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Schwangerschaft 9. bis 12. Woche (3. Monat)

Embryoskopie in der 10. Schwangerschaftswoche (SSW 10)
Embryoskopie in der 10. SSW
Quelle: swissmom.ch

9. Schwangerschaftswoche (SSW 9)

In der 9. Woche sind nicht nur alle Organsysteme des Embryo angelegt, sondern zum Teil schon in Funktion. Am schnellsten wächst das Gehirn mit 100.000 neuen Nervenzellen pro Minute. Der Embryo hat deutlich sichtbare Arme und Hände, Beine und Füße. Die Finger und Zehen sind allerdings noch durch Hautfalten miteinander verbunden. Bei einem Jungen entwickeln sich jetzt die Hoden. Eine Unterscheidung zwischen Sohn oder Tochter ist aber im Ultraschallbild noch nicht möglich! Der Hals ist noch recht breit zwischen Kopf und Rumpf erkennbar. Das Gesicht formt sich weiter aus, mit Augen und Lidern, Lippen und Zahnanlagen.

 

Im Ultraschall kann man Purzelbäume und reflexartigen Bewegungen schon gut beobachten - aber es wird noch viele Wochen dauern, bis die Kindsbewegungen spüren werden. Die Länge des Embryos beträgt jetzt zwischen 17 bis 24 mm SSL (Scheitel-Steiss-Länge).

Untersuchungen

Bei der Ultraschalluntersuchung zwischen der 9. und der 12. SSW (Schwangerschaftswoche) wird kontrolliert, wo der Embryo sitzt, ob es einer oder mehrere sind, ob er sich bewegt, ob die Herzaktion erkennbar ist und wie groß der Embryo ist. Der errechnete Geburtstermin wird mit der Größe des Embryos verglichen und eventuell korrigiert. Bis zur Geburt sollte keine Korrektur mehr erfolgen. Legen Sie sich aber auf dieses Datum nicht zu sehr fest: Nur eines von 25 Babys wird genau an seinem Geburtstermin geboren!

Zum "Ersttrimester-Screening" in der frühen Schwangerschaft (um die 12. Woche herum) gehört eine Blutuntersuchung bei Ihnen und die Messung der sog. „Nackenfalte“ beim Kind. Eine Verdickung im Nacken kann – muss aber keineswegs! - auf eine Chromosomenstörung hinweisen und deshalb ein Grund für weitergehende Untersuchungen sein.

 

Embryo oder Fetus?

Bei der Bezeichnung von ungeborenen Kindern unterscheidet man nach dem Zeitpunkt in der Schwangerschaft. Bis zur 9./10. Schwangerschaftswoche, also bis zur Anlage und Ausbildung aller Organe, bezeichnet man das Ungeborene als Embryo, danach bis zum Ende der Schwangerschaft als Fetus. Manche Mediziner setzen diese Grenze allerdings erst bei 12 Wochen bzw. nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel an.

 

Der mütterliche Grundumsatz steigt

Die wachsende Gebärmutter drückt nun (9. SSW) langsam auf die Harnblase und es tritt vermehrter Harndrang auf. Die Genitalorgane werden stärker durchblutet, vermehrte Sekretbildung kann zu vaginalem Ausfluss führen.

Die Veränderungen des Stoffwechsels führen zur erhöhten Flüssigkeitseinlagerung und zur typischerweise im ersten Trimenon auftretenden Übelkeit, Müdigkeit oder Schwindelgefühlen.

Ein Hormon der Hirnanhangsdrüse, das MSH (Melanozyten stimulierendes Hormon), beeinflusst die Hautpigmentierung: Hautveränderungen können entstehen und beispielsweise bestehende Muttermale und Sommersprossen dunkler werden. Talg- und Schweißdrüsen erhöhen ihre Aktivität, dadurch kann Akne auftreten oder sich verschlimmern.

Der Grundumsatz und der Sauerstoffverbrauch des Körpers steigen während der Schwangerschaft um etwa 20 Prozent. Es ist jedoch keinesfalls nötig - und auch nicht ratsam - „für Zwei" zu essen, da eine zu große Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sowohl das Wohlbefinden stören kann, als auch ein größeres Risiko für Komplikationen in sich birgt.

Im ersten Drittel nehmen Frauen durchschnittlich ein bis drei Kilo an Gewicht zu. Bei häufiger Übelkeit, ist aber auch ein leichter Gewichtsverlust möglich. 

 

 

 

10. Schwangerschaftswoche (SSW 10)

Der Kopf Ihres Kindes wirkt immer noch unproportioniert groß, bietet er doch auch viel Platz für die Gehirnentwicklung. Das Gesicht sieht nimmt mehr und mehr Gestalt an. Nase, Lippen, Mund, Ohren und Augen sind einfach geformt, die Augenlider sind geschlossen. Im Mund haben die Zahnanlagen ihren endgültigen Platz gefunden und die Geschmacksnerven bilden sich aus. Auch verschiedene Hautdrüsen sind entwickelt, und winzige Haare beginnen zu wachsen.

