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Schwangerschaft 29. bis 32. Woche (8. Monat)

Ultraschallbild des Ohres in der 32. SSW
Ultraschallbild des Ohres in der 32. SSW
Quelle: swissmom.ch

29. Schwangerschaftswoche (SSW 29)

Mit Beginn des dritten Trimenons (ab 28. SSW) nimmt Ihr Kind die so genannte Fetusstellung ein: Die Beine sind angezogen, die Arme verschränkt und der Kopf eingedreht.

Für eine normale Geburt sollte das Kind mit dem Kopf nach unten in der Gebärmutter liegen (Längslage oder Schädellage). Hierfür muss das Kind sich drehen, da es zum Beginn der Schwangerschaft mit dem Kopf nach oben zeigt.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird nun besonders auf die Kindslage und die Lage und Funktion der Plazenta geachtet. Ist das Kind kleiner als erwartet bzw. arbeitet die Plazenta nicht optimal, wird die Schwangerschaft gezielt überwacht und die Geburt eventuell früher eingeleitet. Liegt Ihr Baby noch mit dem Steiss nach unten, bedeutet das noch nicht, dass es so bleiben wird: Die meisten Babys drehen sich noch innerhalb der nächstehn Wochen. Auch eine teilweise vor dem inneren Muttermund liegende Plazenta (Placenta praevia) kann bis zur Geburt noch den Weg frei geben!

Manche Kinder (3 Prozent) drehen sich jedoch nicht, sondern bleiben in der so genannten Beckenendlage.

Problematisch ist dabei, dass die Nabelschnur bei der Beckenendlage durch den dann nachfolgenden Kopf zusammengepresst werden kann. Das Gehirn des Kindes bekommt dadurch für einen längeren Zeitraum nicht genügend Sauerstoff. Aufgrund der Unterversorgung mit Sauerstoff sind Schädigungen des Gehirns zu befürchten. Dreht sich das Kind nicht von selbst in die richtige Position kann man versuchen, die Drehung in der 37. Schwangerschaftswoche von außen vorzunehmen. Voraussetzung dafür ist, dass genug Fruchtwasser vorhanden ist. Dabei wird das Ungeborene in die vordere Schädellage gedreht; man nennt das äußere Windung oder Drehung. Gelingt dies nicht, ist eine Entbindung durch Kaiserschnitt beim ersten Kind die Regel.

Ihr Baby hat vielleicht schon einen dicken Haarschopf, der allerdings nach der Geburt wieder ausfallen kann. Die Lungen reifen weiter, und bei einer Frühgeburt hätte es jetzt schon sehr gute Überlebenschancen. Aber Frühgeborene haben trotzdem eine Menge Probleme. Eine gut funktionierende Gebärmutter ist deshalb immer noch der beste Inkubator. Deshalb sollten vorzeitige Wehen möglichst noch aufgehalten werden.

Der Kopfdurchmesser des Fetus ist etwa 72 bis 83 mm, das Gewicht ca. 1250 g.

 

Es kann beschwerlicher werden

Die obere Rand der Gebärmutter, der Fundus, steht jetzt etwa 10 cm über dem Bauchnabel und lässt sich dort gut tasten. An den Fußgelenken bemerken Sie jetzt immer öfter Schwellungen durch die Einlagerung von Gewebswasser. Das ist besonders deutlich, wenn Sie berufstätig sind und dabei viel stehen müssen. Die Beine werden gegen Abend schwerer und dicker, die Schuhe passen nicht mehr und der Ring lässt sich nicht mehr vom Finger ziehen. An den Handgelenken ist die Schwellung nicht so stark, aber engt manchmal einen Nerven ein, sodass die Finger gefühllos sind, kribbeln oder sogar schmerzen. Die Schmerzen ziehen oft bis zur Schulter hoch und können sehr unangenehm sein. Dieses Phänomen nennt man „Karpaltunnelsyndrom“.

