Startseite  |  Sitemap  |  Impressum  |  Kontakt

Schwangerundkind.de wird wissenschaftlich beraten

PHILIPS AVENT

Wissenschaftlicher Austausch mit
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.

Besuchen Sie die
Stiftung Kindergesundheit

Impfungen im Überblick



Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

Die spektakulärsten Erfolge hat die Medizin nicht mit Medikamenten erzielt, die bereits bestehende Krankheiten bekämpfen, sondern mit Mitteln, die das Ausbrechen der Krankheit von vornherein verhindern: mit Impfungen.

Sie haben unzählige Menschen vor Infektionskrankheiten geschützt und zählen zu den effektivsten und kostengünstigsten vorbeugenden Maßnahmen der modernen Medizin. 

Impfungen bieten einen grundlegenden Gesundheitsschutz.

 

 

 

 

 

Der jährlich neu veröffentlichte Impfkalender für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene gibt Ihnen einen Überblick über die empfohlenen Standardimpfungen.

Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, sind Kombinationsimpfstoffe zu empfehlen. Zur gleichzeitigen Gabe von Impfstoffen sind die Angaben der Hersteller zu beachten. Der Zeitpunkt der empfohlenen Impfungen wird in Monaten und Jahren angegeben. Die Impfungen sollten zum frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen.

 

Für einen dauernden Impfschutz ist es von besonderer Bedeutung bei der Grundimmunisierung die empfohlenen Mindestabstände zwischen vorletzter under letzter Impfung nicht zu unterschreiten. Dies sind in der Regel 6 Wochen.

Unabhängig von den in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Impfterminen sollten, wann immer eine Arztkonsultation erfolgt, die Impfdokumentation überprüft und fehlende Impfungen nachgeholt werden.

 

In der frühen Kindheit besteht eine besondere Gefährdung. Aus diesem Grund sollten empfohlene Impfungen für Säuglinge als Grundimmunisierung möglichst frühzeitig durchgeführt und bis zum Alter von 14 bzw. 23 Monaten abgeschlossen sein. 

 

Die nachfolgenden Impfkalender für Säunglinge und Kleinkinder (Tabelle1) sowie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Tabelle 2) umfassen  Impfungen zum Schutz vor:

  • Tetanus (T)
  • Diphtherie (D/d)
  • Pertussis (aP/ap) (Keuchhusten)
  • Haemophilus influenza Typ b (Hib)
  • Poliomyelitis (IPV)
  • Hepatits B (HB) (Kinderlähmung)
  • Pneumokokken
  • Meningokokken
  • Masern, Mumps, Röteln (MMR)
  • Varizellen (Windpocken)
  • humane Papillomaviren (HPV)
  • Influenza (Grippe)

Erläuterungen
G Grundimmunisierung (in bis zu 4 Teilimpfungen G1 - G4)
A Auffrischung
S Standardimpfung
N Nachholimpfung (Grundimmunisierung alle noch nicht Geimpften bzw. Komplettierung einer unvollständigen Impfung)




Tabelle 1
Impfkalender (Standardimpfungen) für Säuglinge und Kleinkinder bis 2 Jahre
Impfung Alter in Monaten
  2 3 4 11 - 14 15 - 23
Tetanus G1 G2 G3 G4  
Diphtherie G1 G2 G3 G4  
Pertussis (Keuchhusten) G1 G2 G3 G4  
Haemophilus influenzae Typ b G1 G2 a) G3 G4  
Poliomyelitis (Kinderlähmung) G1 G2 a) G3 G4  
Hepatitis B G1 G2 a) G3 G4  
Pneumokokken G1 G2 G3 G4  
Meningokokken   G1 (ab 12 Monaten)
Masern, Mumps, Röteln   G1 G2
Varizellen (Windpocken)   G1 G2

a) Bei Anwendung eines monovalenten Impfstoffes kann diese Dosis entfallen.



