Die erste Woche

In der ersten Lebenswoche verliert das Baby bis zu 10 Prozent seines Geburtsgewichts. Dieses Gewicht wird innerhalb von 2 bis 3 Wochen wieder aufgeholt. Ein Neugeborenes braucht viel Ruhe und schläft durchschnittlich 12 bis 18 Stunden über den Tag und die Nacht verteilt.

 

Die Motorische Entwicklung

Wenn Sie Ihr Kind auf Rücken legen, so sind Arme und Beine gebeugt, der Kopf liegt auf der Seite. Seine Bewegungen sind noch unwillkürlich und stoßartig. Berührt man seine Handflächen mit dem Finger, so schließen sich seine Finger und der Daumen mit dem Greifreflex um Ihren Finger.

 

Der Geschmacks- und Geruchssinn sind gut ausgebildet Es erkennt nach kurzer Zeit seine Mutter am Körpergeruch und reagiert mit Gesichtsverziehen auf Bitteres oder Saures.

 

Immer im Blick

Entfernungen kann Ihr Baby in nah und weit unterscheiden. Alles was weiter als eine Armlänge entfernt ist, sehen sie nur verschwommen. Der Nahbereich bis ca. 30 cm, also die Distanz zwischen dem Elterngesicht und den Babyaugen beim Füttern und Tragen, ist dagegen recht scharf.

Neugeborene können schon verschiedene Farben wahrnehmen. Allerdings reagieren Sie in den nächsten Wochen am besten auf starke Kontraste wie Schachbrettmuster. Das attraktivste Bild ist für Neugeborene aber das menschliche Gesicht.

In wissenschaftichen Untersuchungen beobachtete man, dass Babys am längsten Smilies und kreisförmige Muster mit zwei Augenpunkten fixieren. Als erstes Spielzeug eignet sich deshalb alles, was wegen seiner starken Kontraste zum Ansehen verleitet, z. B. ein Mobile oder einfache Bilderbuchzeichnungen. Auch sein eigenes Spiegelbild ist schon faszinierend.

 

Schon in der ersten Lebenswoche kann ein Baby Gesichter verschiedener Personen unterscheiden und imitieren. Halten Sie Ihr Gesicht also so oft wie möglich nah an sein kleines Gesicht, umso schneller lernen Sie sch kennen! Wenn Sie ihm oft genug bestimmte kleine Bewegungen (Zunge herausstrecken, Augenbrauen hochziehen, Nase rümpfen) ganz nah zeigen, wird es sie bald schon nachmachen.

 

Kommunikation bedeutet bei Neugeborenen zu Beginn: Schreien. Forscher nennen das „aktive Wachphase“ im Gegensatz zur „ruhigen Wachphase“, die noch etwas seltener ist. Diese stillen Momente sind zum Lernen da.

Ihr Kind nimmt rasend schnell soviel Neues auf. Nutzen Sie diese Phasen, mit Ihrem Baby intensiv Kontakt aufzunehmen und sich besser kennen zu lernen. Sprechen Sie mit ihm, singen Sie ihm etwas vor, machen Sie einen Spaziergang durchs Haus und zeigen Sie ihm die Bilder an Ihren Wänden.

 

Neben dem Schlafen ist die Nahrungsaufnahme ist die wichtigste Beschäftigung. In den ersten Wochen ist ein Neugeborenes alle zwei bis drei Stunden hungrig. Bis sich ein Wach-, Schlafrhythmus findet dauert es noch eine Weile. Erst am Ende des ersten Monats haben Babys einen mehr oder weniger regelmässigen Schlaf- und Trinkrhythmus.

 

Neugeborene passen sich an ihre plötzlich so unbegrenzt weite Umwelt langsam an, aber immer noch haben es die meisten gerne, wenn sie eng in eine Decke gewickelt gehalten, getragen und geschaukelt werden. Berührung ist für sie beruhigend, sei es durch Massage, Schmusen oder Streicheln.

 

 

Die zweite Woche

Das Leben zu Hause spielt sich so langsam ein. Noch ist alles ziemlich neu, und als frischgebackene Eltern müssen Sie sich in dieser Rolle erst zurechtfinden und so Einiges neu organisieren.

