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Wichtige Impfungen bei Kinderwunsch

Wenn Sie sich ein Kind wünschen, sollten Sie mindestens drei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft Ihren Impfpass überprüfen lassen. Fehlende Impfungen können so rechtzeitig nachgeholt werden. Während einer Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass Viren und Bakterien von der Mutter über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen. Dies kann zu Schädigungen des Kindes oder zu Fehlgeburten, Totgeburten oder Frühgeburten führen.

Für folgende Impfungen sollte ein ausreichender Schutz bestehen:

  • Tetanus und Diphterie,
  • Mumps, Masern und Röteln
  • Windpocken
  • Keuchhusten

 

Impfungen sind aus der Gesundheitsvorsorge heutzutage nicht mehr wegzudenken. Zu groß ist der Nutzen im Vergleich zum Aufwand. Impfungen sind extrem wirksam, sicher und gut verträglich sind.

Durch eine Impfung wird das Immunsystem für den Ernstfall trainiert.

Dem Körper werden entweder:

  • eine kleine Menge abgeschwächter lebender, vermehrungsfähiger Erreger (Lebendimpfstoff) (z.B. bei der Masern-, Mumps-, Röteln- und Windpocken-Impfung)
  • nur Bruchstücke eines Virus oder Bakteriums (Totimpfstoff) (z.B. bei der Grippe-, der Hepatitis A- oder Hepatitis B-Impfung) oder
  • Spuren eines Toxins (Giftstoff), das die Erreger produzieren (z.B. bei der Diphtherie-Impfung)

durch eine Injektion gegeben.

 

Da das Immunsystem beim ersten Kontakt die verabreichte Substanz noch nicht kennt, produziert es Abwehrstoffe, die so genannten Antikörper. Der Körper durchläuft dann eine Infektion, die deutlich schwächer ist, als die Krankheit selbst. In den meisten Fällen wird sie kaum bemerkt. Dabei werden so genannte Gedächtniszellen produziert, die das Aussehen eines Erregers mehrere Jahre, manche sogar ein Leben lang speichern können. Die Reaktion des Körpers auf einen „Eindringling", bei der Antikörper und Gedächtniszellen gebildet werden, nennt man Immunantwort. Kommt das Immunsystem eines Tages mit den natürlichen Erregern, beispielsweise dem Rötelnvirus oder Humanen Papillomviren, in Kontakt, kann es sehr schnell reagieren und die Erreger unschädlich machen, bevor sie sich stark vermehren und eine Krankheit ausbrechen kann.

 

 

Impfempfehlungen

In Deutschland werden die Impfempfehlungen durch die Ständige Impfkommission des Robert Koch Instituts (STIKO) immer wieder überprüft, aktualisiert, herausgegeben und auch im Internet unter der Adresse www.rki.de veröffentlicht.

Hinweise zu Impfungen und den Impfempfehlungen für Kinder finden Sie auch auf der Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte unter www.kinderaerzte-im-netz.de.

 

 

Tetanus und Diphterie

Die Impfungen für Tetanus und Diphtherie werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder und Erwachsenen empfohlen und müssen regelmäßig aufgefrischt werden.

Für Erwachsene ist die kombinierte Diphterie-Tetanus-Impfung am besten geeignet. Für Reisende und medizinisches Personal, die ein höheres Risiko tragen, sich mit Kinderlähmung zu infizieren ist eine Dreifachkombination aus Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung praktisch.

Zum Auffrischen genügt eine einzelne Impfdosis, auch wenn die letzte Impfung schon länger als 10 Jahre zurückliegt. War die letzte Impfung beispielsweise vor 12 Jahren, hatte man zwar 2 Jahre keinen Impfschutz, der jedoch mit einer einmaligen Auffrischung wieder vorständig hergestellt werden kann.

 

 

Mumps, Masern, Röteln

Masern sind weltweit verbreitet und eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Sie gehören zu den typischen Krankheiten, die - wenn kein Impfschutz vorhanden ist - meist im Kindesalter durchgemacht werden, aber auch Jugendliche und Erwachsene können betroffen sein. Masern sind keineswegs harmlos. In den westlichen Industrieländern führen Masern bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten zu Komplikationen. Die häufigsten Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündungen, im schlimmsten Fall kommt es zu einer lebensgefährlichen Gehirnentzündung (Enzephalitis). Eine durchgemachte Masernerkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Eine Masern-Erkrankung in der Schwangerschaft zieht zwar keine so schwerwiegenden Folgen, wie eine Rötelninfektion nach sich, doch die Rate an Fehl- und Totgeburten und die Sterblichkeit im Säuglingsalter ist erhöht.

