Nervenbündel aus dem Rückenmark finden. Die Nervenfasern ziehen ihr fein gesponnenes Netz über den gesamten Körper und ermöglichen es damit dem Gehirn und Rückenmark, ihre Signale zu sämtlichen Muskelzellen des Körpers zu senden und sie zu bestimmten Bewegungen und Kontraktionen aufzufordern. Dieser Mechanismus fängt an zu arbeiten, wenn der Embryo sechs bis sieben Wochen alt ist.

 

Das Herz ist eine deutliche Vorwölbung und hat schon primitive Vorhöfe und Herzkammern mit einer Scheidewand. Der noch sehr einfache Kreislauf verbindet sich mit dem Chorion, der äußeren Schicht der Plazenta. Zu dieser Zeit ist der "Mutterkuchen" noch viel größer als der Embryo, wodurch seine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen sichergestellt wird. In der Nabelschnur, die zur Plazenta führt, stellen Blutgefässe die Verbindung zwischen Mutter und Kind her.

In der 6. Schwangerschaftswoche, der 4. Woche nach der Befruchtung, sind schon richtige Blutzellen und nicht mehr nur einfache Flüssigkeit in den Blutgefässen. Das Darmsystem besteht aus einem vorderen, mittleren und hinteren Anteil. Auch Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse und Schilddrüse entstehen.

 

Kleine Einstülpungen am Kopf bezeichnen die Stellen, wo sich die Ohren entwickeln, und auch das Innenohr ist schon ausgebildet.

Man kann dem Ungeborenen erstmals ins Gesicht schauen: Dort wo sich die Augen entwickeln, erkennt man die Augenhöhlen - auch Nase und Mund sind eindeutig zu unterscheiden. Zwischen der Andeutung einer Mundöffnung und dem Herzsack befinden sich Auswüchse, aus denen sich später der Unterkiefer sowie Gesicht und Hals bilden werden. Winzige Stimmbänder nehmen Form an.

Der Embryo bewegt sich sanft schaukelnd im Fruchtwasser. Er ist bereits ca. 5 mm lang.

 

 

 

Ultraschallbild in der 7. Schwangerschaftswoche (SSW 7)
Ultraschallbild in der 7. SSW
Quelle: swissmom.ch

7. Schwangerschaftswoche (SSW 7)

Die 7. SSW ist für den Embryo ein wichtiger Entwicklungsabschnitt, denn bis zur 10. SSW sind alle wichtigen Organsysteme fertig angelegt. Sie müssen danach nur noch ausreifen.

 

Der Embryo wächst jetzt sehr schnell. Von nun an wird er jeden Tag um ungefähr einen Millimeter größer. Für die Größe eines Embryos wird der Ausdruck SSL angegeben: Scheitel-Steiss-Länge. Weil Ihr Baby noch so gekrümmt liegt, wird der Abstand vom Kopf bis zum Gesäß gemessen.

Die eigentliche Körperform ist schon deutlich erkennbar. Die großen inneren Organe (der Verdauungstrakt, das Herz, die Lungen, die Leber, die Nieren und das Gehirn) und das Kreislaufsystem sind vorhanden und entwickeln sich weiter. Körperstrukturen wie Muskeln und Knochen werden ausgebildet. Die bereits vorhandene Wirbelsäule verleiht dem Embryo Stabilität, und die Bildung des Nervensystems schreitet langsam voran. Die Haut als Sinnesorgan ist bereits entwickelt. An den paddelförmigen Händen und Füßen sind Einkerbungen zu sehen, welche die Finger und Zehen unterteilen werden. Die oberen Gliedmaßen entwickeln sich übrigens schneller als die unteren, und auch nach der Geburt wird Ihr Baby schneller greifen können als laufen. Am großen und noch stark nach vorn gebeugten Kopf des Embryos fallen Vorwölbungen auf, die sich zu den Augen entwickeln, allerdings sind die Lider noch nicht ausgebildet. Es gibt schon winzig kleine Löcher für die Nase. Der Mund bildet sich weiter aus.

 

 

 

8. Schwangerschaftswoche (SSW 8)

Beim Embryo sind alle inneren Organe nun schon am richtigen Platz. Das kleine Herz schlägt ca. 140 - 150 mal in der Minute und treibt den Kreislauf zwischen Nabelschnur und Plazenta an. Die äußeren Geschlechtsorgane sind sichtbar und die Wirbelsäule ist beweglich. Wirbelkörper haben sich um das Rückenmark herum gebildet.  

Das Gehirn des Ungeborenen war bis jetzt vollkommen ungeschützt, doch nun wird es von den Schädelknochen bedeckt. Damit dem Gehirn aber noch ausreichend Platz zur Ausdehnung bleibt, sind diese nur lose zusammengefügt. Aus den bereits vorhandenen Nervenzellkörpern wachsen kleine Fortsätze, so genannte Axone, heraus und versuchen, einen Kontakt zu den benachbarten Nerven- oder Muskelzellen herzustellen.

Für jede werdende Mutter ist es wichtig zu wissen, dass die Nervenzellen des Embryos insbesondere in dieser kritischen Phase überaus anfällig für Giftstoffe sind. Wird das sich entwickelnde Leben zu dieser Zeit erheblichen Mengen an schädlichen Stoffen, z. B. Drogen, bestimmten Medikamenten und Alkohol, ausgesetzt, kann dies gravierende Folgen haben.

So langsam ist im Ultraschallbild ein Gesicht  deutlicher erkennbar, doch der Kopf wirkt immer noch fast genauso groß wie der restliche Körper. Im Auge ist der Sehnerv schon angelegt. Oberlippe und Nasenspitze sind bereits geformt, und im Mund gibt es schon eine kleine Zunge.

Der Embryo misst: 9 bis 16 mm SSL (Scheitel-Steiss-Länge).

 

 

Ihr Körper verändert sich

Es kann vorkommen, dass häufigeres Zahnfleischbluten auftritt. Durch die Hormonveränderungen wird das Zahnfleisch aufgelockert und stärker durchblutet. Jetzt ist gute Dentalhygiene mit einer weichen Zahnbürste und eine bewusste Ernährung mit ausreichender Versorgung mit Mineralstoffen besonders wichtig. 

Ebenso kann es sein, dass Sie in den ersten Schwangerschaftswochen ab- statt zunehmen. Die Gewichtsentwicklung folgt keinem allgemeingültigen Schema. Zudem führen Appetitlosigkeit und Übelkeit bei vielen Schwangeren dazu, dass einfach weniger Nahrung aufgenommen wird. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich hochwertig und vitaminreich ernähren. Wir haben für Sie Tipps für eine vernünftige Ernährung in der Schwangerschaft zusammengestellt.

 

Auch wenn Sie gesetzlich nicht dazu verpflichtet sind, sollten Sie Ihren Arbeitgeber möglichst bald von Ihrer Schwangerschaft in Kenntnis setzen. Das gilt vor allem, wenn Sie am Arbeitsplatz mit gefährlichen Substanzen zu tun haben, sonstige Gefährdungen bestehen oder wenn Sie wegen starker Übelkeit arbeitsunfähig sind.