Embryo

Was wächst jetzt am schnellsten bei Ihrem Kind?

 

Das Gehirn. Pro Minute kommen tausende neue Nervenzellen hinzu. Das Gehirn des Ungeborenen war bis jetzt vollkommen ungeschützt, doch nun bilden sich zu seinem Schutz die Schädelknochen aus. Damit dem Gehirn noch ausreichend Platz zur Ausdehnung und zum Wachsen bleibt, sind sie noch weich und haben eine knorpelige Struktur. Verbunden sind sie nur lose über die Fontanellen (von Bindegewebe überdeckte Spalten zwischen den Schädelknochen), damit der Kopf später durch den Geburtskanal passt. Aus den bereits vorhandenen Nervenzellkörpern wachsen kleine Fortsätze, so genannte Axone, heraus und versuchen, einen Kontakt zu den benachbarten Nerven- oder Muskelzellen herzustellen.

 

Kann man schon erkennen ob es ein Junge oder Mädchen wird?

 

Nein. Das Geschlecht ist zwar seit dem Zeitpunkt der Befruchtung festgelegt und die Geschlechtsorgane wurden schon angelegt, sind aber bisher von der Gestalt her identisch gewesen. In der 9. Schwangerschaftswoche sorgt das Y-Chromosom dafür, dass es bei einem Jungen zur Entwicklung des Hodens kommt. Beim Fehlen eines Y-Chromosoms (Mädchen haben ein XX-Geschlechtschromosom, Jungen ein XY-Geschlechtschromosom) entsteht eine weibliche Geschlechtsdrüse. Erkennbar ist das Geschlecht im Ultraschall allerdings noch nicht, da die Hoden noch im Inneren des Körpers liegen.


Was passiert in dieser Woche sonst Spannendes mit Ihrem Baby?

 

Der physiologische Nabelbruch (Darmhernie) hat jetzt seine größte Ausprägung erreicht. Unter dem physiologischen Nabelbruch versteht man den Übertritt eines Teils des kindlichen Darms in die Nabelschnur. Das ist normal (physiologisch) und kein Grund zur Sorge – der kindliche Körper ist einfach vorübergehend zu klein, um den sich rasch entwickelnden Darm aufzunehmen, so dass der Darm sich ab der 8. SWS die Freiheit nimmt, die Nabelschnur „mitzubenutzen“ und Darmschlingen in die Nabelschnur „ausgelagert“ werden. Jetzt, in der 9. Schwangerschaftswoche, ist der physiologische Nabelbruch am ausgeprägtesten, bis zur 14. Schwangerschaftswoche wird der Darm wieder in den Körper zurückkehren.
Außerdem führt diese Woche das Einreißen der Analmembran führt zur Bildung des Anus und die Brustwarzen bilden sich aus.

 

 

 

Wie groß ist mein Baby jetzt?

Der Fötus hat jetzt circa die Größe einer Kirsche. Die Länge beträgt zwischen 17 und 24 mm SSL (Scheitel-Steiß-Länge). Außerdem wiegt der Winzling in ihrem Bauch noch immer nicht mehr als 2 g. Ist das nicht erstaunlich?

 

Mama

Wie bereits in der 5. Schwangerschaftswoche erwähnt, kann es zu Beginn der Schwangerschaft zu Blutungen kommen. Auch jetzt und später in der Schwangerschaft kann es um den Zeitpunkt der sonst fälligen Menstruation zu solchen Blutungen kommen. Das ist nicht selten (jede 5. Schwangere ist betroffen) und in den meisten Fällen harmlos. Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin über die Blutung informieren, damit mögliche Probleme, wie z. B. eine drohende Fehlgeburt, ausgeschlossen werden können. Vor allem wenn die Blutungen mit Schmerzen verbunden sind, muss sofort ein Arzt kontaktiert werden.

 

Ziemlich schwanger…

 

Auch wenn man Ihnen die Schwangerschaft noch nicht ansieht, fühlen Sie sich wahrscheinlich ziemlich schwanger. (Morgendliche) Übelkeit, Müdigkeit und andere Symptome, die Sie jetzt wahrscheinlich schon kennen, plagen in diesem Schwangerschaftsabschnitt viele Frauen.
Die Übelkeit ist besonders schlimm? Leiden Sie eventuell unter Hyperemesis gravidarum? Wann die „übliche Schwangerschaftsübelkeit“ nicht mehr „üblich“ sondern ein Fall für den Arzt ist, erfahren Sie hier.


