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Schwangerschaft 1. bis 4. Woche (1. Monat)

Erste Zellteilung in der Schwangerschaft
Erste Zellteilung
Quelle: swissmom.ch

1. bis 2. Schwangerschaftswoche (SSW 1 bis SSW 2)

Eines der ca. 200 Millionen Spermien hat die Eizelle im Eileiter erreicht und innerhalb von 12 Stunden nach dem Eisprung befruchtet. Danach verhärtet sich die äußerste Schicht der Eizelle, damit keine zusätzlichen Samenfäden eindringen können. Während die Zellen des Körpers einen doppelten Chromsomensatz haben, besitzen Eizelle und Spermium jeweils nur einen halben Chromosomensatz. So bekommen Kinder von ihren Eltern eine zufällige Auswahl von Genen und alle damit verbundenen Merkmale.

3. bis 4. Schwangerschaftswoche (SSW 3 bis SSW 4)

Nach der Befruchtung beginnt sich die Eizelle, die nur so groß ist wie der Bruchteil eines Millimeter, zu teilen bis ein Zellhaufen, die Morula, entsteht. Diese wandert über den Eileiter zur Gebärmutter, wo sie in ihrem Innern einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum bildet. Der gedeihende "Zellhaufen" wird Blastozyste genannt. Die Blastozyste besteht aus zwei Zellgruppen: Aus der inneren Zellgruppe wird sich das Kind entwickeln, die äußere bildet die Plazenta (Mutterkuchen) und die Fruchtblase, die sich in die Gebärmutter einnistet. Die äußere Wand wird als Trophoblast bezeichnet, die innere Zellansammlung als Embryoblast. Die Fruchtblase wird das Embryo wie ein Polster vor Verletzungen schützen und normalerweise erst während der Geburtswehen einreißen.

 

Sobald die Einnistung stattgefunden hat, bilden sich aus der Masse an Zellen in mehreren Stufen drei verschiedene Zelllagen, die so genannten Keimblätter: 

Der kleine Keim entwickelt sich in drei unterschiedlichen Zellschichten, den Keimblättern, weiter:

  1. Zuerst entsteht die äußerste Zellschicht, das Ektoderm.
    Aus diesem entwickeln sich nach und nach folgende Strukturen: das zentrale Nervensystem, das periphere Nervensystem, das sensorische Epithel (hieraus entwickeln sich die Sinnesorgane), die Haut und Haaranlagen, die Hypophyse, die Schweißdrüsen, die Milchdrüsen, der Zahnschmelz.
  2. Aus der inneren Zellschicht, dem Entoderm, entstehen diese Strukturen: die Schilddrüse und die Nebenschilddrüse, die Leber, die Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die Mandeln, die ableitenden Harnwege, die innere Auskleidung des Verdauungstrakts (Gastrointestinaltrakt) und die des Atmungstrakts (Respirationstrakt).
  3. Durch Einstülpung von Ektodermzellen entlang der Mittellinie nach innen entsteht zwischen Ekto- und Entoderm das mittlere Keimblatt, das Mesoderm.
    Nun beginnt die Bildung der Organe. An der Längsachse des Embyos sinkt der mittlere Punkt des Ektoderms leicht ab, so dass sich von den Seiten Zellen nachschieben können und sich ein "geschlossenes Rohr", das Neuralrohr, bilden kann. Aus dem Neuralrohr entsteht der größte Teil des Nervensystems und das Gehirn. Gleichzeitig gliedert sich das Mesoderm auf beiden Seitendes des Neuralrohrs in gleichgroße Zellblöcke. Aus ihnen entwickeln sich: die Wirbelsäule mit den einzelnen Wirbelkörpern, die Knorpel und Knochen, das Herz und Kreislaufsystem (Blut und Lymphgefäße), die quergestreifte Muskulatur,  das Bindegewebe, die Nieren, Milz, Geschlechtsorgane und Teile der meisten inneren Organe. 

Ein Embryo ist entstanden. Am Ende der 4. Woche ist er schon 10.000 mal größer, als die befruchtete Eizelle. Rasend schnell enwickelt er sich weiter. Das Herz beginnt zu schlagen und die ersten Organe werden bald angelegt.

 

 

Die Schwangerschaftswochen werden berechnet, indem man vom ersten Tag der letzten Periode ausgeht, und nicht vom Zeitpunkt der Befruchtung.   

Spätestens sieben Tage nach der Befruchtung nistet sich die Blastozyste in die schon darauf vorbereitete Schleimhaut der Gebärmutter ein. Dies ist die Implantation, Nidation oder Einnistung, während der es zu einer leichten Schmierblutung kommen kann, die nicht selten für den Beginn der Menstruation gehalten wird. Bei der Einnistung wird durch die äußere Zellschicht (Trophoblast) eine erste Verbindung zu den mütterlichen Blutgefäßen hergestellt.

 

Die Plazenta (jetzt noch Chorion, später Mutterkuchen genannt) ist eine zottige Hülle mit winzigen bäumchenartigen Ausläufern. Das Chorion ist mit dem sich entwickelnden Embryo durch einen Haftstiel, die spätere Nabelschnur, verbunden. Die Zotten nehmen Kontakt zu den mütterlichen Blutgefäßen auf und ermöglichen so die wichtigste Funktion der Plazenta: den Austausch von Sauerstoff, Nähr- und Abfallstoffen zwischen dem mütterlichen und kindlichen Kreislauf.

Die Plazenta ist wichtig für das Wachstum der Gebärmutter und Veränderungen der Brust als Vorbereitung auf das Stillen. Sie produziert verschiedene Hormone, z. B. HCG (Humanes Choriongonadotropin, das man auch „Schwangerschaftshormon“ nennt), Östrogen und Progesteron (das Gelbkörperhormon). Diese Hormone sorgen dafür, dass keine Periodenblutung ausgelöst wird und die Schwangerschaft weiterhin bestehen bleibt. Die Plazenta wirkt wie eine Barriere gegen viele (nicht aber alle) schädigenden Einflüsse, wie gewisse Infektionen.