Schwangerschaft 37. bis 40./41. Woche (10. Monat)
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37. Schwangerschaftswoche (SSW 37)
Die Plazenta hat gegen Ende der Schwangerschaft einen Durchmesser von 20 bis 25 cm, ist ca. 3 cm dick und 500 g schwer. 80 Liter Blut fließen jetzt täglich hindurch. Die Plazenta produziert aber auch die Hormone, die Ihre Brust auf das Stillen vorbereitet.
Die Hormonwirkung wird auch bei Ihrem Baby sichtbar sein: Neugeborene haben oft eine Brustschwellung, die sich aber in den ersten Lebenstagen wieder verliert.
Die Finger- und Fußnägel Ihres Kindes gehen schon bis zum Ende der Finger- und Zehenkuppen. Das Kopfhaar kann bis zu 5 cm lang sein! Bei Jungen sollten die Hoden jetzt aus dem Leistenkanal in die Hodensäckchen ausgetreten sein. Das Gewicht Ihres Kindes liegt schon bei ca. 2900 g, der Kopfdurchmesser beträgt 87 bis 101 mm.
Ihr Kreislauf pumpt extra viel Blut durch den Körper, dabei verbrennen Sie auch viel mehr Kalorien. Es kann vorkommen, dass Sie jetzt dadurch Hitzewellen haben.
Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass Akupunktur unter der Geburt die Wehenschmerzen erleichtern kann. Man setzt diese Form der chinesischen Medizin aber heute auch schon zur Geburtsvorbereitung ein. Von speziell ausgebildeten Fachleuten (Ärzten oder Hebammen) wird in den letzten vier Schwangerschaftswochen ein bis zweimal pro Woche "genadelt". Das Ergebnis ist eine verbesserte Muttermundreifung und signifikant kürzere Geburtsdauer. Man kann die Wirkung der Akupunktur durch Elektrostimulation noch verstärken.
Wissen Sie schon, wie Sie in die Klinik kommen? Wenn die Fruchtblase schon geplatzt ist und nicht nur tröpfchenweise sondern im Schwall Fruchtwasser abgeht, können Sie übrigens einen Krankenwagentransport in Anspruch nehmen.
38. Schwangerschaftswoche (SSW 38)
Ihr Baby ist in jeder Hinsicht "ausgereift". Alle Organe sind vollständig ausgebildet und funktionsfähig. Fettpolster sind angelegt, Lanugohaare und Käseschmiere (Vernix caseosa) zum größten Teil verschwunden. Auch alle Sinne sind ausreichend entwickelt.
Wenn Ihr Kind jetzt geboren wird, zählt es nicht mehr als Frühgeburt, sondern als "termingerecht geboren".
Die großen Schädelnähte am Kopf Ihres Kindes verknöchern erst im Laufe des ersten Lebensjahres. Sie lassen sich deshalb beim Durchtritt durch den Geburtskanal etwas zusammenschieben, das erleichtert die Geburt! Die rautenförmigen Knochenlücken, die nur von Haut bedeckt sind, nennt man Fontanellen. Die große Fontanelle wird ungefähr mit 18 Monaten geschlossen sein.
Ih Baby dürfte jetzt schon ca. 3150 g wiegen, bei einem Kopfdurchmesser von ca. 89 bis 102 mm.
Kaiserschnitt?
Wenn bei Ihnen aus irgendeinem Grund ein geplanter Kaiserschnitt vorgesehen ist, wird er wahrscheinlich in dieser Woche stattfinden.
Keine Angst vor der Geburt
Viele Frauen haben vor der Geburt regelrechte Alpträume, was ganz normal ist. Zu viel Unbekanntes und Unangenehmes liegt darin, das man in seinen Ausmaßen nicht erfassen kann. Der Geburtsschmerz ist ein natürlicher Teil des Geburtserlebnisses. Sie wissen zu jedem Zeitpunkt, wofür Sie die Schmerzen ertragen.