 

Wenn Sie selbst keine Masern hatten und weniger als zwei Masernimpfungen erhalten haben, sollten Sie vor einer Schwangerschaft den Immunstatus überprüfen und eventuell eine Impfung vornehmen lassen. Die Impfung mit dem Lebendimpfstoff gegen Masern wird in der Regel in Kombination mit Impfungen gegen Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff), neuerdings auch auch gegen Windpocken, durchgeführt (MMRV-Impfstoff).

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Mumps, im Volksmund auch "Ziegenpeter" genannt, ist eine weltweit verbreitete Virus-Erkrankung. Sie zählt zwar zu den typischen Kinderkrankheiten, aber auch Jugendliche und Erwachsene können daran erkranken. Eine Erkrankung an Mumps wird für erworbene Hörschäden bei Kindern verantwortlich gemacht. Außerdem kann sie bei männlichen Jugendlichen in der Pubertät zu einer Hodenentzündung führen.

Bei einer Mumps-Erkrankung in der Schwangerschaft ist - ebenso wie bei Masern - die Rate an Fehl- und Totgeburten erhöht. Deswegen sollte mindestens drei Monate vor Beginn einer Schwangerschaft der Immunschutz überprüft und eventuell aufgefrischt werden.

Die Impfung mit dem Lebendimpfstoff gegen Mumps wird in Kombination mit Impfungen gegen Masern und Röteln (MMR-Impfstoff), neuerdings auch gegen Windpocken (MMRV-Impfstoff) durchgeführt.

 

Röteln ist eine Infektionskrankheit, die durch das Rötelnvirus hervorgerufen wird, die weltweit sind und durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Am häufigsten erkranken Kinder zwischen 5 und 9 Jahren. Bei ihnen verläuft die Krankheit meist ohne Komplikationen. Doch viele Personen haben keine Rötelnerkrankung in der Kindheit durchgemacht.

Erkrankt eine schwangere Frau an Röteln, kann ihr ungeborenes Kind schwere geistige Schäden und körperliche Fehlbildungen erleiden.

Deshalb ist vorgesehen, dass jede Frau auf Antikörper gegen Röteln untersucht wird.

Alle Frauen im gebärfähigen Alter, besonders Frauen mit Kinderwunsch sollten sich mindestens 3 Monate vor einer Schwangerschaft gegen Röteln impfen lassen, falls keine ausreichende Antikörpermenge im Blut gefunden wurde.

 

Windpocken (Varizellen) sind eine durch Viren ausgelöste und per Tröpfcheninfektion übertragene Erkrankung. Aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit dieser Viren, die auch über einige Meter in der Luft übertragen werden können, wurde die Krankheit „Wind"pocken genannt. Die meisten Kinder erkranken bereits im Vorschulalter. Eine durchgemachte Windpocken-Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Infiziert sich eine Schwangere mit Windpocken, kann das ungeborene Kind schwere Schädigungen davontragen. Das Risiko dafür ist bis zur 21. Schwangerschaftswoche besonders groß. Gefährlich sind Windpocken, wenn sie um den Geburtstermin herum (ca. fünf Tage vor und zwei Tage nach der Geburt) ausbrechen. Ohne Behandlung sterben etwa ein Drittel der Neugeborenen dann innerhalb der ersten drei bis zehn Tage nach der Geburt. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich auch auf Antikörper gegen Windpocken untersuchen und gegebenenfalls impfen lassen. Da es sich bei der Windpockenimpfung um einen Lebendimpfstoff handelt, wird aus Sicherheitsgründen empfohlen, die Impfung möglichst 3 Monate vor einer Schwangerschaft durchzuführen.

Bei versehentlicher Impfung mit Lebendimpfstoffen in einer bestehenden Schwangerschaft wurde bislang jedoch keine Schädigung des Kindes festgestellt.

Und trotzdem: Die Anwendung von Lebendimpfstoffen in einer Schwangerschaft ist nicht erlaubt.

Die Impfung gegen Windpocken kann einzeln, oder bei Erfordernis in Kombination mit den Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln verabreicht werden.

 

Keuchhusten wird durch ein Bakterium hervorgerufen und tritt ebenfalls vor allem im Kindesalter, übertragen durch Tröpfcheninfektion, auf.  Auch im Erwachsenenalter tritt Keuchhusten auf - dann verläuft die Krankheit meisten nicht so schlimm wie bei Kleinkindern oder gar Säuglingen.