Stimmungsschwankungen und die abwechselnde Freude und Angst darüber, bald Eltern zu sein, sind normal. Es hilft, sich mit Menschen auszutauschen, die in derselben Situation sind und Ihre Probleme teilen.

 

Die wachsende Gebärmutter drückt nun (9. SSW) langsam auf die Harnblase und es tritt vermehrter Harndrang auf. Die Genitalorgane werden stärker durchblutet und vermehrte Sekretbildung kann zu vaginalem Ausfluss führen.



Der mütterliche Grundumsatz steigt  

 

Der Grundumsatz und der Sauerstoffverbrauch des Körpers steigen während der Schwangerschaft. Es ist jedoch keinesfalls nötig - und auch nicht ratsam - „für Zwei" zu essen, da eine zu große Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sowohl das Wohlbefinden stören kann, als auch ein größeres Risiko für Komplikationen birgt.


Im ersten Drittel nehmen Frauen durchschnittlich ein bis drei Kilo an Gewicht zu. Bei häufiger Übelkeit, ist aber auch ein leichter Gewichtsverlust möglich. Die Gewichtsentwicklung ist sehr individuell und sollte an das Gewicht vor der Schwangerschaft angepasst sein, d.h. sehr schlanke Frauen können etwas mehr an Gewicht zulegen, als übergewichtige Frauen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin beraten und beginnen Sie keinesfalls mit Diäten, falls Sie Angst haben zu viel zu wiegen oder zu viel zuzunehmen. Im Zweifel ist es ratsam, eine Ernährungsfachkraft um Rat zu fragen.

 

Zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft hat sich ihr Kalorienbedarf noch nicht erhöht, erst gegen Ende der Schwangerschaft wird er leicht steigen (aber auch dann sind nicht mehr als 200 kcal zusätzlich pro Tag nötig).

Vielmehr gilt es, dass Sie auf die Qualität Ihrer Ernährung achten. Ihr Baby benötigt für ein angemessenes Wachstum zahlreiche Vitamine und Mineralien weshalb Ihr Bedarf für diese Nährstoffe steigt. Das Motto lautet also: „Für zwei denken, aber nicht für zwei essen.“

 

Wir informieren Sie, auf welche Mikronährstoffe es in der Schwangerschaft ankommt und in welchen Lebensmitteln diese vorkommen.

 

Was steht an?

Untersuchungen

 

Bei der Ultraschalluntersuchung zwischen der 7. und der 14. SSW (Schwangerschaftswoche) wird kontrolliert, wo der Embryo sitzt, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt, ob sich der Embryo bewegt, ob die Herzaktion erkennbar ist und wie groß der Embryo ist.

 

Der errechnete Geburtstermin wird mit der Größe des Embryos verglichen und eventuell korrigiert. Danach sollte bis zur Geburt keine Korrektur mehr erfolgen. Legen Sie sich aber auf dieses Datum nicht zu sehr fest: Nur eines von 25 Babys wird genau am voraussichtlichen Geburtstermin geboren!

 

Zum "Ersttrimester-Screening" in der frühen Schwangerschaft gehört auch eine Blutuntersuchung bei Ihnen und die Messung der sogenannten „Nackenfalte“ beim Kind. Eine Verdickung im Nacken kann – muss aber keineswegs! - auf eine Chromosomenstörung hinweisen und deshalb ein Grund für weitergehende Untersuchungen sein.


Mehr zur pränatalen Diagnostik.

Mehr zu den Fragen und Untersuchungen beim Arzt

 


Darf ich weiter Sport treiben?

 

Während der Schwangerschaft müssen Sie auf keinen Fall auf körperliche Aktivität verzichten. Im Gegenteil, die Bewegung fördert Ihre Ausdauer und hilft beim Muskelaufbau. Beides sind hilfreiche Faktoren, um das zusätzliche Gewicht während der Schwangerschaft zu tragen, sich auf die körperliche Belastung der Geburt vorzubereiten und um nach der Schwangerschaft besser wieder eine gute Figur zu erlangen. Außerdem sorgt Sport für mehr Energie und einen besseren Schlaf.
Nicht alle Sportarten eignen sich für die Schwangere, besonders solche mit hohem Sturz- und Verletzungsrisiko sind für Schwangere ungeeignet. Schwimmen und (schnelles) Spazierengehen sind gute Aktivitäten für die gesamten neun (zehn) Monate.

