Ein Kind zu  bekommen kann heute bewusst geplant werden. Ihre Gesundheit spielt dabei eine sehr wichtige Rolle, denn der Körper der Mutter wird für 9 Monate Umwelt- und Schutzraum des Babys sein.

Ihre Lebensgewohnheiten, Ihre Ernährung, Ihre seelische und körperliche Gesundheit wirken sich auf  die gesunde und ungestörte Entwicklung des Babys aus. Nehmen Sie also die geplante Schwangerschaft zum Anlass, ganz bewusst auf Ihren Körper, Ihre Gedanken und Gefühle zu achten.

 

Beim Gynäkologen

Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt/ärztin über Ihrn Kinderwunsch. Viele Hinweise auf Risiken in der Schwangerschaft oder eine eventuell bestehende Unfruchtbarkeit können oft schon vorab erkannt und behandelt werden. Nachfragen sollten Sie zum Beispiel bei Unregelmäßigkeiten im Monatszyklus oder starken Regelschmerzen.

Mit Hilfe von Tastuntersuchungen können zum Beispiel Myome festgestellt werden. Diese gutartigen Gebärmuttergeschwülste lassen sich - sollte dies notwendig sein - mit einem kleinen operativen Eingriff entfernen.

Empfehlenswert ist auch eine Krebsvorsorgeuntersuchung. Bei einem auffälligen Befund im Abstrich wird Ihnen wahrscheinlich geraten, den Kinderwunsch noch etwas aufzuschieben, bis die Zellen am Muttermund wieder normal sind.

Von großer Bedeutung sind auch vorangegangene Impfungen und Kinderkrankheiten. 

Ein Schutz gegen Röteln ist besonders wichtig, denn eine Rötelnerkrankung während der Schwangerschaft kann schwere gesundheitliche Folgen für das Baby haben.

 

Laut Mutterschaftsrichtlinie wird jede Schwangere auf Rötelnantikörper getestet. Da es für eine vorbeugende Impfung bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft zu spät ist, sollten junge Frauen und Mütter, die eine Schwangerschaft planen, ihren Röteltiter vor einer Schwangerschaft bestimmen lassen. Liegt der Titer unter dem Wert, der einen zuverlässigen Schutz bietet, besteht die Möglichkeit durch eine vorbeugende Impfung einen wirksamen Schutz zu erlangen. Auch nach der Geburt eines Kindes kann sich die Mutter umgehend gegen Röteln impfen lassen.

Wichtig ist auch die Überprüfung eines ausreichenden Impfschutzes vor Tetanus (Wundstarkrampf) und Diphterie.

Eine Impfung zum Schutz vor Influenza ist ebenfalls empfehlenswert, da eine echte Grippe mit hohem Fieber u. U. eine Fehlgeburt auslösen kann.

Durch eine Blutuntersuchung kann darüber hinaus festgestellt werden, ob Sie genügend Abwehrstoffe (Antikörper) gegen weitere bestimmte Infektionskrankheiten haben, die dem ungeborenen Kind schaden können, wie zum Beispiel: Toxoplasmose, Hepatitis B, Zytomegalie, Genital-Herpes, AIDS.

 

Bei akuten oder chronischen Gesundheitsproblemen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Funktionsstörungen der Schilddrüse, Epilepsie, Bronchial-Asthma oder Erkrankungen von Herz, Nieren und Leber sollten Sie dies schon vor der Schwangerschaft dem Gynäkologen/der Gynäkologin mitteilen. Eine medikamentöse Behandlung muss dann eventuell - in Absprache mit den internistischen Kollegen oder dem Hausarzt - aus Rücksicht auf das Ungeborene etwas geändert werden. Das bedeutet nicht, dass für Sie dadurch Nachteile entstehen müssen.

Eine humangenetische Beratung bezüglich gefährlicher Medikamente kann dann sinnvoll sein. Auf Arzneimittel, die nicht ärztlich angeordnet sind, sollten Sie jetzt am besten ganz verzichten oder die Einnahme beim Gespräch in der Praxis diskutieren.

 

 

Gefährliche Gewohnheiten!