Wassereinlagerungen, die sogenannten Ödeme, sind sehr häufig und meist in der Schwangerschaft unbedenklich, wenn sie am nächsten Morgen wieder verschwunden sind. Ihr Körper hat jetzt mit einem viel größeren Flüssigkeitsvolumen zu tun, wovon sich einiges nach einem langen Tag in den Händen und Füßen an sammelt.

Wichtig ist, dass Sie die Beine so oft es geht hoch lagern, die Wadenmuskulatur bewegen oder die Handgelenke kräftig ausschütteln. Stütz- oder Kompressionsstrümpfe, in Fällen von Venenschwäche oder Krampfadern sind zwar lästig, aber sehr sinnvoll zur Vermeidung einer Thrombose.

 

 

 

30. Schwangerschaftswoche (SSW 30)

Ihr Baby hat eine pralle, rosige Haut. Die darunter liegende Fettschicht kann nach der Geburt seinen Temperaturhaushalt regeln und ist eine Energiereserve für den anstrengenden Weg ins Leben.

Der Kopfdurchmesser Ihres Kindes beträgt ca. 74 bis 86 mm, das Gewicht ca. 1400 g.

 

Häufigere Kontrollen

Ab der 30. Woche bittet Sie Ihr Frauenarzt / Ihre Frauenärztin, alle 14 Tage zur Kontrolle zu kommen. Wie es Ihrem Baby geht, überprüft er während der dritten Ultraschall-Untersuchung. Vielleicht hat Ihr Baby schon seine endgültige Geburtsposition eingenommen. An Ihrem Bauch steht jetzt der Nabel prall hervor, Hautpflege und sanfte Zupfmassagen (mit Körperöl) tun besonders gut.

Der obere Rand der Gebärmutter hat den Rippenbogen erreicht. Wenn Ihr Baby sich bewegt und wenn es tritt, kann das ganz schön schmerzhaft sein. Die meisten Schwangeren merken nun an vielen kleinen Beschwerden, dass eine Schwangerschaft kein Spaziergang ist: Kurzatmigkeit, Sodbrennen, Schlaflosigkeit, Schmerzen durch überdehnte Bänder oder Nervenreizungen, schwere Beine machen zu schaffen. Die Angst vor der Geburt weicht deshalb langsam der Ungeduld, diese Phase endlich geschafft zu haben. 

31. Schwangerschaftswoche (SSW 31)

Ihr Baby nimmt weiter schnell an Gewicht zu und wächst um mehrere Zentimeter. Das Baby hat jetzt ein feineres Empfinden für Geborgenheit und Ruhe - schätzt beides mehr als zuvor und ist nicht mehr ganz so lebendig. Es macht jetzt immer öfter Atembewegungen, lutscht dabei am Daumen, trainiert eifrig Saugen und Schlucken. Der Kopfdurchmesser beträgt ca. 76 bis 88 mm, das Gewicht: ca. 1600 g.

 

Erste körperlich-aktive Geburtsvorbereitungen

Es kann zu ersten Kontaktionen der Gebärmutter, den so genannten Braxton-Hicks-Kontraktionen kommen. Dies sind Vorwehen, auch "wilde" Wehen oder Übungswehen genannt. Sie sind nicht schmerzhaft, aber etwas unangenehm. Etwa so als ob sich ein breites Gummiband um den Bauch legt und dann wieder locker wird. Im Gegensatz zu den späteren richtigen Geburtswehen wird der Muttermund dadurch noch nicht geöffnet. Und selbst vier bis fünf Vorwehen in der Stunde sind jetzt noch kein Grund, in die Klinik zu fahren. Sie sind eher ein Zeichen dafür, dass Sie sich ein etwas mehr Ruhe gönnen sollten. Entspannen Sie sich, solange es noch möglich ist!

Risikoschwangerschaften werden mit einer CTG-Untersuchung und/oder einen Doppler-Ultraschall besonders überwacht.