Tabelle 2
Impfkalender (Standardimfpungen) für Kinder ab 5 Jahre, Jugenliche und Erwachsene
Impfung Alter in Jahren
  5 - 6 9 - 11 12 - 17 ab 18 ab 60
Tetanus A1 A2 A (ggf. N) Auffrischimpfungen jeweils 10 Jahre nach der letzten vorangegangenen Dosis. Die nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap- bzw. bei entsprechender Indikation als Tdap-IVP-Kombinationsimpfung.
Diphtherie A1 A2
Pertussis A1 A2
Poliomyelitis   A1

ggf. N

Hepatitis B

N

 
Pneumokokken   S b)
Meningokokken

N

 
Masern, Mumps, Röteln

N

S c)  
Varizellen  

N

 
Influenza   S jährliche Impfung
Humanes Papillomvirus (HPV)   G1 - G3 Standardimfpung für Mädchen und junge Frauen  
b) Einmalige Impfung mit Polysaccharid-Impfstoff, Auffrischimpfung nur für bestimmte Indikationen empfohlen
c) Einmalige Impfung für alle nach 1970 geborenenPersonen >18 Jahren mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Imfpung in der Kindheit, vorzugsweise mit einem MMR-Impfstoff


Diphtherie (D/d):

Ab einem Alter von 5 - 6 Jahren (je nach Angabe des Herstellers) wird bei Auffrischimpfungen und zur Grundimmunisierung ein Impfstoff mit reduziertem Diphtherietoxid-Gehalt (d) verwendet, in der Regel kombiniert mit Tetanustoxid und Pertussis oder weiteren indizierten Antigenen.

 

Haemophilus influenzae Typ b (Hib):

Ab einem Alter von 5 Jahren ist eine Hib-Impfung nur in Ausnahmefällen indiziert.

Für die einzelnen Impfungen der Grundimmunisierungvsollte – wenn möglich – ein Impfstoff mit gleichem Trägerprotein verwendet werden.

 

Hepatitis B (HB):

Eine Wiederimpfung 10 Jahre nach Impfung im Säuglingsalter ist derzeit für Kinder und Jugendliche, die keiner Risikiogruppe angehören, nicht generell empfohlen.

 

HPV (Humane Papillomaviren - eine neue Standardimpfung für Mädchen):

Auszüge /Zitate aus dem Epidemiologisches Bulletin Nr. 30, 2011 Robert-Koch-Institut:

"Die STIKO empfiehlt zur Reduktion der Krankheitslast durch den Gebärmutterhalskrebs die Einführung einer generellen Impfung gegen humane Papillomaviren (Typen HPV 16, 18) für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Impfung mit 3 Dosen sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Die genaue Dauer der Immunität nach Verabreichung aller Impfstoffdosen ist derzeit noch nicht bekannt. Es konnten stabile Antikörpertiter nach 3 Dosen der Impfung für etwa 5 Jahre nachgewiesen werden.

Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht beantwortet werden.

Frauen, die innerhalb des von der STIKO empfohlen Zeitraumes (Alter 12–17 Jahre) keine Impfung gegen HPV erhalten haben, können ebenfalls von einer Impfung gegen HPV profitieren. Es liegt in der Verantwortung des betreuenden Arztes, nach individueller Prüfung von Nutzen und Risiko der Impfung seine Patientinnen auf der Basis der Impfstoffzulassung darauf hinzuweisen.

Geimpfte Personen sind darauf hinzuweisen, dass die Impfung mit einem Impfstoff gegen humane Papillomaviren gegen die Typen 16 und 18 nicht gegen Infektionen mit anderen Typen schützt und dass deshalb die Früherkennungsmaßnahmen zum Gebärmutterhalskrebs unverändert in Anspruch genommen werden müssen."

Zur gleichzeitigen Gabe mit anderen Impfstoffen verweist die STIKO auf die jeweiligen Fachinformationen.