 

Es muss übrigens nicht immer ein Dauerlauf sein, Hauptsache Sie sind täglich in Bewegung. Wieso nicht ein oder zwei Bushaltestellen früher aussteigen als normalerweise und den restlichen Weg zu Fuß gehen? Auch ein kleiner Spaziergang kann das Wohlbefinden von Mutter und Kind erhöhen.

 

Mehr zu Sport in der Schwangerschaft

 

 

Zeit zum Verwöhnen

 

Gerade das erste Schwangerschaftsdrittel ist für viele Frauen mit einigen Strapazen verbunden. Gönnen Sie sich hin und wieder Auszeiten!

 

Nehmen Sie mal ein warmes Bad oder genießen Sie es, früh ins Bett zu gehen. Müdigkeit plagt viele Frauen zu Beginn der Schwangerschaft und selbst wenn Sie nicht gleich einschlafen und einfach nur im Bett liegen und die Ruhe genießen, kann das sehr entspannend sein. Genießen Sie die Zeit bevor das Baby kommt und Schlaf zur Mangelware wird.

 

Planen Sie ein gemeinsames Wochenende oder einen Urlaub mit dem Partner. Bald beginnt das zweite Schwangerschaftsdrittel, das sich gut zum Verreisen eignet. Genießen Sie die Zeit zu zweit bevor das (weitere) Kind Teil Ihrer Familie wird.
Oder gehen Sie mal wieder aus! Wenn die ersten Schwangerschaftsbeschwerden nachlassen könnten Sie sich doch mal wieder ein richtig schönes Date mit Ihrem Partner gönnen oder einen Abend mit Ihren Freundinnen verbringen.
Eine schöne Idee ist auch das Anlegen eines Tagebuchs, in dem Sie Pläne, Ideen, Gefühle usw. eintragen können.

 

Embryo

Hat mein Baby schon einen Mund?

 

Ja. Das Baby hat Lippen, Ober- und Unterkiefer und einen Gaumen. Sogar die Zahnanlagen haben jetzt ihren Platz gefunden und die Speicheldrüsen entstehen im Laufe dieser Woche. Bei Ihrem Baby haben die Geschmacksnerven damit begonnen, sich auszubilden.
Haben sich Ihre Geschmacksvorlieben und Ernährungsgewohnheiten geändert? Und haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, wie Sie Ihr Baby nach der Geburt ernähren wollen. Hier erfahren Sie mehr über das Stillen und mögliche Alternativen.

 

Auch sonst weist ihr Kind inzwischen deutlich menschliche Gesichtszüge auf und wirkt auch so immer menschlicher. Der „Schwanz“, der bisher erkennbar war, hat sich fast vollständig zurückgebildet. Dafür hat der Embryo inzwischen deutlich längere Gliedmaßen. Die Arme sind ein gutes Stück gewachsen und die Ellenbogen sind jetzt gebeugt. Handgelenksknochen und Fingerchen sind jetzt deutlich erkennbar, die schwimmhautartige Verbindung, durch die sie in den letzten Wochen wie Flossen gewirkt haben, ist verschwunden.
Im Laufe dieser Schwangerschaftswoche trennen sich auch die Zehen voneinander. Auch Schienbein, Wadenbein, Oberschenkelknochen und Kniegelenke Ihres Babys sind jetzt angelegt und das Kleine kann seine Knie beugen. Die Füße sind lang genug, dass sich die winzigen, einander zugewandten Fußsohlen vor dem Körper berühren können… vielleicht probiert Ihr Baby das gerade aus?

 

 

 

Wie groß ist mein Baby jetzt?

Der Embryo hat jetzt eine Größe von 25 bis 33 mm SSL (Scheitel-Steiß-Länge), wiegt aber noch nicht mehr als vier Gramm! Sie können sich vorstellen, dass Ihr Baby in etwa so groß wie eine Büroklammer ist. Apropos Büroklammer und Büro. Wissen denn Ihr Chef/Ihre Chefin bzw. Ihre Kollegen schon Bescheid? Zu welchem Zeitpunkt sollten Sie Ihre freudigen Nachrichten verkünden? Hier gibt es Tipps.

 

Mama

Die „gefährlichste“ Zeit der Schwangerschaft ist jetzt vorbei und das Risiko einer Fehlgeburt sinkt jetzt drastisch. Glückwunsch!