Gut ist es, wenn Sie in jeder Lage Entspannung bewusst anwenden können. Denn eine normale, bequeme Körperhaltung gibt es für Hochschwangere nicht mehr. Die Gebärmutter ist nun zwanzig Mal schwerer als vor der Schwangerschaft. Alle Muskeln, Sehnen und Bänder sind maximal beansprucht. Das macht sich vor allem im Bereich der unteren Wirbelsäule bemerkbar. Zudem ist die Wirbelsäule durch Wassereinlagerungen in den Bändern auch nicht mehr so stabil, denn die grossen und kleinen Gelenke Ihres Körpers bereiten sich schon auf die Dehnung bei der Geburt vor.
Versuchen Sie, den Rücken immer so gerade wie möglich zu halten und das Becken beim Gehen etwas nach vorne zu kippen: Ein Hohlkreuz und der typische "Schwangeren-Watschelgang" verschlimmern nur die Rückenschmerzen.
39. Schwangerschaftswoche (SSW 39)
Die Bewegungen Ihres Kindes sind nicht mehr so häufig zu spüren. Es sitzt jetzt mit angewinkelten Beinen und verschränkten Armen - da bleibt für Bewegungen nicht viel Platz! Erschrecken Sie nicht, wenn es sich kaum noch und nur noch langsam bewegt. Immerhin ist es ja jetzt - ausgestreckt - schon etwa einen halben Meter lang! Wenn es wach ist, sind seine Augen jetzt ständig geöffnet.
Bei einem Gewicht von ca. 3350 g ist der Kopfdurchmesser nun ca. 90 bis 103 mm groß.
Sie entscheiden selbst
Es gibt viele Möglichkeiten der Schmerzerleichterung vor und unter der Geburt. Im Geburtsvorbereitungskurs hat man Ihnen einen Überblick über die verschiedensten Methoden der natürlichen Schmerzerleichterung gegeben, z.B. Massage, Atem- und Entspannungsübungen, Akupunktur, körperliche Bewegung, warmes Wasser als Bad oder Dusche, Homöopathie, Hypnose, Aromatherapie und vieles mehr. Auch die medizinischen Möglichkeiten der Schmerzbekämpfung, der Analgesie und Anästhesie sind besprochen worden. Nur Sie selbst können entscheiden, was für Sie das Beste ist.
40./41. Schwangerschaftswoche (SSW 40 / SSW 41)
Jetzt kann der große Tag nicht mehr weit sein! Steht der Klinikkoffer bereit? Wenn Sie sich für eine Hausgeburt entschieden haben, muss auch alles vorbereitet sein: Ein warmer Raum mit ausreichend Platz für Sie, Ihren Partner, alle anderen, die dabei sein wollen/sollen, und die Hebamme.
Die letzten Tage können unendlich lang werden. Planen Sie ein paar besondere Aktivitäten für diese Zeit. Lassen Sie sich von Freunden einladen oder gehen Sie mit Ihrem Partner alleine schön essen, besuchen Sie ein Museum, gehen Sie ins Kino oder ins Theater - vielleicht dauert es eine Zeitlang, bis Sie das alles wieder unternehmen können ...
Die meisten Frauen bemerken in diesen Tagen den sogenannten "Nestbauinstinkt" - einen plötzlichen Energieschub, der sie dazu bringt, Schubladen aufzuräumen, Fenster zu putzen. Viele Fachleute sind der Meinung, dass dieses Verhalten sehr nützlich zur natürlichen Auslösung von Wehen ist, andere wiederum empfehlen, dem Energieschub nicht nachzugeben und die Kräfte lieber für die anstehende anstrengende Geburtsarbeit aufzusparen.
41. bis 42. Schwangerschaftswoche (SSW 41 bis SSW 42)
Haben Sie haben das Gefühl, dass Ihre Schwangerschaft überhaupt nie mehr aufhören wird? Etwa 10 Prozent aller Schwangerschaften gehen bis zu zwei Wochen über den Termin hinausgehen - in den meisten Fällen aufgrund falscher Berechnungen.
Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin wird in regelmässigen Abständen Tests durchführen, um zu sehen, ob die Plazenta noch ausreichend arbeitet und Sauerstoff und Nährstoffe für das Kind bereitstellt. Sollte sich das geringste Risiko herausstellen, wird sofort die Geburt eingeleitet. Nach 41 ½ Wochen wird Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin sowieso spätestens die Wehen einleiten, um eine Übertragung zu verhindern.
Und dann haben Sie es geschafft.
Herzlichen Glückwunsch!



