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Ernährung des Babys: Stillen und Säuglingsmilch


Stillen bietet genau das, was ein Säugling braucht:

  • Die Muttermilch ist den Bedürfnissen des Kindes angepasst. Sie ist immer verfügbar und muss nicht erst zuberetiet werden.
  • Sie ist für Ihr Kind bestens verdaulich.
  • Sie enthält wichtige Nähr- und Immunstoffe, die Ihr Kind gut gedeihen lassen und die Abwährkräfte stärken.
  • Während der in der Muttermilch enthaltende Milchzucker u. a. dazu beiträgt, eine gesunde Darmflora aufzubauen, sorgen die Fettsäuren für eine gute Entwicklung des kindlichen Gehirns.
  • Eiweiße spielen auch bei Schutz vor Infektionen eine Rolle. Gestille Kinder leiden weniger an Magen-Darm- und Harnwegsinfektionen und Mittelohrentzündungen.
  • Das Saugen an der Brust ist für die Entwicklung des Kiefers und der Zahnstellung förderlich.
  • Stillen unterstützt die Rückbildung der Gebärmutter.
  • Muttermilch lässt sich nach Abpumpen auch kühl bzw. auch tiefkühl lagern.
  • In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass bei gestillen Kindern das Risiko, später an starkem Übergewicht, Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes, Morbus Crohn oder Allergien zu leiden, geringern ist als bei nicht gestillten Kindern.

Der Stillstart

Etwa eine halbe Stunde nach der Geburt ist der Saugreflex am größten. In dieser Zeit sollte Ihr Baby angelegt werden. Dabei erhält es seine erste Mahlzeit: das Kolostrum, auch Vormilch genannt. Es enthält sehr viele Abwehrstoffe, die Sie Ihrem Kind mitgeben können. Es ist süß und dickfüssig und enthält besonders viel fettlösliche Vitmine und Mineralstoffe, jedoch weniger Fett als die etwa zwei Wochen spätere "reife" Muttermilch.

Durch das Saugen Ihres Babys wird nicht nur der Milchfluss angeregt, sondern auch das Zusammenziehen der Gebärmutter, wodurch sich die Rückbildung beschleunigt. Bei Ihrem Kind regt das Kolostrum die Verdauung und den ersten Stuhlgang ("Mekonium", "Kindspech") an.

Bereits während der Schwangerschaft hat sich Ihre Brust unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone auf das Stillen vorbereitet. Mit dem Saugen Ihres Kindes wird die Brust zur Milchbildung angeregt. Je öfter Sie Ihr Kind anlegen, desto besser kommt die Milchbildung "in Schwung" und desto mehr Muttermilch wird gebildet.

 

 

Der Milcheinschuss

Um den dritten bis fünften Tag nach der Geburt kündigt sich der Milcheinschuss an. Manche Frauen bemerken dies durch ein Anschwellen und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Brust. Bei Beschwerden können wärmende Wickel vor dem Stillen (die Milch fließt dann besser) in Kombination mit einer Brustmassage und kühlenden Kompressen nach dem Stillen Linderung verschaffen.

Ihre Hebamme kann Ihnen sicher wertvolle Tipps geben.

Neben der Milchmenge verändert sich beim Milcheinschuss - wie überhaupt im Laufe der Stillzeit - auch die Zusammensetzung der Milch. Diese passt sich immer optimal den Nährstofff-Bedürfnissen Ihres Kindes an. Nach 10 bis 14 Tagen spricht man von der reifen Muttermilch.

 

 

Der Stillrhythmus

Wie oft Sie Ihr Kind anlegen und wie lange entwickelt sich aus der Erfahrung, zusammen mit Ihrem Baby. Jedes Kind hat sein eigenes Temperament. Nicht alle Kinder halten sich an regelmäßige Abstände zwischen den Stillmahlzeiten. So ist es durchaus normal, wenn Ihr Baby schon nach zwei Stunden wieder Hunger hat. Dies kann gerade in der ersten Zeit und während der Wachstumsschübe vorkommen.

 

Wie lange eine Stillmahlzeit dauert richtet sich auch ganz nach Ihrem Kind. Während einer Stillmahlzeit bekommt Ihre Kind zunächst die Vordermilch, sie ist weniger fetthaltig und löscht eher den Durst. Danach fließt die gehaltvolle und energiereiche Hintermilch, die sättigend ist.