 

Auch die Beschwerden werden bei vielen Schwangeren jetzt seltener. Doch noch immer bewegen Hormone den Gemütszustand. Erst himmelhoch jauchzend dann zu Tode betrübt? Alles normal. Schwangere können ihre Laune von einer Stunde auf die andere ändern. Vergesslich, reizbar, den Tränen nahe - diese und ähnliche Gefühle schwanken ebenso wie Ihr Hormonspiegel. Das Schwangerschaftshormon hCG hat jetzt seine höchste Konzentration erreicht. Doch trösten Sie sich, im zweiten Drittel der Schwangerschaft wird alles wieder ausgeglichener – und auch bei Ihrem Baby kann jetzt weniger schief gehen. Kein Grund zu Tränen also – auch wenn Ihr Baby in dieser Woche die Tränensäcke ausbildet.

 

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Klamotten schon unangenehm eng werden und der BH drückt?

 

Es ist wahrscheinlich noch zu früh für Umstandsmode, aber in Anbetracht der Tatsache, dass Ihre Gebärmutter inzwischen die Größe einer Grapefruit hat und Ihre Körpermitte durch eine leichte Gewichtszunahme und Verdauungsbeschwerden etwas dicker ist als normal, sind bequeme, elastische Hosen sicherlich eine angenehme Alternative.
Auch die Brüste beginnen deutlich zu wachsen. Und diese Veränderungen finden viel früher statt, als die meisten Frauen denken. Bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel spüren viele Frauen, dass die Brüste groß und fest werden. Dass ist darauf zurückzuführen, dass sich die Brüste schon jetzt auf die Stillzeit einstellen. Milchkanäle entwickeln sich und die für das Wachstum nötige Blutversorgung wird anhand von Venen sichtbar, die unter der Haut durchschimmern. Im Laufe der Schwangerschaft vergrößern sich die Brüste schrittweise, im Durchschnitt um über ein Kilogramm! Kein Wunder, dass sie jetzt schon das Gefühl haben, dass ein stützender, größerer BH eine gute Anschaffung wäre.

 

Was steht an?

Ihr Baby hat schon einen Mund und ist so groß wie eine Büroklammer… und das Fehlgeburtsrisiko ist jetzt stark gesunken… Finden Sie nicht, dass das ein Anlass wäre Chef und Kollegen von Ihrer Schwangerschaft zu erzählen…?

 

Wann sollte man in der Arbeit von der Schwangerschaft erzählen?   

 

Viele Frauen warten damit, die Neuigkeit zu verkünden bis sie im zweiten Trimester sind, da dann das Risiko einer Fehlgeburt drastisch gesunken ist. Sie müssen selbst abwägen, wann es in Ihrem Fall Sinn macht von der Schwangerschaft zu erzählen. Diese Dinge sollten Sie berücksichtigen:

 

Ist ihr Job potenziell gefährlich?
Ja? Für Ihre und die Gesundheit Ihres Babys sollten Sie so früh wie möglich von Ihrer Schwangerschaft erzählen, damit alternative, weniger gefährliche Aufgaben im Betrieb für Sie gefunden werden können. Wenn Sie mit giftigen Substanzen zu tun haben, müssen Sie Ihren Vorgesetzten unbedingt von der Schwangerschaft in Kenntnis setzen.

 

Leiden Sie unter Komplikationen?
Müssen Sie oft zum Arzt oder überstürzt auf die Toilette und die Kollegen vermuten es eh schon? Sie werden sich erleichtert fühlen, wenn Sie den anderen schon früh von der Schwangerschaft erzählen.

 

Können Sie mit Unterstützung rechnen?
Das hängt von Ihrem Verhältnis zum Vorgesetzten ab, vom Umgang mit vorherigen Schwangerschaften von Kolleginnen,… Wenn Sie davon ausgehen dass Ihr Chef/Ihre Chefin die Neuigkeiten gut aufnimmt spricht nichts dagegen, schon früh von der Schwangerschaft zu erzählen. Vielleicht profitieren Sie sogar von der Rücksichtnahme, die man Ihnen jetzt entgegen bringt.
Leider reagieren viele Vorgesetzte nicht begeistert auf schwangere Angestellte. Dann kann es ratsam sein, so lange zu warten, bis man Ihnen die Schwangerschaft ansieht. Vielleicht können Sie eine Kollegin, die bereits schwanger war, zur Seite nehmen und nachfragen, wie sie vorgegangen ist.