 

Der Fetus (ca. 25 bis 33 mm SSL, Scheitel-Steiss-Länge) bewegt sich viel und schlägt sogar Purzelbäume, die Sie aber noch nicht spüren können. Nur im Ultraschallbild sind die Bewegungen deutlich zu sehen. Ihr Baby schwimmt munter in der Fruchtblase, einem mit Fruchtwasser gefüllten Sack aus Eihäuten. Dieser wird in den nächsten sechs Monaten noch seine Behausung sein, die ihn sowohl vor dem Austrocknen als auch vor Stößen von außen schützt. Die gefährlichste Zeit der Schwangerschaft liegt nun eigentlich hinter Ihnen. Das Risiko einer Fehlgeburt sinkt ab jetzt ganz enorm.

 

Vorgeburtliche Diagnostik?

Etwas ältere Schwangere (über 35 Jahre) haben ein leicht erhöhtes Risiko für eine kindliche Chromosomenstörung. Auch Schwangere mit genetisch bedingten Erkrankungen in der engeren Familie werden jetzt vom Frauenarzt, von der Frauenärztin über die Möglichkeit einer pränatalen Diagnostik beraten. Eine Möglichkeit in der Frühschwangerschaft ist die Chorionzottenbiopsie. Dieser Eingriff in der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche stellt eine Alternative zur erst später durchführbaren Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) dar.

 

Aber auch jüngere Schwangere müssen sich überlegen, wie viel sie schon in der Schwangerschaft über ihr ungeborenes Kind wissen wollen. Die modernen technischen Möglichkeiten (Ultraschall, Screening-Blutuntersuchungen) können viele angeborene Erkrankungen oder ein erhöhtes Risiko dafür feststellen. Das ist in den meisten Fällen hilfreich und beruhigend – aber es kann auch sehr beunruhigend sein, wenn wegen eines unklaren Ergebnisses schwierige weitergehende Entscheidungen zu treffen sind. Besprechen Sie in Ruhe mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin, wie viel Sicherheit Sie in dieser Schwangerschaft brauchen und welche Art und welches Ausmaß von Untersuchungen für Sie passend sind.

 

Hormone bewegend en Gemütszustand

Erst himmelhoch jauchzend dann zu Tode betrübt? Alles ist normal. Schwangere können ihre Laune von einer Stunde auf die andere ändern. Vergesslich, reizbar, den Tränen nahe - diese und ähnliche Gefühle schwanken ebenso wie Ihr Hormonspiegel. 

Im zweiten Drittel der Schwangerschaft wird alles wieder etwas ausgeglichener. 

Vertbaudet

 

 

 

11. Schwangerschaftswoche (SSW 11)

Der Fetus hat jetzt schon einen sichtbaren Hals. Das Gesicht ist vollständig ausgeformt. Die Augen sind nach vorne, die Ohren von unten nach oben "gewandert" und alles sitzt nun an der endgültigen Stelle. Allerdings sind die Augenlider verschlossen, und das bleibt auch so bis etwa zum 6. Monat. 32 bleibende Zahnknospen sind ebenfalls schon vorhanden. Sein Körper hat sich ein wenig in die Länge gezogen, und die Muskeln werden fast ständig bewegt. Auf äußere Reize durch die Bauchdecke reagiert Ihr Kind mit verstärkter Bewegung.

Die Haut ist mittlerweile schon weniger transparent, da sich immer weitere Hautschichten bilden. Direkt unter ihrer Oberfläche entstehen Haarfollikel, an den winzigen Fingern und Zehen wachsen die ersten Nägel. Im Nagelbett und an den Kuppen bilden sich die für jeden Menschen individuell einzigartigen Hautlinien aus. Der ganze kleine Körper, der mittlerweile etwa vier Zentimeter misst, ist von einem weichen Flaum bedeckt. Der Brustkorb schließt sich und bietet so dem Herzen ausreichend Schutz.

Die Anlagen für die äußeren Geschlechtsorgane bilden sich und beim männlichen Fetus wird langsam der Penis sichtbar. Äußerlich im Ultraschallbild noch nicht zu erkennen, ist doch im Innern des kleinen Körpers schon alles festgelegt: bei Mädchen die Eierstöcke, Eileiter und der Gebärmutter-Scheiden-Kanal, bei Knaben die Hoden hinter der Bauchwand.

 

Gewicht und Umfang beginnen zu wachsen

Noch ist die Schwangerschaft nicht eindeutig sichtbar. Bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels ist jedoch eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 1 bis 2 kg (ca. 10% der gesamten Gewichtszunahme in der Schwangerschaft) normal.

Den geringsten Anteil hat daran das Baby. Die wachsende Gebärmutter, der Mutterkuchen und das Fruchtwasser, aber auch die Vergrösserung der Brust tragen viel mehr dazu bei.