Weder die Erkrankung, noch die Impfung hinterlassen eine lebenslange Immunität, was zur Folge haben kann, dass erkrankte Erwachsene Säuglinge anstecken können, die noch keinen Impfschutz haben. Deswegen sollten Frauen mit Kinderwunsch bzw. vor der Geburt eines Kindes überprüfen, ob sie gegen Keuchhusten (Pertussis) geschützt sind. Ein ausreichender Immunschutz ist vorhanden, wenn entweder eine Impfung oder die Erkrankung in den letzten 10 Jahren stattgefunden hat.

Weitere Impfempfehlungen

 

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist nach dem Brustkrebs weltweit die zweithäufigste Krebsart bei Frauen. Der Gebärmutterhals ist die Verbindung zwischen Scheide und Gebärmutter. Dort kann eine Krebserkrankung, ausgelöst durch Humanen Papillomviren, auftreten. Etwa 75 Prozent der Frauen stecken sich durch Sexualkontakte irgendwann in ihrem Leben mit Humanen Papillomviren (HPV) an. Bei ca. 2 bis 3 Prozent entwickelt sich ein so genannter invasiver Tumor, eine bösartige Entartung des Gebärmutterhalsgewebes.

Es besteht jedoch eine viel größere Häufigkeit von Krebsvorstufen und Frühformen, die sich zunächst bilden können. Entsprechend ist die Zahl der Frauen, bei denen - meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren - eine Krebsvorstufe entdeckt wird, etwa 100 mal so hoch wie die Anzahl derer, die tatsächlich Gebärmutterhalskrebs bekommen.

Es sind mehr als 120 Virustypen bekannt, von denen einige Viren (Niedrigrisikotypen) gutartige Feigwaren an den Genitalien bilden können, andere jedoch (Hochrisikotypen) maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sind.

Die meisten Menschen merken nichts von einer Ansteckung, da das Virus keine Beschwerden verursacht.

Seit Oktober 2006 gibt es einen ersten Impfstoff in Deutschland, durch den eine Infektion mit den häufigsten krebsauslösenden Humanen Papillomviren, den Virustypen HPV16 und 18, verhindert wird.

 

Wer soll sich gegen HPV impfen lassen?

Die Viren sind vor allem bei den unter 25-Jährigen sehr weit verbreitet. Aus diesem Grund sollten Mädchen möglichst vor dem Beginn ihrer sexuellen Aktivität geimpft werden. So lässt sich am sichersten verhindern, dass eine Infektion mit HPV16 und 18 erfolgt.

Darüber hinaus empfiehlt sich die ab 2007 erhältliche Impfung (mit drei Injektionen innerhalb eines halben Jahres) auch für Frauen aller Altersstufen, die bereits sexuelle Kontakte hatten. Die Vorteile einer solchen Impfung sind:

  • Schutz vor einer Ansteckung mit potentiell Krebs auslösenden HP-Viren und
  • Verringerung des Risikos, andere Menschen unbewusst mit HPV anzustecken.

 

Die Kosten für diese Impfung werden momentan von den Krankenkasse noch nicht übernommen.

 

Grippe (Influenza) ist eine der häufigsten Erkrankungen der Atemwege des Menschen. Die Infektion wird durch kleinste Tröpfchen ausgelöst und ist hoch ansteckend.

Influenza kann jeden treffen, auch völlig gesunde Menschen. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland pro Grippe-Saison - von Dezember bis April - Tausende Menschen an Influenza. Influenza-Viren schädigen die Schleimhaut der Atemwege und mindern die Abwehrkräfte, dadurch wird der Körper für lebensgefährliche Komplikationen anfällig. Grippe darf also nicht mit einer harmlosen Erkältung oder einem grippalen Infekt verwechselt werden.

 

Da die Influenza-Viren in einem ständigen Erneuerungsprozess stehen, hat der Körper auch nach einer durchgemachten Grippe keine spezifischen Abwehrkräfte gegen neue Virenvarianten entwickelt.

Eine rechtzeitige jährliche Schutzimpfung (möglichst in der Zeit von September bis November), angepasst an die aktuell zirkulierenden Viren, ist daher empfehlenswert und sinnvoll.

 

Die Ständige Impfkommmission (STIKO) des Robert Koch Instituts, die in Deutschland die offiziellen Impfempfehlungen herausgibt, empfiehlt eine Grippe-Impfung vor allem für Personen, die ein erhöhtes Infektionsrisiko tragen, für die eine Erkrankung besonders riskant wäre (Kinder, Personen über 60 Jahre) oder die in ihrem näheren Umfeld ältere oder chronisch kranke Menschen haben.

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