 

Lassen Sie sich beim Stillen Zeit. Durschschnittlich trinken Kinder zwischen zehn und zwanzig Minuten an einer Brust. Die meisten Babys trinken während einer Stillmahlzeit an beiden Brüsten, einige sind schon nach einer Brust satt und zufrieden. Wenn Ihr Baby schläfrig wird oder die Brustwarze von allein frei gibt, können Sie es an der anderen Seite anlegen. Gibt es die Brutwarze gar nicht frei, können Sie ganz sanft Ihren kleinen Finder in seinen Mundwinkel schieben und so seinen Mund von der Brustwarze lösen.

 

Auch in der Nacht - gerade im ersten Lebenshalbjahr - wird Ihr Baby seine Stillmahlzeit verlangen.  Richten Sie es sich so bequem wie möglich ein, um anschließend wieder entspannt einschlafen zu können.

Im zweiten halben Jahr brauchen die wenigsten Kinder noch in der Nacht eine Brustmahlzeit.

Gut ist es, wenn Sie in verschiedenen Stillpositionen stillen. 

 

 

Die Stilldauer

Es gibt keine feste Grundregel, wie lange man sein Kind stillen sollte. Sie können grundsätzlich solange weitermachen, wie es Ihnen und ihrem Kind Freude macht. Die WHO empfiehlt, nach sechs Monaten ausschließlichem Stillen mit der Beikost zu beginnen.

 

 

Die Gewichtsentwicklung Ihres Babys

Eine nasse und schwere Windel (ca. fünf bis acht Mal in 24 Stunden) und regelmäßiger Stuhlgang weisen darauf hin, dass Ihr Kind durch die Muttermilch gut versorgt wird.

Länger als 7 Stunden sollte man ein Neugeborenes in der ersten Zeit nicht schlafen lassen, es erhält sonst zu wenig Milch und die Brust wird ungenügend angeregt.

Eine Gewichtsabnahme in den ersten Tagen nach der Geburt ist normal, sollte die Gewichtsabnahme 10 Prozent übersteigen und wenn das Kind starke Hungerreaktionen zeigt, ist eine Zufütterung von Tee (10 Prozent Dextrose, Malodextrin) oder Säuglingsnahrung sinnvoll.

Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Kinderarzt.

Gewichtszunahme des Säuglings:

1. Halbjahr: 150 bis 200 g pro Woche

2. Halbjahr: 100 g pro Woche

 

In den ersten 6 Monaten nimmt Ihr Kind ca. 120 bis 200 Gramm pro Woche zu. Das Geburtsgewicht sollte nach 4 bis 5 Monaten doppelt so hoch sein wie das Geburtsgewicht und sich nach einem Jahr verdreifacht haben.

Wird ein Baby voll gestillt, ist eine zusätzliche Gabe von Flüssigkeit, wie Wasser, Tee oder Saft nicht erforderlich, es seidenn Ihr  Kind hat Fieber und schwitzt oder Durchfall.

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Stillprobleme

Bei Stillproblemen kann Ihre Hebamme vor Ort oder auch eine örtliche Stillgruppe helfen. Stillprobleme können auftreten, wenn Ihr Kind beispielsweise nicht richtig saugen kann. Gerade zu früh geborene Säuglinge haben oft Schwierigkeiten und müssen das richtige Saugen erst lernen.

Lassen Sie sich bei Problemen, wie zum Beispiel bei Milchstauungen oder Brustentzündungen von Ihrer Hebamme und/oder Ihrem Arzt beraten.

 

Einige Hinweise:

  • Wunde Brustwarzen: Hier hilft vor allem Luft, die richtige Stilltechnik und ein Wechsel der Stillpositionen. Lassen die ein paar Tropfen Muttermlch auf der Brustwarze trocknen, sie hat auch entzündungshemmende Eigenschaften.

  • Milchstau: Wenn Ihre Brust schmerzt, sie gespannt und gerötet ist, Sie vielleicht auch leichtes Fieber haben, kann dies darauf hinweisen,dass Ihr Baby die Brust nicht richtig entleert. Eine falsche Stilltechnik, immer dieselbe Stillposition, Stress und Übermüdung, zu seltenes oder zu kurzes Stillen können die Ursachen hierfür sein. Auch Druckstellen durch einen zu engsitzenden BH, enge Kleidung oder Tragehilfen sind möglich Gründe für Milchstauungen in der Brust.