Hören Sie möglichst rasch auf zu rauchen, wenn Sie sich ein Kind wünschen. Es ist bewiesen, dass Rauchen die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Übrigens auch dann, wenn Ihr Partner raucht, denn Passivrauchen schadet der Gesundheit und der Fertilität in einem bisher weit unterschätzten Ausmaß. Erst ein Jahr nach der letzten Zigarette ist die normale Fruchtbarkeit wieder hergestellt.

Männer, die rauchen produzieren im Vergleich zu Nichtrauchern nicht nur zahlenmäßig weniger Spermien, sondern dazu auch noch weniger bewegliche. Raucherinnen werden seltener und nicht so schnell schwanger und kommen früher in die Menopause.

Noch wichtiger ist der Verzicht auf die Zigarette während der Schwangerschaft, denn Rauchen schadet dem Ungeborenen: Es gedeiht schlechter, sein Wachstum verzögert sich. Rauchen erhöht außerdem das Risiko einer Frühgeburt.

Bei jeder Zigarette schnappt das Baby nach Luft

Auf vielen Intensivstationen für mangelhaft entwickelte Babys und untergewichtige "Frühchen" mühen sich Ärzte und Schwestern unter riesigem Aufwand um Kinder mit Nikotinschäden. Die Mangelentwicklung ist umso größer, je mehr Zigaretten die Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat. Durch das Rauchen werden die Durchblutung der Gebärmutter und damit auch die Versorgung des Ungeborenen beeinträchtigt. Bereits eine einzige Zigarette steigert die Herzfrequenz des Babys um 10 bis 15 Schläge pro Minute. Damit versucht es, den Sauerstoffmangel zu kompensieren. Gleichzeitig steigt sein Blutdruck an. Die schlechtere Durchblutung der Plazenta (Mutterkuchen) führt auf die Dauer zu einer Störung der Entwicklung. Das Ungeborene wächst langsamer und gedeiht schlechter.

 

Babys von Raucherinnen wiegen bei der Geburt durchschnittlich bis zu 200 Gramm weniger als Kinder von Nichtraucherinnen. In einer im Frühjahr 2006 veröffentlichten Studie der Universität Johannesburg wogen die Babys rauchender Schwangeren 165 Gramm weniger als die Neugeborenen ohne Rauchbelastung. Sie hatten häufiger ein Gewicht unter 3000 Gramm.

Die Folgen der Mangelentwicklung im Mutterleib zeigen sich aber nicht nur im Geburtsgewicht des Babys. Es drohen auch weitere Gefahren:

  • Raucherinnen haben gehäuft Blutungen in der Schwangerschaft. Dadurch kann es zu Fehlgeburten kommen. Das Risiko steigt mit der Zahl der gerauchten Zigaretten.
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalten kommen bei Babys von Raucherinnen mehr als doppelt so häufig vor.
  • Kinder von Raucherinnen kommen häufiger mit einem Kropf zur Welt.
  • In Deutschland treten jährlich 500 bis 600 Todesfälle durch den Plötzlichen Säuglingstod (SIDS) auf. Bis zur Hälfte aller SIDS-Fälle werden dem Passivrauchen zugeschrieben.
    Sowohl das Rauchen während der Schwangerschaft als auch nach der Entbindung erhöht das Risiko deutlich. Bei einem täglichen Konsum der werdenden Mutter von mehr als 10 Zigaretten erhöht sich das Risiko für SIDS auf das Siebenfache. Insgesamt ist das Risiko von SIDS bei elterlichem Tabakkonsum um das Zwei- bis Vierfache höher als in rauchfreien Haushalten.

 

Auch Alkohol schadet dem dem Ungeborenen. Insbesondere hochprozentige alkoholische Getränke können auch schon in kleinen Mengen dem Ungeborenen schaden.