 

Sind Sie in der Probezeit?
Wenn Sie eine Arbeitsstelle erst kürzlich angetreten haben und sich noch in der Probezeit befinden, könnten Sie noch etwas damit warten, Ihre frohe Botschaft zu verkünden. Es sei denn, Sie arbeiten mit gefährlichen Substanzen. Dann geht der Schutz des Kindes vor. Lesen Sie in Ihrem Vertrag nach, ob er den Kündigungsschutz für Schwangere in der Probezeit beinhaltet. Wenn ja, dann können auch Sie jetzt Ihrem Arbeitgeber schon vom baldigen Nachwuchs erzählen.

 

 

Zeit Shoppen zu gehen

 

Da Brüste und Bauchumfang größer werden und sich verändern kann die normale Unterwäsche unbequem werden. Gönnen Sie sich doch eine Shoppingtour und decken Sie sich mit Unterwäsche ein die gut stützt, bequem ist und „Platz zum Reinwachsen“ bietet. Es ist besser, im Laden einzukaufen als online, weil Sie hier bezüglich der passenden Größe beraten werden können. Achten Sie auf einen bequemen Sitz, mögliche Bügel sollten nicht drücken oder die ohnehin empfindlichen Brüste einquetschen.
Schwangerschafts-BHs zeichnen sich dadurch aus, dass sie breitere Träger haben, stützende Polster und verstellbare Verschlüsse. Das ermöglicht Ihnen, den BH auch noch tragen zu können, wenn Sie weiter zunehmen. Ihre Brüste werden in den kommenden Monaten ein oder zwei Größen größer werden, vor allem, wenn das Ihre erste Schwangerschaft ist.

 

Fötus

Mit der 11. SSW beginnt die sogenannte Fötalphase (auch Fetalphase), die Embryonalphase ist jetzt abgeschlossen. Nun spricht man nicht mehr von einem Embryo sondern von einem Fötus (auch „Fetus“).
Alle Organsysteme des Fötus sind bereits angelegt und teilweise schon funktionsfähig – jetzt geht es um das Wachsen! Im dritten, vierten und fünften Monat steht das Längenwachstum im Vordergrund (ca. 5 cm pro Monat), während Ihr Baby in den beiden letzten Schwangerschaftsmonaten vor allem an Gewicht zulegen wird (ca. 700 g pro Monat!).

 

Mit den bereits existierenden Muskeln und den winzigen Armen und Beinen ist Ihr Baby jetzt in der Lage, kleine Bewegungen auszuführen, von denen Sie aber noch nichts mitbekommen. Bis Sie spüren, dass Ihr Baby sich bewegt werden weitere ein bis zwei Monate vergehen. Auch vom Schluckauf, den Ihr Baby bald entwickeln kann, weil sich das Zwerchfell (Diaphragma), das am Schluckauf „schuld“ ist bildet, werden Sie noch nichts mitbekommen.

 

 

 

Wie groß ist mein Baby jetzt?

In den letzten Wochen haben Sie vielleicht unter Antriebslosigkeit gelitten, aber zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft fühlen sich viele Frauen wieder besser. Vielleicht fühlen Sie sich nach den Wochen voller Müdigkeit, als hätten Sie eine neue Batterie „eingelegt“ bekommen. Das Baby in Ihrem Inneren ist jetzt auf jeden Fall so groß wie eine kleine Batterie (AAA) und vom Scheitel bis zum Steiß (SSL) ca. 4 cm lang. Mit der Anlage aller Organsysteme (dem Beginn der Fetalperiode) ist das Baby jetzt bereit, schnell zu wachsen.
Apropos Energie, auch in der Schwangerschaft sorgt Sport für mehr Energie und Selbstzufriedenheit.

 

Mama

Den meisten Frauen geht es zu diesem Zeitpunkt wieder besser. Die Übelkeit verschwindet langsam aber sicher und die Abgeschlagenheit lässt nach.

 

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie in den letzten Wochen aufgrund von Appetitlosigkeit und Übelkeit kaum an Gewicht zugelegt haben. Experten sind der Meinung, dass Frauen, die vor der Schwangerschaft normalgewichtig waren, im ersten Schwangerschaftsdrittel nur zwischen 0,5 und 2 Kilo zunehmen.

 

Was steht an?

Haben Sie im Blick wie lang Ihr letzter Kontrollbesuch beim Frauenarzt/ der Frauenärztin schon zurückliegt? Denken Sie daran, dass Sie sich bis zur 32. Schwangerschaftswoche ungefähr alle vier Wochen untersuchen lassen sollten.

 

 

Vorgeburtliche Diagnostik?