Ihr Baby beansprucht Sie vor allem in den ersten Wochen voll und ganz. Und wenn es Ihnen eine kurze Pause gönnt, sollten Sie ein Verwöhnprogramm für sich selbst einschalten: Mit einem Nickerchen, ein paar Entspannungsübungen, etwas Rückbildungsgymnastik ...

 

Wenn Ihr Baby nach den Mahlzeiten satt ist oder eine sanfte Stimme hört, lächelt es gelegentlich schon. Dieses „Engelslächeln“ erfolgt noch ganz unbewusst und gar nicht zielgerichtet – aber es verstärkt unsere Zuneigung und weckt den "Beschützerinstinkt". 

 

Saugen und Händchenkauen sind zur Zeit seine Hauptaktivitäten. Der angeborene Greifreflex ist sehr stark ausgeprägt, während das Baby seinen „Laufreflex“ verliert: Wird es auf die Füsse gestellt, sackt es zusammen.

 

In Bauchlage versucht Ihr Baby für einen Moment sein Köpfchen anzuheben und auf die Seite zu legen. Die Arme und Beine werden noch immer unkoordiniert und ruckartig bewegt. Bis zum Ende des Monats gewinnt es mehr Kontrolle über seine Muskulatur und die Bewegungen werden fliessender.

 

Das Baby kann schon wenige Kehlkopflaute unwillkürlich hervorbringen und beunruhigt manchmal die Eltern durch schnorchelnde Atemgeräusche, vor allem nachts. Das ist durch einen zu weichen Kehlkopfdeckel bedingt und harmlos.

 

Wenn Sie Ihr Kind stillen, kann es durchaus am Anfang Schwierigkeiten geben. Wenn viele Babys ständig nach der Brust verlangen und gleich nach dem Stillen schon wieder schreien, interpretieren die Eltern dies als Zeichen für ungestillten Hunger. Doch Babys nehmen sich das, was sie brauchen, und es sind eher die zu ruhigen Babys, die zu wenig bekommen.

In den ersten drei Wochen gilt achtmal Stillen pro 24 Stunden als normaler Durchschnitt. Lassen Sie sich auf keinen Fall entmutigen, sondern suchen Sie Hilfe bei einer Hebamme oder einer Stillberatung.

 

Schreien hat nicht immer etwas mit Hunger zu tun. Natürlich beruhigt sich Ihr Kind, wenn Sie es anlegen. Doch wenn Sie merken, dass es gar nicht trinkt, sondern nur nuckeln will, sollten Sie es anderweitig beruhigen. Sonst wird Ihre Brustwarze wund.

 

Bieten Sie ihm lieber einen Schnuller / Sauger an oder beschäftigen Sie sich liebevoll mit ihm. Bald haben Sie schon ein gutes Gefühl dafür, was Ihr Baby Ihnen mitteilen will. Wenn Ihr Baby Koliken hat, hilft es ihm sicher, wenn Sie es im Fliegergriff (mit seinem Bauch auf Ihrer Hand) herumtragen. 

Es ist gut, wenn Sie viel Ruhe haben und sich eine gewisse Regelmäßigkeit der Abläufe schaffen.

 

 

Die dritte Woche

In den ersten drei Lebensmonaten beträgt die wöchentliche Gewichtszunahme Ihres Babys zwischen 150 und 200 g. Mit fünf Monaten hat Ihr Baby sein Geburtsgewicht mit hoher Wahrscheinlichkeit verdoppelt.

 

Der Nabelschnur-Rest sollte inzwischen eingetrocknet und die Nabelwunde verheilt sein. Jetzt können Sie Ihr Kind baden. 

Die Körperbewegungen Ihres Babys sind noch immer recht ziellos. Hat es etwas ergriffen, z. B. Ihren Finger, führt es ihn aber unwillkürlich zum Mund. Das Gleiche geschieht auch schon bald mit der eigenen Hand.

 

Damit Ihr Kind seine Umgebung erfahren kann und seine Verdauung angeregt wird, versuchen Sie ab und zu ein paar einfache Turnübungen, nur wenige Minuten lang. Zum Beispiel können Sie seine Händchen greifen und vor seiner Brust bewegen, oder seine Beinchen bewegen. Auf dem Wickeltisch können Sie es langsam über eine Seite bis in die Bauchlage und zurück rollen. Ihr Baby sollte dabei gut gelaunt mitmachen.

