Das Richtige für Zwischendurch

Nach einem ausgewogenen Mittagessen sind die Kinder nachmittags oft nicht richtig hungrig. Sie benötigen nur ein wenig Unterstützung, um die Leistungskurve anzuheben oder wieder ein paar Kalorien und Nährstoffe nach dem Spielen und Herumtoben aufzufüllen. Zudem haben feste Essens- und Zwischenmahlzeiten den Vorteil, dass die Kinder nicht aus Langeweile essen, sondern wissen, dass es sowieso bald eine Kleinigkeit gibt.

Wenn möglich sollte auch die Zwischenmahlzeit am Tisch eingenommen werden, denn das Kind kann dort zur Ruhe kommen und wird nicht vom Essen abgelenkt.

 

Als Zwischenmahlzeiten sind zu empfehlen:

Vollkornprodukte, z.B. Vollkornbrot mit magerem Käse, Wurst, vegetarischem Aufstrich oder Getreideflocken, Müsli mit Milch, Gemüse (als Rohkost) oder Obst der Saison, Milchprodukte wie Milch oder Quark, Naturjoghurt mit Obst und Getränke wie Wasser, Kräutertees, Früchtetees oder stark verdünnte Fruchtsäfte (Saftschorlen). Hierin sind viele Nährstoffe enthalten sowie wenig Fett und Zucker.

 

Wenn Ihr Kind ab und zu Appetit auf ein paar Kekse, ein Rosinenbrötchen oder auch mal auf Kuchen hat, spricht nichts dagegen. Es sollte nicht regelmäßig sein und vielleicht isst es auch noch ein Stück Obst dazu.

 

 

Naschen erlaubt - aber in Maßen

Ihr Kind sollte von Anfang an daran gewöhnt werden, möglichst nicht täglich und wenn, nur einmal am Tag etwas zu naschen und das am besten zu oder gleich nach den Mahlzeiten. Dieses verdirbt zum einen nicht den Appetit auf die wertvollen Lebensmittel und Gerichte, zum anderen wirkt sich das günstig auf eine angemessene Energiezufuhr aus und auch die Zähne werden geschont (Zähneputzen nicht vergessen!).

 

Neben Süßigkeiten wie Kuchen, Gebäck, Honig/Marmelade, Frühstücksflocken (z.B. Cornflakes, Smacks), Bonbons, Fruchtgummis, Schokolade, Schokoriegel und Eis zählen auch Knabberartikel wie Chips, Erdnüsse, Kräcker und Getränke wie Limonaden, Eistees, Cola und Kakao zu den Naschwaren.

 

 

Alternative Süßungsmöglichkeiten

Es gibt Produkte, besonders BIO-Produkte, die mit alternativen Süßungsmitteln hergestellt werden, wie z.B. Honig, Rohrzucker, Fruchtdicksäfte, Sirupe. Diese Süßungsmittel sind allerdings nicht gesünder als Zucker. Sie werden meist wegen ihres typischen Eigengeschmacks bevorzugt, sind aber in der Regel stärker kariesfördernd als Zucker und liefern ebenso viel Energie.

Besser für die Zahngesundheit sind zwar Süßstoffe, allerdings ist ein sehr hoher Genuss gesundheitlich nicht unbedenklich. Studien belegen zudem, dass die Gewöhnung an den süßen Geschmack und der Appetit auf Süßes gefördert wird.

Als weitere Süßungsmittel finden Zuckeraustauschstoffe (etwa Sorbit oder Xylit) Verwendung, die ebenfalls zahnschonender sind als Zucker, in größeren Mengen aber abführend wirken und leztendich auch dazuführen, den Appetit auf Süßes zu fördern.

 

Trotzdem: Kein Naschverbot   

Ein Verbot für das Naschen ist nicht notwendig oder sinnvoll und auch nicht durchzuhalten. Besser ist es, den richtigen Umgang mit Süßigkeiten und das richtige Maß von klein auf zu erlernen.

Hilfreiche Tipps, die Ihnen und Ihren Kindern den Umgang mit der süßen Versuchung erleichtern können:

  • Bei großen Vorräten an Süßigkeiten und Knabberartikeln ist die Verführung zuzugreifen ebenso groß. Besser ist es, nur Kleinigkeiten parat zu haben. 
  • Naschereien sollten für Kinder nicht einfach zugängig sein, denn Süßigkeiten sind etwas Besonderes.
  • Vereinbaren Sie mit ihrem Kind einen geeigneten Zeitpunkt zum Naschen: am besten einmal am Tag nach einer Mahlzeit. 
  • Wie gerne bringt der Besuch Süßigkeiten mit! Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine Regelung, wie z.B. eine Nasch-Kiste, die diese Leckereien aufbewahrt, bis genascht werden darf. 
  • Appelieren Sie an Verwandte und Freunde zu besonderen Anlässen, wie Geburtstagen oder Feiertagen lieber alternative Kleinigkeiten statt Süßigkeiten mitzubringen.
  • Ein süßer Nachtisch, z.B. selbstgemachter Pudding, Fruchtquark, Obstsalat, Fruchtmilch, lässt den großen Hunger auf Süßes nicht so leicht aufkommen. 
  • Süßstoffe sind keine Alternative, denn auch hier wird der Appetit auf Süßes gefördert.
  • Bieten Sie beim Fernsehen keine Knabbereien an. Zu unkontrolliert können hier die Mengen werden, die so nebenbei genascht werden.
  • ... und wenn nach dem Essen die Zähne geputzt werden, hilft dies, den Appetit auf Süßes zu verringern.

 

Was sind geeignete Nasch-Portionen?

Am Tag sollen höchstens 10 Prozent der benötigten Energie in Form von zucker- und fettreichen Lebensmitteln aufgenommen werden. Bei einem Kindergartenkind sind das in etwa 150 kcal.

Diese sind beispielsweise enthalten in: 5 Stückchen Schokolade oder 5 Butterkekse oder 1 TL Nougat-Creme oder 200 ml Limonade.

 

Ein guter Anhaltspunkt für die richtige Portion (gilt auch für Lebensmittel) ist das Handmaß. Das Maß ist individuell ausgerichtet, je nach Größe der Hand. Somit werden das Alter und das Geschlecht in etwa berücksichtigt. Daneben sind übliche Mengenangaben wie ein Glas, ein Stück ein Riegel etc. geeignete Maße. 

 

 

So viel Zucker steckt in diesen Süßgkeiten:

1 Tüte Gummibärchen - 65 Stück Würfelzucker, 1 Bonbon - 2 Stück Würfelzucker, 1 Kugel Fruchteis -     5 Stück Würfelzucker, 1 Kugel Milchspeiseeis - 3 Stück Würfelzucker, 1 Flasche Ketchup (800 g) - 80 Stück Würfelzucker, 125 g Kinderjoghurt - 7 Stück Würfelzucker, 125 g Kinderquark - 8 Stück Würfelzucker, 1 Schokokuss - 5 Stück Würfelzucker, 1 Packung gezuckertes Fertigmüsli/-flocken - 52 Stück Würfelzucker, 1 Kindermilchschnitte - 5 Stück Würfelzucker, 1 Tafel Schokolade - 18 Stück Würfelzucker, 1 Liter Cola, Limo, Eistee, Nektar - 35 bis 40 Stück Würfelzucker.

Ein Blick auf die Verpackung - gerade bei "Extra-Kinderlebensmittel" - lohnt sich!