 

Etwas ältere Schwangere (über 35 Jahre) haben ein leicht erhöhtes Risiko für eine kindliche Chromosomenstörung. Auch Schwangere mit genetisch bedingten Erkrankungen in der engeren Familie werden jetzt vom Frauenarzt / von der Frauenärztin über die Möglichkeit einer pränatalen Diagnostik beraten. Eine Möglichkeit in der Frühschwangerschaft ist die Chorionzottenbiopsie.
Chorionzottenbiopsien
werden ab der 10. bis zur 13. Woche durchgeführt, um Fehler der Erbinformationsträger (Chromosomen), angeborene Stoffwechselerkrankungen oder Schäden durch (Röntgen)strahlen nachzuweisen und stellen eine Alternative zur erst später durchführbaren Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) dar.

 

Aber auch jüngere Schwangere müssen sich überlegen, wie viel sie schon in der Schwangerschaft über ihr ungeborenes Kind wissen wollen. Die modernen technischen Möglichkeiten (Ultraschall, Blutuntersuchungen) können viele angeborene Erkrankungen oder ein erhöhtes Risiko dafür feststellen. Das ist in den meisten Fällen hilfreich und beruhigend – aber es kann auch sehr beunruhigend sein, wenn wegen eines unklaren Ergebnisses schwierige weitergehende Entscheidungen zu treffen sind.

 

 

 

Besprechen Sie in Ruhe mit Ihrem Partner und Ihrem Frauenarzt bzw. Ihrer Frauenärztin, wie viel Sicherheit Sie in dieser Schwangerschaft brauchen und welche Art und welches Ausmaß von Untersuchungen für Sie passend sind.


Hier erhalten Sie weitere Informationen zu verschiedenen Methoden der pränatalen Diagnostik.

 

Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen!?   

 

Haben Sie auch von überall her Tipps bekommen, was Sie in der Schwangerschaft essen sollten und auf welche Lebensmittel Sie verzichten sollten?
Nicht alle gut gemeinten Ratschläge sind richtig.
Zum Beispiel die Empfehlung: „Schwangere sollten keinen Fisch essen“.
Im Gegenteil, Schwangeren wird ausdrücklich empfohlen regelmäßig Fisch zu essen – zwei Portionen Meeresfisch pro Woche, einmal davon fettreicher Meeresfisch (wie Makrele, Hering, Sardine, Lachs). Das Fünkchen Wahrheit, das man in der oben genannten Aussage finden könnte: nach wie vor sollten Schwangere von einem hohen Konsum von Raubfischarten (z. B. Thunfisch, Schwertfisch) absehen, da diese hohe Schadstoffgehalte aufweisen können und auf rohen Fisch, z. B. Räucherlachs, verzichten.

 

Darüberhinaus gibt es einige Nahrungsmittel, die von Schwangeren gemieden werden sollten, vor allem solche, die gefährliche Bakterien enthalten könnten. Frische Lebensmittel sind generell mit Mikroorganismen (Bakterien und Schimmelpilzen) behaftet. Das ist nicht weiter schlimm, viele davon sind für uns unschädlich und gegen die wenigen krankheitserregenden Mikroorganismen weiß sich unser Körper zu wehren.

Kritisch wird es immer, wenn die Erreger in großer Zahl vorhanden sind, z. B. weil sie sich in ungekühltem Essen bestens vermehren konnten, dass sie unserer körpereigenen Abwehr überlegen sind. Das passiert z. B. wenn jemand „Salmonellen“ bzw. eine „Salmonellenvergiftung“ hat. Es geht einem schlecht, Durchfall und Bauchkrämpfe plagen die Betroffenen für eine kurze Zeit, aber nach einer Woche ist in der Regel alles wieder in Ordnung.

 

Nicht so bei Schwangeren. Eine „Lebensmittelvergiftung“ kann bei schwangeren Frauen schwerwiegende Folgen haben. Je nach Schweregrad kann es sogar zur Fehlgeburt kommen. Geraten Sie jedoch nicht in Panik, das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen aufgrund von Lebensmitteln ist gering und mit der Beachtung einfacher Regeln und dem Meiden einiger Lebensmittel kann Ihnen und Ihrem Kind nichts passieren.

 

Hier erfahren Sie mehr zu den einzelnen Erregern von Lebensmittelinfektionen/-vergiftungen (Toxoplasmose, Listeriose, Salmonellose,…) und wie man Sie vermeiden kann.