Wenn Sie Zwillinge erwarten, gelten Sie automatisch als Risikoschwangere und werden in noch kürzeren Abständen untersucht. Weil es im Bauch schon extrem eng geworden ist, kommen Zwillinge meist früher auf die Welt - spontan oder per Kaiserschnitt geholt. Es kann sein, dass aus der Brust manchmal etwas weißliche Flüssigkeit ausläuft. Das ist Kolostrum, die besonders nährstoffreiche Vormilch, die schon in der Schwangerschaft und verstärkt in den ersten Tagen nach der Geburt produziert wird. Wenn sich dadurch Verkrustungen auf Ihren Brustwarzen bilden, lösen Sie diese mit warmem Wasser. Stilleinlagen im BH sorgen dafür, dass Ihre Kleidung keine Flecken bekommt.

 

Gut zu wissen

Die Nabelschnur besteht aus drei Blutgefäßen (zwei Arterien und eine Vene), die durch eine gallertige Umhüllung gegen Druck und Abknickung geschützt sind. Dennoch kann es gelegentlich zu Notfallsituationen kommen, wenn unter der Geburt ein fester Knoten entsteht. Problematisch kann es werden, wenn ein Teil der Nabelschnur vorausgeht und durch den Druck des kindlichen Köpfchens oder anderer Kindsteile abgeklemmt wird, wie dies z. B. beim massiven vorzeitigen Blasensprung passieren kann. Das Kind könnte in Sauerstoffnot geraten und muss möglichst schnell auf die Welt geholt werden.

Normalerweise wird die Nabelschnur zusammen mit der Plazenta nach der Geburt „entsorgt“, also weggeworfen. Da sich aber im Blut der abgetrennten Nabelschnur in hoher Konzentration die sogenannten Stammzellen befinden, die man z. B. bei der Behandlung von bestimmten Krankheiten wie der Leukämie einsetzen kann, versucht man heutzutage oft, das sogenannte Nabelschnurrestblut nach der Geburt zu gewinnen und aufzubewahren. Falls ein Krankenhaus dies anbietet, werden die Eltern um eine schriftliche Einwilligung gebeten, ob sie der Blutentnahme zustimmen. Eine andere Möglichkeit ist die Einlagerung der Stammzellen Ihres Kindes in einer privaten Nabelschnurblutbank.

 

 

 

32. Schwangerschaftswoche (SSW 32)

Die Bewegungen Ihres Kindes sind trotz der Enge noch kräftig und deutlich zu spüren, allerdings langsamer und gemächlicher, so als wollte es sich strecken. Oft sind sie sogar von außen zu sehen, wenn sich plötzlich Ihre Kleidung vorwölbt. Wichtig ist es, dass Sie jede größere Veränderung im Bewegungsmuster Ihres Kindes Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin mitzuteilen. 90 Prozent aller Kinder liegen jetzt schon mit dem Kopf nach unten. Die Fingernägel sind ausgewachsen und bedecken das Nagelbett. Das Kopfhaar ist recht dicht; bei manchen Kindern ist sogar im Ultraschall ein Haarschopf zu sehen. Die meisten Kinder nehmen ab jetzt zwischen 150 und 200 g pro Woche an Gewicht zu und haben ein Gewicht von ca. 1800 g, während der Kopfdurchmesser ca. 78 bis 90 mm beträgt. In dieser Woche wird ein Bluttest auf Hepatitis B (Gelbsucht) durchgeführt. Schwangere, die sich vielleicht sogar unbemerkt einmal mit dem Hepatitis-Virus angesteckt haben, können so entdeckt werden. Während der Schwangerschaft ist das noch kein Risiko, aber bei der Geburt kann sich das Baby anstecken und schwer erkranken.

 

Haben Sie schon die Erstausstattung für Ihr Kind?

Sie brauchen: viele Windeln (zwischen sechs und zehn Stück pro Tag), eine Wickelkommode oder eine Wickelunterlage, Feuchttücher, Wundschutzcreme,  Babyshampoo und Körperlotion, eine Baby-Badewanne, eine Wiege oder ein Bettchen, einen Schlafsack, einen Kinderwagen, eine Tragehilfe, einen Auto-Sicherheitssitz etc.