Motorische Entwicklung

Die meisten Kinder robben nun vorwärts. Mit gebeugten Unterarmen zieht es den Körper auf dem Ellbogen nach vorne. Es beginnt über die Seitenlage schon fast in Sitzhaltung zu gelangen, wenn auch noch etwas schräg. Ende des neunten Monats macht es Versuche, sich aufzurichten und in den Kniestand zu gelangen. Im Stehen gehalten, versucht es die ersten Schritte, wobei dei Fußsohlen voll belastet werden. Ihr Baby weiss nun auch, wie es seine Knie beugen muss und sich vom Stehen wieder hinsetzen kann – was gar nicht so leicht ist!

 

Ihr Baby ist jetzt sehr aktiv. Es will nicht mehr immer nur liegen, sondern auch sitzen, weil es so natürlich auch viel besser mitbekommen kann, was alles um es herum geschieht. Halten Sie ihm zwei Finger hin, so wird es sich daran hochziehen und selbst in die Sitzstellung bringen. Sie halten es dann höchstens noch an den Handgelenken oder den Händen fest. So kann das Baby schon mehr als eine Minute lang frei sitzen bleiben, denn der Rücken (obgleich noch nicht ganz gerade) hält es im Gleichgewicht. Zudem stützt es sich mit einer oder mit beiden Händen ab. Es kann sich dabei nach vorne beugen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

 

Bereits seit einigen Monaten ist Ihr Kind stark mit seinen Händen beschäftigt und lernt deren Funktionen kennen und schätzen. Gegenstände werden mit Daumen und Zeigefinger im „Scherengriff“ genommen. Es greift nach einem Spielzeug, das Sie vor ihm in einen Kasten legen. Lassen Sie Ihr Baby aus der Tasse trinken, wird es Ihnen helfen, sie zu halten. Aber nicht nur Bälle, Kuscheltiere und Spielzeug werden ergriffen, längst hat Ihr kluges Kind auch den Wert seiner Hände und Finger erkannt, wenn es darum geht, einen Keks zu ergattern, ihn an den Mund führen und zu essen. Fällt der Keks hin, wird das Kind alles dafür tun, ihn wieder aufzuheben.

 

 

Sensorische und psychische Entwicklung

Zu Anfang hatte Ihr Kind nur eine Tonlage, bzw. je nach Kraft und Energie wurde das Schreien und Weinen mal leiser, mal lauter. Mittlerweile aber hat Ihr Baby gelernt, dass es seine Stimme in verschiedenen Tonlagen einsetzen kann. Das Plappern wird immer abwechslungsreicher und das Kind lallt Silben hintereinander.

Das kann sogar eine richtige „Brabbelkonversation“ mit einem Erwachsenen werden: Das Baby formt einen Laut und wartet, während der Erwachsene antwortet. Dann erwidert es etwas darauf. Das Kind führt die Unterhaltung solange fort, wie man es ansieht und direkt mit ihm spricht. Wenn es sich ärgert, spricht es nicht.

 

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Intelligenzentwicklung des Kindes wesentlich davon abhängt, wie viele Worte es pro Tag zu hören bekommt! Dabei zählt aber nur die direkte, auf das Kind gerichtete Kommunikation. 

 

Fast alle Kinder lieben Musik. Kein Wunder, denn das erste Geräusch, das ein Kind wahrnimmt, ist der rhythmische Herzschlag der Mutter. Dies bedeutet: Je rhythmischer die Musik ist, desto intensiver wird Ihr Baby darauf reagieren. 

Fördern Sie diese Leidenschaft und nehmen Sie das Kind auf den Schoß, wiegen es im Rhythmus der Musik, klatschen Sie mit seinen Händen dazu. Sobald es anfängt, selbst zu klatschen, können Sie es begleiten und auch leiten, wenn Sie dazu den Takt mit einem Löffel schlagen etc. Wird das Kind älter und ist vom Trommeln selbst begeistert, so klatschen Sie den Rhythmus dazu. 

 

Kinder spielen gern Verstecken - auch schon mit neun Monaten.

 

 

Körperliche Entwicklung

Ihr Kind wiegt nun etwa 8 bis 9 kg und ist ca. 72 cm goß.

Viele Eltern fragen sich nun, ob sie ihrem Kind nun Schuhe kaufen sollten. Die meisten Kinderärzte sind sich da einig: Schuhe sind erst nötig, wenn das Kind regelmässig draussen läuft. Bis dahin ist Barfußlaufen (bzw. auf rutschfesten Socken) das allerbeste für die Fußentwicklung und den Gleichgewichtssinn.