 

Masern, Mumps, Röteln (MMR):

Im Alter von 11 - 14 Monaten sollte diese Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff durchgeführt werden. Bis zum Ende des 2. Lebensjahres findet dann auch die zweite Impfung statt, um auch Kinder, die auf die erste Impfung nicht angesprochen haben, zu schützen und so die Immunitätslücken zu schließen.

 

Sollte das Kind in einer Kindereinrichtung untergebracht werden, ist eine Impfung auch vor dem 12. Lebensmonat (nicht jedoch vor dem 9. Lebensmonat) möglich, wobei die Nachimpfung dann gleich zu Beginn des 2. Lebensjahres durchgeführt werden muss, da persistierende maternale Antikörper im 1. Lebensjahr die Impfviren neutralisieren könnten.

In folgenden Situationen kann die erste MMR-Impfung unter Berücksichtigung der mütterlichen Immunität und der gegebenen epidemiologischen Situation bereits ab einem Alter von 9 Monaten erfolgen:

  • bevorstehende Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung,
  • nach möglichem Kontakt zu Masernkranken

 

Für eine Impfung gegen MMR bei Säuglingen unter 9 Monaten fehlen aussagekräftige Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit. 

 

Meningokokken:

Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C mit einem konjugierten Meningokokken-C-Impfstoff für alle Kinder im 2. Lebensjahr zum frühestmöglichen Zeitpunkt.

Die Grundimmunisierung von Kindern im 2. Lebensjahr gegen Meningokokken erfolgt mit einer Impfstoff-Dosis.

Zur gleichzeitigen Gabe mit anderen Impfstoffen verweist die STIKO auf die jeweiligen Fachinformationen.

Primäres Impfziel ist es, die Morbidität invasiver Meningokokken-Erkrankungen der Serogruppe C und die resultierenden Folgen wie Hospitalisierung, schwere Komplikationen, Behinderung und Tod zu reduzieren.

 

Pertussis (aP) (Keuchhusten):

Die Grundimmunisierung der Säuglinge und Kleinkinder beginnt bereits unmittelbar nach Vollendung des 2. Lebensmonats und sollte dann zeitgerecht fortgeführt werden. Empfohlen werden je eine Impfung mit einem Impfstoff, der Pertussis-Antigene (aP/ap) enthält, im Alter von 2, 3 und 4 Monaten, eine weitere Impfung im Alter zwischen 11 und 14 Monaten.

Auffrischung sind mit 5 bis 6 Jahren und 9 und 17 Jahren empfohlen. Ab diesem Alter werden Impfstoffe mit einem reduziertem Pertussis-Antigengehalt (Tdap oder Tdap-IVP) verwendet.

 

Für alle Erwachsenen empfiehlt die STIKO die nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap-Kombinationsimpfung zu verabreichen (bei entsprechender Indikation als Tdap-IPVKombinationsimpfung). Da ein monovalenter Pertussis-Impfstoff nicht mehr zur Verfügung steht, wird die Gabe von Kombinationsimpfstoffen zu den jeweiligen Impfterminen empfohlen. Bei bestehender Indikation zur Pertussisimpfung kann ein Tdap-Kombinationsimpfstoff verwendet werden, auch wenn in einem Zeitraum von weniger als 5 Jahren zuvor ein Td-haltiger Impfstoff verimpft worden ist.

Eine Impfung sollte möglichst nicht früher als 5 Jahre nach der zuletzt verabreichten Dosis (TD,Td) erfolgen, um das vermehrte Auftreten unerwünschter Lokalreaktionen zu minimieren.

Im Zusammenhang mit erkannten Pertussis-Häufungen kann auch bei vollständig geimpften Kindern und Jugendlichen mit engem Kontakt zu Erkrankten im Haushalt oder Gemeinschaftseinrichtungen eine Impfung erwogen werden, wenn die letzte Impfung länger als 5 Jahre zurückliegt.

Speziell vor Geburt eines Kindes bzw. für Frauen im gebärfähigen Alter sollte überprüft werden, ob ein adäquater Immunschutz (Impfung innerhalb der vergangenen 10 Jahre) gegen Pertussis für enge Haushaltskontaktpersonen und Betreuer des Neugeborenen (s. Tabelle 2, S. 289 u. 290) besteht.