 

Wichtig ist während der gesamten Schwangerschaft eine gesunde, ausgewogene, ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung

Aufgrund der vergößerten Blutmenge muss Ihr Herz jetzt viel mehr leisten. So kann es sein, dass Sie leichter außer Atem kommen. Gönnen Sie sich daher ab und zu eine Extra-Pause und verzichten Sie auf sportliche Höchstleistungen. Es ist gut, wenn Sie durch Bewegung den Kreislauf in Schwung bringen, denn dann ist auch die Sauerstoffversorgung der Plazenta besser.

 

 

 

Ultraschallbild in der 12. Schwangerschaftswoche (SSW 12)
Ultraschallbild in der 12. SSW
Quelle: swissmom.ch

12. Schwangerschaftswoche (SSW 12)

Nach wie vor ist der Kopf Ihres Kindes im Vergleich zum Körper riesig, aber das Gesicht sieht schon fast wie bei einem richtigen Baby aus, auch wenn die Augenlider noch geschlossen sind. Es hat ein deutliches Profil mit hoher Stirn und einer kleinen Stupsnase. Sein Köpfchen zeigt schon einen Durchmesser von 15 bis 20 mm. Ein eigenes Blutbildungssystem in Milz, Leber und Knochenmark entwickelt sich. Die Muskulatur ist am Körper sichtbar, und die Arme können im Ellenbogen- und Handgelenk gebeugt werden. Bald werden diese Bewegungen auch für Sie spürbar sein. Im Moment ist jedoch in der Gebärmutter noch genug Platz, um sich ausgiebig und frei "austoben" zu können.

Die Hände sind beweglich und können sich schon zur Faust schließen. Die Finger und Zehen sind voll ausgebildet, haben Finger- und Zehennägel.  Fruchtwasser wird ständig geschluckt und über die Blase wieder ausgeschieden, was im Ultraschall beobachtet werden kann.

Die Augen "wandern" langsam von den Schläfen auf die Vorderseite des Kopfs, liegen aber immer noch sehr weit auseinander. Über ihnen sind schon ansatzweise die Lider zu erkennen und die Netzhaut setzt sich dunkel unter der immer noch recht transparenten Haut ab. Ihr Baby kann schon ein wenig seine Lippen bewegen und den Kopf und seinen gesamten kleinen Körper drehen. Die Nervenbahnen sind so weit entwickelt, dass es sich - wenn auch unkoordiniert - bewegen kann. Befehle vom Gehirn werden reflexartig ausgeführt, z. B. Daumenlutschen, denn der Saugreflex beim Berühren der Lippen ist auch schon vorhanden. In der 12. Woche ist der Fetus etwa 6 cm lang und 15g schwer. Sein Herz schlägt 120- bis 160-mal pro Minute.

 

Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels

Mit dem ersten Schwangerschaftsdrittels endet meistens auch die Zeit der morgendlichen (und manchmal auch nachmittäglichen!) Übelkeit. Nur bei sehr wenigen Frauen dauert diese Phase länger als 12 Wochen an. Wenn Sie allerdings noch öfter als dreimal täglich an drei aufeinanderfolgenden Tage erbrechen müssen, wenn Sie weiter Gewicht verlieren anstatt zuzunehmen, dann sollten Sie unbedingt mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin darüber sprechen. Möglicherweise bekommt Ihr Baby jetzt nicht mehr alle Nährstoffe, die es braucht. Es kann sogar sein, dass bei Ihnen eine Hyperemesis gravidarum, die schwerste Ausprägung der Schwangerschafts-Übelkeit, vorliegt. Sie muss nicht selten stationär im Krankenhaus behandelt werden. Oft ist in solchen Fällen allein schon der Umgebungswechsel eine wirksame Therapie, was die starke psychosomatische Komponente deutlich macht.

 

Der Bauch ist noch nicht richtig zu sehen, aber das knöcherne Becken mit Sehnen und Gelenken wird durch die Schwangerschaftshormone weicher und nachgiebiger. Auch die Bandscheiben der Wirbelsäule verschieben sich etwas. Aus diesem Gund ist eine gute Haltung sehr wichtig. Stehen Sie immer so gerade wie möglich, und lassen Sie das Becken nicht nach vorne kippen. Bei längerem Sitzen sollten Sie mit einem kleinen Kissen den Rücken im unteren Bereich abstützen. Rückenschmerzen können nachlassen, wenn Sie eine Zeitlang flach auf dem Rücken liegen und den Kopf und die Unterschenkel mit Kissen etwas höher lagern.

 

Trimenon / Trimester

Zusammensetzung aus der Vorsilbe tri (= drei) und aus dem griechischen Wortstamm für Monat. Gemeint ist also die Dauer von drei Monaten. Medizinischer Begriff für die Dauer der Schwangerschaft, die in drei Drittel (Trimena) eingeteilt wird.