Tabu sind in der Schwangerschaft folgende Lebensmittel und Genussmittel:

 

  • Alkohol und Nikotin - beide schaden dem Ungeborenen!
  • Rohmilch und Rohmilchkäse
  • rohes oder halbgares Fleisch (wie Tatar, Mett, Carpaccio, "blutige" Steaks)
  • Leber (zu Beginn der Schwangerschaft)
  • Süßspeisen mit rohen Eiern (wie Tiramisu)
  • rohe Fischprodukte (wie Sushi, Shrimps, Graved Lachs)
  • Vorsicht auch mit weich gekochten Eiern und Spiegeleiern

 

 

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Fötus

Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht

 

Die Augen und Ohren des Fötus sind näher an die Position herangerückt, an der sie das ganze Leben sitzen werden. In dieser Woche beginnen winzige Wimpern sich auszubilden und die Augenlider verkleben sich jetzt und bleiben bis ins dritte Schwangerschaftsdrittel geschlossen. Könnten Sie Ihrem Baby jetzt ins Gesicht blicken, würden Sie sehen, dass es ganz klar menschliche Züge aufweist. Die Milchzähne sind in dem kleinen Mund des Fötus bereits angelegt und in dieser Woche kommen die ersten Knospen für die bleibenden Zähne oberhalb der Milchzahnanlage hinzu. Verrückt, dass ein Baby ohne einen sichtbaren Zahn auf die Welt kommt, aber bereits bleibenden „Erwachsenenzähne“ angelegt hat, oder?

 

Der Darm wandert

 

Der Darm Ihres Babys, der in den letzten Wochen so gewachsen ist, dass er teilweise in die Nabelschnur gedrückt wurde (-> physiologischer Nabelbruch), wandert jetzt langsam in die Bauchhöhle des Babys zurück. Der Blinddarm befindet sich jetzt vorübergehend neben der Leber.
Die Leber macht in dieser Woche 10% des gesamten Körpergewichts Ihres Babys aus. Bei der Geburt werden es nur noch 5% des gesamten Körpergewichts sein. Grund für das hohe Lebergewicht in diesem Entwicklungsstadium ist die Aufgabe der Leber: sie ist für die Blutbildung zuständig. In der Leber sitzen große „Zellnester“, die Blutkörperchen produzieren. Noch bis zum siebten Monat wird die Leber der zentrale Ort der Blutbildung bleiben.

 

Was gibt es sonst Neues?

 

Auch wenn man das Geschlecht noch nicht erkennen kann, hat sich bei weiblichen Föten der Eileiter entwickelt. Auch der obere Teil der Scheide und die Gebärmutter sind schon gebildet. Bis zur Pubertät wird der Gebärmutterhals größer sein, als der darüber liegende Hauptteil der Gebärmutter. Auch bei den männlichen Föten geht es voran: ein kleiner Penis wächst und wird in zwei bis drei Wochen die Geschlechtsbestimmung im Ultraschall ermöglichen.
Im Moment nisten sich melaninproduzierende Zellen in die Haut des Babys ein. Nach der Geburt sind sie für die Pigmentierung der Haut zuständig. Auch bei der Mama können zu diesem Zeitpunkt Änderungen der Hautpigmentierung auftreten…

 

 

 

Wie groß ist mein Baby jetzt?

Man könnte sagen, dass Ihr Baby jetzt ungefähr so groß ist wie ein kleines Hühnerei.

Apropos Ei und Proteine – wissen Sie, wie Sie sich in der Schwangerschaft ernähren sollten? Hier erhalten Sie wertvolle Infos.

 

Mama

Neue Schwangerschaftsanzeichen/ Hormonchaos

 

Der Uterus ist inzwischen so sehr angewachsen, dass er sich über seinen „üblichen“ Platz im Becken hinaus ausdehnt. Vielleicht bemerken Sie, dass Ihre Taille etwas breiter wird.
Oder Sie haben mit Sodbrennen und Verstopfung zu kämpfen. Das sich ausbreitende Baby drückt auf den Darm und schränkt so dessen Bewegung ein, die für eine gute Verdauung nötig ist. Außerdem drückt das Baby von unten auf den Magen. Dadurch wird der Druck im Magen erhöht und die Klappe, die normal verhindert, dass der saure Mageninhalt zurück in die Speiseröhre gelangt, wird immer wieder aufgedrückt.
Außerdem sorgt das Schwangerschaftshormon Progesteron, das in Ihrem Körper zirkuliert und vielfältige Funktionen für die Schwangerschaft übernimmt, dafür, dass sich die Klappe leichter öffnet. Die Magensäure, die dadurch in der Speiseröhre gelangt, führt zu dem unangenehmen brennenden Schmerz. Bei den meisten Schwangeren tritt Sodbrennen allerdings erst später auf, wenn der Druck auf den Magen weiter steigt.