Dieser sollte ggf. mit einem Kombinationsimpfstoff (Tdap) unter Berücksichtigung der Indikation der anderen im Impfstoff enthaltenen Antigene aktualisiert werden.

Jede Auffrischung mit Td (auch im Verletzungsfall) sollte Anlass sein, eine mögliche Indikation einer Pertussis-Impfung zu überprüfen und ggf. einen Kommbinationsimpfstoff (Tdap) einzusetzten.

 

Pneumokokken:

Die Grundimmunisierung gegen Pneumokokken mit einem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff soll zum frühestmöglichen Zeitpunkt (für alle Kinder bis 24 Moante) erfolgen, in der Regel zugleich mit den anderen im Säuglingsalter empfohlenen Impfungen. 

Als Standardimpfung wird die einmalige Impfung gegen Pneumokokken mit einem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff bei Personen > 60 Jahren empfohlen. Wiederholungsimpfungen im Abstand von 5 Jahren sollten nur bei bestimmten Indikationen erfolgen.

 

Poliomyelitis (IPV) (Kinderlähmung):

Zum Schutz vor Poliomyelitis wird heute ein zu injizierender Impfstoff (IPV = inaktivierte Polio-Vakzine) empfohlen. Eine Auffrischung erfolgt dann im Alter von 9 - 17 Jahren mit einem Impfstoff, der IPV enthält.

 

Varizellen (Windpocken):

Die 1. Dosis der Impfung gegen Varizellen wird in der Regel im Alter von 11 bis 14 Monaten durchgeführt, simultan mit der 1. MMR-Impfung oder frühestens 4 Wochen nach dieser.

Es kann auch ein MMR-Varizellen (MMRV)-Kombinationsimpfstoff angewendet werden. Die 2. Dosis Varizellenimpfstoff sollte im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Der Mindestabstand zwischen zwei Dosen Varizellen- bzw. MMRV-Impfstoff sollte 4 bis 6 Wochen betragen in Abhängigkeit des verwendeten Impfstoffproduktes (bitte Fachinformation beachten).

 

 

Hinweise zu Indikationsimpfungen - für Risikogruppen bei individuell erhöhtem Expositions-, Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko:

 

FSME (Frühsommermeningoenzephalitis):

FSME-Erkrankungen verlaufen bei Kinder i.d.R. leichter als bei Erwachsenen, meistens als Meningitis (selten als Enzephalitis). Bei einer Impfung für unter 3 Jahren wird eine besonders sorgfältige Indikationsstellung empfohlen.

 

FSME-Risikogebiete in Deutschland in der Saison: April bis November:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
    (außer dem größten Teil Schwabens und dem westlichen Teil Oberbayerns)
  • Hessen
    (
    Landkreise Odenwald, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Marburg-Biedenkopf, Groß-Gerau, Lk und SK Offenbach, Main-Kinzig-Kreis und der Stadtkreis Darmstadt)
  • Rheinland-Pfalz
    (
    Landkreis Birkenfeld)
  • Thüringen
    (Landkreise Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Hildburghausen und die Stadtkreise Jena und Gera)

 

Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt/Hausarzt über einen eventuell notwendigen FSME-Impfschutz beraten. Falls Ihr Wohnort in einem als Risikogebiet ausgewiesenen Landkreis liegt, übernehmen die Krankenkassen normalerweise die Kosten für die FSME-Impfung.

 

Influenza (Grippe):

Als jährliche Impfung im Herbst (mit einem Impfstoff mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination) ist diese Impfung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu empfehlen, die infolge eines Grundleidens, wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inkl. Asthma und COPD), chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit T- und/oder B-zelluärer Restfunktion oder HIV-Infektion gesundheitlich verstärkt gefährdet sind.

Als Standardimpfung gilt die Influenza-Impfung für alle Personen über 60 Jahre sowie für das medizinische Personal im Allgemeinen.