 

Intensiver Sprechkontakt ist wichtig für Ihr Baby, auch wenn es Ihnen noch nicht antworten kann. Sprechen und singen Sie ihm etwas vor, dann fühlt es sich geborgen und behütet. Wenn Sie mit ihm reden, werden Sie merken, dass Sie fast instinktiv in einem helleren, freundlichen Tonfall sprechen und leicht in „Babysprache“ verfallen. Das ist überhaupt nicht lächerlich, sondern hat sogar einen guten Grund: Höhere Töne empfinden Babys als angenehm, und die Wiederholung kurzer Silben („la-la-la“, „ei-ei-ei“) hilft ihnen, sich diese „Worte“ einzuprägen.

Das erste halbe Lebensjahr ist für die Sprachentwicklung Ihres Kindes entscheidend, auch wenn es wahrscheinlich erst nach seinem ersten Geburtstag ein verständliches Wort sprechen wird.

 

Im Schlaf hat Ihr Baby nun schon eine gestrecktere, freiere Haltung und deshalb sollten Sie es besser in der Rückenlage hinlegen. Dadurch und durch andere Maßnahmen wird deutlich das Risiko für den gefürchteten plötzlichen Kindstod (SIDS) vermindert. Achten Sie auch darauf, dass es beim Schlafen nicht zu warm angezogen ist. 

 

Wenn es das Wetter zulässt und Ihr Baby wach ist, sind Spaziergänge an der frischen Luft im Park oder an ruhigen Strassen ein wichtiger Punkt im Tagesablauf. Gut schlafen können Babys auch, wenn beruhigende, konstante Geräusche im Hintergrund zu hören sind.

 

 

Die vierte Woche

Ihr Baby kann seinen Kopf zur Seite drehen, ihn in Bauchlage einige Sekunden hochhalten, Arme, Beine und Füsse beugen. Seine Gesichtszüge glätten sich. Es kann sein, dass es lächelt, wenn es sich wohlfühlt und dabei schon die ersten Laute ausstoßen.

 

In den kommenden Wochen wird es immer mehr Freude daran haben, seinem eigenen Gebrabbel zuzuhören. Freuen Sie sich mit ihm, denn dann wissen Sie, dass es ihm gut geht. Unzufriedene Babys „sprechen“ nicht! Klare Silben werden aber erst ab dem vierten Monat herauszuhören sein.

 

Mit seinen Augen versucht Ihr Baby schon, sich mit seinen Augen auf einen Punkt zu konzentrieren. Ein Mobile über dem Bett oder Wickeltisch kann es jetzt für kurze Zeit fixieren und fasziniert verfolgen. Das schärft seine neugierigen Augen. 

 

Meistens sind Babys in den Abendstunden, zwischen 18 und 24 Uhr schwer zu beruhigen - in dieser Zeit schreien sie viel. Dieses Schreien drückt Empfindungen aus: Hunger, Schmerz, Überreizung, Angst oder Unwohlsein, wobei der häfuigste Grund der Hunger ist. Versuche haben gezeigt, dass sich hungrige Babys mit einem Sauger (Schnuller), Tee, Fruchtsaft oder Wasser, selbst wenn Zucker zugesetzt wurde, nicht beruhigen lassen.

 

Wirklich satt?

Wenn Sie stillen können Sie schwer einschätzen, wie viel ihr Kind getrunken hat. Vertrauen Sie darauf, dass sich die Milchproduktion der Nachfrage anpasst. Wöchentliches oder sogar tägliches Wiegen ist völlig unnötig, solange Ihr Baby einen zufriedenen Eindruck macht und es keine deutlichen Zeichen von Gewichtsabnahme gibt, wie z. B. Unleidlichkeit, trockene Windeln und eingesunkene Fontanelle.

 

Nach dem ersten Lebensmonat ist die nächste kinderärztliche Vorsorgeuntersuchung notwendig. 

Der Kinderarzt wird Ihr Baby dann messen und wiegen, also der Wachstumsverlauf beurteilt.

Ferner wird untersucht ob:

  • Ihr Kind gut hört,
  • Herzfrequenz und Reflexe stimmen,
  • etwas beim Abtasten der Organe auffällt
  • ob Ihr Baby in der Bauchlage schon für kurze Zeit den Kopf heben,
  • ob sich die Beinchen in der Hüfte gut bewegen lassen.