    Damit es nicht zu einer Entzündung kommt, können folgende Tipps helfen:
    • Möglichst alle zwei Stunden stillen - auch nachts. Trinkt Ihr Kind die Brust nicht leer, sollte noch abgepumpt werden.
    • Vor dem Stillen für etwa 10 Minuten eine warme Kompresse auf die betroffene Brust (Brustwarze und Brustwarzenhof aussparen) legen.
    • Nach dem Stillen die Brust mit kalten, feuchten Umschlägen kühlen.
    • Leichte Brustmassagen sowie Ruhe und Entspannung zwischendurch.

  • Brustentzündung - Mastitis: Eine Mastitis hat die gleichen Symptome wie ein Milchstau, geht jedoch mit den Symptomen einer Grippe einher: Fieber, starke Schmerzen und eine harte, gerötete Stelle in der Brust. Sie fühlen sich schwach und matt. In diesem Fall sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Eventuell verschreibt er Ihnen ein stillverträgliches Antibiotikum.

 

 

Stillen von Frühgeborenen

Gerade für zu früh geborene Kinder ist es wichtig, dass sie Muttermilch erhalten. Auf der Neugeborenen-Intensivstation wird man Ihnen weiterhelfen. Wenn Sie nach der Geburt von Ihrem Kind getrennt sind, sollten Sie - wen möglich - Ihre Milch abpumpen. Dadurch wird der Milchfluss angeregt. Hautkontakt zu Ihrem Baby ermöglicht es ihm, Ihren Körpergeruch wahrzunehmen - dies ist wichtig für den Stillerfolg. Zu früh geborenen Kinder ermüden oft schneller beim Trinken. Sie sollten deshalb mit einer Brustmassage den Milchfluss anregen und etwas Milch vorab ausstreichen. Dadurch wird eine volle, pralle Brust etwas weicher und Ihr Kind kann leichter trinken.

 

 

Wenn Stillen nicht in Frage kommt

Vielleicht möchten oder können Sie aus medizinischen(bei angeborenen Stoffwechselerkrankungen, wie Phenylketonurie) oder persönlichen Gründen nicht stillen, müssen irgendwann zufüttern oder stillen in einer Zeit ab, in der Ihr Kind noch Milchnahrung braucht. All dies können Beweggründe dafür sein, das Kind mit einer Flaschennahrung zu ernähren.

 

In der Geburtsklinik erhält Ihr Baby nur dann eine Säuglingsmilchnahrung oder eine Nährstofflösung, wenn es wirklich notwendig ist. Die Ärzte werden Sie darüber informieren und die Ernährung des Babys mit Ihnen abstimmen. 

Die im Handel erhältlichen Säuglingsmilchnahrungen entsprechen den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und bieten mehr Sicherheit als selbst zubereitete Milchnahrung. Sie sorgen für die zuverlässig gute Ernährung des Babys und sind vor allem hygienisch einwandfrei.

 

Wenn Sie unsicher sind, welche Flaschennahrung Sie wählen sollen, dann fragen Sie Ihren Kinderarztpraxis, Ihre Hebamme oder eine Ernährungsfachkraft danach. Ihr Kind gedeiht und entwickelt sich auf jeden Fall auch mit Säuglingsmilchnahrung aus der Flasche prima. Wenn Sie sich ihm beim Füttern ganz zuwenden, spürt es ebenso wie beim Stillen Ihre Nähe und Zuneigung.

Anfangsnahrungen ("Pre" und "1")

Man unterscheidet bei der Flaschennahrung generell zwischen Anfangsnahrungen und Folgenahrungen. Die Anfangs-Milchnahrungen mit der Bezeichnung "Pre" sind der Muttermilch am ähnlichsten. Ihr Eiweißgehalt ist der Muttermilch angeglichen und sie enthalten als einziges Kohlenhydrat Milchzucker (Laktose).

Pre-Nahrungen sind dünnflüssig und werden wie Muttermilch nach Bedarf gegeben. Wenn Sie stillen und Säuglingsmilch nur zufüttern, geben Sie dem Baby erst die Brust und dann das Fläschchen.

 

Milchnahrungen mit der Ziffer "1" sind ebenfalls Anfangsnahrungen. Sie enthalten außer Milchzucker (und teilweise andere Zucker) noch Stärke und sind daher sättigender. Deshalb müssen diese Nahrungen regelmäßig, d. h. nach festen Zeiten und nach Mengenvorgabe auf der Verpackung gefüttert werden. Ein Wechsel auf Folgemilch ist nicht notwendig.