Die Imfpung wird empfohlen für alle Schwangeren ab 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon sowie für chronische neurologische Krankheiten, z. B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben.

Auch wenn Epidemien auftreten oder zu befürchten sind, können flächendeckende Impfungen gegen Influenza sinnvoll sein.

 

Meningokokken-Infektionen (Gruppen A, C, W135, Y):

Diese Impfung sollte bei gesundheitlich besonders gefährdeten Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion durchgeführt werden.

Bei Kindern unter 2 Jahren wird ein konjugierter MenC-Impfstoff (der ausschließlich gegen Meningokokken der Gruppe C schützt), nach dem vollendeten 2. Lebensjahr im Abstand von 6 - 12 Monaten ein 4-valenter Polysaccharid-Impfstoff (PS-Impfstoff) empfohlen.

Mindestabstand von 2 Monaten beachten.

Bei Personen nach dem vollendeten 2. Lebensjahr wird mit konjugiertem MenC-Impfstoff geimpft, im Abstand von 6 Monaten dann gefolgt von einer Impfung mit einem 4-valenten PS-Impfstoff.Mindestabstand von 2 Monaten beachten.

Ab einem Alter von 11 Jahren erfolgt die Impfung mit 4-valentem Konjugatimpfstoff.

Als Impfung aufgrund von Reisen wird diese Impfung insbesondere auch Schülern und Studenten empfohlen, die sich längere Zeit "in Länder mit empfohlener allgemeiner Impfung" (z. B. Schulaufenthalt in Großbritannien) aufhalten.

Ferner kann die Gesundheitsbehörde bei einer regionalen Häufung der Meningokokken-Infektion eine entsprechende Impfempfehlung aussprechen.

 

Pertussis (Keuchhusten):

Sollte kein adäquater Immunschutz vorhanden sein, sollten Frauen im gebärfähigem Alter sowie enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (z. B. Tagesmütter, Babysitter) spätestens 4 Wochen vor Geburt des Kindes eine Dosis Pertussis-Impfstoff erhalten.

Hinweis: Ist die Impfung nicht vor der Konzeption vorgenommen, sollte die Mutter bevorzugt nach der Geburt des Kindes geimpft werden.

 

Pneumokokken-Krankheiten:

Auch hier wird eine Indikationsimpfung bei Kindern (ab dem vollendeten 2. Lebensjahr), Jugendlichen und Erwachsenen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung empfohlen:

Infolge einer Grundkrankheit:

  • Angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion, wie z.B.: Hypogammaglobulinaemie, Komplement- und Properdindefekte, bei funktioneller oder anatomischer Asplenie, bei Sichelzellenanaemie, bei Krankheiten der blutbildenden Organe, bei neoplastischen Krankheiten, bei HIV-Infektionen, nach Knochenmarktransplantation.
  • Chronische Krankheiten, wie z. B.: Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krankheiten der Atmungsorgane (inkl. Asthma und COPD), Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische Nierenkrankheiten / nephrotisches Syndrom, Liquorfistel, vor Organtransplantationen, vor einer immunsuppressiven Therapie.
  • Diese Impfung wird auch empfohlen bei Frühgeborenen (vor vollendeter 37. Schwangerschaftswoche), für Kinder mit einem niedrigen Geburtsgewicht (<2500g) und für Säuglinge und Kinder mit Gedeihstörungen und neurologischen Erkrankungen, z. B. Zerebralparesen oder Anfallsleiden.

Gefährdete Kleinkinder (vom vollendeten 2. Lebensjahr bis zum vollendeten 5. Lebensjahr) erhalten eine Impfung mit Pneumokokken-Konjugatimpfstoff.

 

Varizellen (Windpocken):

Als Indikationsimpfung empfohlen für seronegative Frauen mit Kinderwunsch, seronegative Patienten vor geplanter immunsuppressiver Therapie oder Organtransplantation, seronegative Patienten unter immunsuppressiver Therapie, seronegative Patienten mit Leukämie, empfängliche Patienten mit schwerer Neurodermitis.