 

Die gute Nachricht: Ein anderes Schwangerschaftshormon – das hCG  – nimmt jetzt wieder ab. Und damit nimmt bei vielen Schwangeren auch die Übelkeit ab.

 

Ein weiteres Hormon, das MSH (Melanozyten stimulierendes Hormon), macht sich in Ihrem Körper zu schaffen. Das MSH beeinflusst die Hautpigmentierung, um einen besseren Sonnenschutz in der Schwangerschaft zu gewährleisten: Hautveränderungen können entstehen und bestehende Muttermale und Sommersprossen dunkler werden oder sich Pigmentflecken bilden. Auch Talg- und Schweißdrüsen erhöhen hormonbedingt ihre Aktivität, dadurch kann Akne auftreten oder sich verschlimmern. Andererseits kann die Schwangerschaft auch dafür sorgen, dass Haut und Haare schöner werden... Tipps zur Pflege in der Schwangerschaft erhalten Sie hier.

 

Was steht an?

Alkohol und Zigaretten- nein danke!

 

Auch wenn die Organe jetzt schon angelegt sind, es geschehen so viele wichtige Dinge in Ihrem Körper und Sie sollten weiterhin bewusst auf Ihren Lebensstil achten. Alkohol ist nach wie vor tabu, auch auf Zigaretten müssen Sie Ihrem Kind zu liebe unbedingt weiter verzichten.

 

 

Für zwei essen? Wovon mehr essen?

 

Eine ausgewogene Ernährung ist noch immer zwingend nötig, um ein gesundes Wachstum Ihres Babys gewährleisten zu können. Es ist weiterhin nicht nötig, „für zwei zu essen“. Ihr Kalorienbedarf entspricht nach wie vor dem Bedarf vor der Schwangerschaft. Für den Kaloriengehalt in unserer Ernährung sind die Makronährstoffe zuständig. Zu den Makronährstoffen werden Proteine, Kohlenhydrate und Fette gezählt. Das heißt an deren Gehalt in Ihrer Ernährung muss sich bisher nichts Grundlegendes ändern – vorausgesetzt Sie haben sich vor der Schwangerschaft schon ausgewogen und gesund ernährt.
Wenn Sie sich unsicher sind, wie eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft aussehen soll, können Sie das hier nachlesen.

 

Was sich jedoch mit Ihrer Schwangerschaft verändert hat, ist der Bedarf an Mikronährstoffen. Zu den Mikronährstoffen  zählen alle Vitamine und Mineralstoffe. Die meisten Frauen wissen, dass es gerade am Anfang einer Schwangerschaft auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure und Jod ankommt. Mit dem Ende des ersten Schwangerschaftsdrittel, das Sie jetzt bald hinter sich haben, ändern sich manche Empfehlungen zur Aufnahme von Mikronährstoffen, z. B. für Vitamin A.

Wir erklären Ihnen außerdem auf welche weitere Mikronährstoffe Sie achten müssen.

 


Liegen bei Ihnen Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes vor?

 

Wenn bei Ihnen einer oder mehrere dieser Risikofaktoren vorliegt, sollte der Test für Schwangerschaftsdiabetes schon im ersten Trimester erfolgen und nicht wie sonst üblich zwischen der 24. und der 26. Schwangerschaftswoche.

 

Zu den Risikofaktoren gehören:

 

•    Übergewicht (Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft > 27,0 kg/m²)
•    Diabetes bei Eltern und/oder Geschwistern
•    Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) in einer vorangehenden Schwangerschaft
•    ein älteres Kind mit einem Geburtsgewicht über 4500 Gramm
•    eine vorangegangene Totgeburt
•    schwere Fehlbildungen in einer vorigen Schwangerschaft
•    mehrere Fehlgeburten (mehr als drei) nacheinander

 

Weisen Sie eins dieser Kriterien auf, wird man bei Ihnen den normalerweise ab der 24. Woche stattfindenden oralen Glukosetoleranztest (oGTT) durchführen. Wenn Ihre Ergebnisse unauffällig sind, wird man zwischen der 24. und der 28. Woche, in dem Zeitraum, indem alle Schwangere auf Schwangerschaftsdiabetes getestet werden, nochmals einen Test durchführen und bei erneut unauffälligen Ergebnissen einen weiteren Test (oGTT) zwischen der 32. und der 34. Woche.

 

 

 

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