Sie können während des gesamten ersten Lebensjahres bei einer Pre- oder 1-Nahrung bleiben.

 

Da die Anfangs-Milchnahrung "1" etwas dickflüssiger ist als die Pre-Nahrung, benutzen Sie am besten einen Sauger mit einer mittelgroßer Lochung. Ist die Lochung des Saugers zu klein, ist es für Ihr Baby wesentlich anstrengender zu trinken und es besteht die Gefahr, dass es dann zu wenig Milch erhält. Für allergiegefährdete Säuglinge und Säuglinge mit vorhandenen Allergien werden spezielle Milchnahrungen angeboten.

 

 

Folgenahrungen ("2" und "3")

Folgenahrungen unterscheiden sich in der Zusammensetzung teilweise erheblich von der Muttermilch. Manche enthalten zusätzliche Kohlenhydrate wie zum Beispiel Maltodextrin oder Saccharose (Haushaltszucker) und können so zu einer Gewöhnung des Säuglings an süße Lebensmittel führen. Folgenahrungen sind für gesunde Säuglinge nicht nötig und sollten, wenn überhaupt, erst ab dem 5. Lebensmonat gegeben werden. Da die Gefahr einer Überfütterung besteht, müssen diese Nahrungen ebenfalls genau nach den Zubereitungs- und Mengenangaben auf der Verpackung gefüttert werden. Angeboten werden Folgemilch-Nahrungen mit der Bezeichnung "2" oder "3".

 

Flaschenmilch möglichst nicht selber herstellen

Kinderärzte, das Forschungsinstitut für Kinderernährung und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung raten davon ab, Flaschennahrung selbst zuzubereiten. Das Selbermachen mag zwar kostengünstiger sein, birgt aber Risiken, da die Zusammensetzung kaum so gelingt, wie sie fertige Säuglingsmilchnahrung bietet. Und selbst bei größter Sauberkeit im Haushalt ist die hygienische Sicherheit bei der Selbstzubereitung nicht immer gewährleistet.  

 

Allergiegefährdete Säuglinge

Für allergiegefährdete Säuglinge werden für die ersten Monate so genannte "HA"-Nahrung empfohlen, wenn nicht gestillt wird.

Mit Einführung der Beikost wird aufgrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse empfohlen auch Lebensmittel zu geben, die früher als "allergieauslösend" galten, wie Vollmilch im Brei, Eier, Nüsse (gemahlen), Soja, Sellerie, Fisch, Zitrusfrüchte, etc.

Hinsichtlich des Allergierisikos dürfen also auch Milchprodukte, wie Joghurt oder Quark, gegeben werden. Allerdings ist zu bedenken, dass Milch, Milchprodukte und besonders Käse hohe Eiweißgehalte aufweisen, wodurch die Nieren des Kindes aufgrund der Eiweißausscheidung sehr stark belastet werden können.

 

Besteht bei Ihrem Kind bereits eine Kuhmilcheiweißallergie, ist die HA-Nahrung nicht geeignet.

In diesem Fall gibt es eine Spezialnahrung. Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt beraten. (Alfaré, Nutramigen, Pregomin, Neocate - bei nachgewiesener Allergie gegen Kuhmilch).

Für allergiegefährdete Babys werden auch Produkte auf Sojabasis angeboten. Doch viele Kinder, die auf Kuhmilch allergisch reagieren, vertragen auch Soja nicht.

 

Die kürzlich veröffentlichte Leitlinie zur Allergieprävention (2009) berichtet sogar über gesundheitliche Bedenken für soja-basierte Säuglingsnahrungen, u.a. auch aufgrund des Gehalts an Phytoöstrogenen (natürlich vorkommende pflanzliche Hormone).

Vegetarische Milchnahrungen, z.B. Mandelmilch oder Reismilch sind für Säuglinge auf keinen Fall geeignet, da sie nicht den ernährungsphysiologischen Bedürfnissen von Säuglingen entsprechen und es bei der Ernährung mit solchen Milcharten zu schweren Gedeihstörungen kommen kann.

Vegetarischen Milchnahrungen, z.B. Mandelmilch oder Reismilch, sind für Säuglinge auf keinen Fall geeignet, da sie nicht den ernährungsphysiologischen Bedürfnissen von Säuglingen entsprechen und es bei der Ernährung mit solchen Milcharten sogar schon zu schweren Gedeihstörungen gekommen ist.

Die Ravensburger Babywelt macht große Augen bei den Kleinsten.