 

Kombinationsimpfstoffe sind zu bevorzugen, um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten. Impfstoffe mit unterschiedlichen Antigenkombinationen von D/d, T, aP/ap, HB, Hib, IPV sind verfügbar. Bei Verwendung von Kombinationsimpfstoffen sind die Angaben des Herstellers zum Impfalter und zu den Impfabständen zu beachten.

Abweichungen vom empfohlenen Impfalter sind natürlich möglich, manchmal auch notwendig. Wichtig ist es, die für den Aufbau eines Impfschutzes notwendigen Zeitabstände zwischen den Impfungen zu berücksichtigen.

 

Zusätzliche Hinweise:

Pneumokokken können lokale begrenzte Infektionen verursachen, etwa Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder Lungenentzündungen. Für Säuglinge und Kleinkinder besonders bedrohlich sind invasive Infektionen, wenn der Erreger über das Blut auch andere Organe befällt oder eine Hirnhautentzündung verursacht (Meningitis). Die Häufigkeit ist stark altersabhängig und weist Gipfel in den ersten beiden Lebensjahren sowie bei älteren Personen auf (daher empfiehlt die STIKO auch schon seit längerem allen Personen über 60 Jahren eine Pneumokokken-Impfung mit einem so genannten Polysaccharid-Impfstoff). Bei Kindern unter fünf Jahren treten pro Jahr etwa 970 invasive Pneumokokken-Erkrankungen auf, von denen 680 durch die im Impfstoff enthaltenen Varianten verursacht werden.

Die STIKO empfiehlt für den Pneumokokken-Schutz der unter zwei Jahre alten Kinder einen Konjugat-Impfstoff, der einen länger anhaltenden Schutz hervorruft. Für einen vollständigen Impfschutz sind vier Impfungen zeitgleich mit den anderen im Säuglingsalter empfohlenen Impfungen bis zum vollendeten 11. bis 14. Lebensmonat vorgesehen.

 

Meningokokken (Neisseria meningitidis) können eine Blutvergiftung (Sepsis) oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen, die manchmal binnen weniger Stunden zum Tode führt. Dem RKI werden jährlich etwa 700 invasive Meningokokken-Erkrankungen gemeldet, davon werden etwa 175 Erkrankungen durch den Typ ausgelöst, gegen den sich der Impfstoff richtet (Serogruppe C). Die Impfung ist mit einer Dosis ab dem vollendeten 12. Lebensmonat empfohlen. Bislang war die Meningokokken-Impfung nur bei bestimmten Vorerkrankungen empfohlen worden.

 

Kontraindikationen

Sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene akut behandlungsbedürftig erkrankt, sollten anstehende Impfungen frühestens 2 Wochen nach der Genesung durchgeführt werden.

Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffes können Impfhindernisse sein, wie z.B. Neomycin und Streptomycin sowie (selten) Hühnereiweiß.

 

Bei angeborenen oder erworbenen Immundefekten sollte der behandelnde Facharzt vor einer Imfpung konsultiert werden. Eine serologische Kontrolle des Impferfolges ist empfehlenswert.

 

Unsere Tipps:

Grundsätzlich ist der Kinderarzt in Deutschland für die Impfaufklärung und Beratung zuständig. Deshalb sollten Sie jeden Besuch beim Arzt nutzen, den Impfpass Ihres Kindes überprüfen zu lassen und ggf. fehlende Impfungen nachzuholen. Planen Sie eine Reise in ferne Länder? Dann denken Sie rechtzeitig auch an notwendige und empfohlene Indikationsimpfungen wie z.B. Hepatitis A. Hier gibt es internationale Gesundheitsvorschriften (z. B. Gelbfieber-Impfung).

 

Quelle: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission [STIKO] am Robert-Koch-Institut / Stand: Juli 2011, Epidemiologisches Bulletin Nr. 30.

http://www.rki.de