Alkohol ist die häufigste bekannte Substanz, die Fehlbildungen in der Schwangerschaft verursacht. Vor 20 Jahren wurde erstmals vermutet, dass Alkoholismus in der Schwangerschaft zu einer spezifischen Kombination von Fehlbildungen, dem sogenannten "fetalen Alkoholsyndrom", führen kann. Die betroffenen Kinder sind sowohl körperlich als auch geistig-intellektuell und in ihrer sozialen Reifung beeinträchtigt. Sowohl Äthanol als auch Acetaldehyd gelangen über den Mutterkuchen in das ungeborene Kind und führen zu einer Schädigung der kindlichen Zellen und Organe.

Bislang ist ungeklärt, ob gelegentlicher Alkoholgenuss in der Schwangerschaft völlig ungefährlich für die Entwicklung des Kindes ist. Da man keinen Grenzwert festlegen kann, unter dem Alkohol sicher nicht schädigend wirkt, sollte man möglichst während der Schwangerschaft darauf verzichten. Besonders gefährlich ist jedoch das regelmäßige Trinken von Alkohol, dabei sollte man auch an alkoholhaltige "Stärkungsmittel" und Medikamente denken.

 

Halten Sie sich körperlich fit

Sportliche Frauen werden leichter schwanger, haben eine komplikationslosere Schwangerschaft und leichtere Geburt. Bewegung schafft Wohlbehagen, und das wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus. Aber übertreiben Sie es nicht! Ein unterdrückter Eisprung und eine verminderte Fruchtbarkeit können die Folgen von Leistungssport mit körperlichem Dauerstress sein. 

Auch Männer, die übermäßig viel trainieren, müssen mit einer verminderten Fruchtbarkeit rechnen. 

Sind Muskeln und Kreislauf an Anstrengungen gewöhnt, trägt sich schließlich der Bauch viel leichter und Sie haben weniger typische Schwangerschaftsbeschwerden. 

Bereiten Sie sich deshalb vor: Mit Bewegung an der frischen Luft, Schwimmen, Radfahren, Wandern und Gymnastik trainieren Sie Ihre Muskeln und Blutgefässe. Der Kreislauf wird stabiler und Sie tanken Kraft für neun spannende Monate.

Wenn Sie aktiv Sport treiben, sollten Sie eine der oben genannten Sportarten auch in der Schwangerschaft beibehalten. Wir sagen Ihnen, welche anderen Sportarten für Schwangere auch noch geeignet sind. Riskante Sportarten wie z. B. Tauchen oder Gleitschirmfliegen sollten Sie aber jetzt schon aus Rücksicht auf eine eventuelle Schwangerschaft zurückfahren.

 

 

Zum Zahnarzt?

Wenn Sie einen Zahnarzttermin schon länger vor sich hergeschoben haben, wäre es gut, in der Planungsphase Ihrer Schwangerschaft notwendige Behandlungen durchführen oder die Zähne einfach einmal kontrollieren zu lassen. 

Aufwändige Eingriffe sollten noch vor der Schwangerschaft stattfinden. Röntgenuntersuchungen (mit Bleischürze) und Betäubungsspritzen sind in der Schwangerschaft zwar nicht verboten, sollten jedoch nur in Notfällen durchgeführt werden.

Der vermutete Zusammenhang zwischen Amalgamfüllungen (Quecksilber-Belastung) und Unfruchtbarkeit ist inzwischen in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen widerlegt worden. Es besteht also kein Grund, vor einer geplanten Schwangerschaft Zahnfüllungen aus Amalgam ersetzen zu lassen. Eine schädliche Wirkung auf das ungeborene Kind konnte ebenfalls nicht nachgewiesen werden.

 

 

Vermeiden Sie Umweltgifte

Wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz regelmäßig Umgang mit gesundheitsschädigenden Stoffen, wie Lösungsmitteln, Pestiziden, giftigen Gasen, Dämpfen oder Strahlen haben, kann das Ihre Gesundheit, Ihre Fruchtbarkeit und bei Vorliegen einer Schwangerschaft auch die Gesundheit Ihres Baby gefährden.

 

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber, ob Sie nicht schon jetzt zu einer ungefährlicheren Beschäftigung wechseln können. Wenn Sie erst einmal schwanger sind, sind Tätigkeiten mit solchen Stoffen nach dem Mutterschutzgesetz ohnehin nicht mehr erlaubt.