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PHILIPS AVENT

 Wissenschaftlicher Austausch mit:
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.

Schwangerschaft 13. bis 16. Woche (4. Monat)


Fetoskospie in der 16. Schwangerschaftswoche (SSW 16)

Fetoskospie in der 16. SSW
Quelle: swissmom.ch

13. Schwangerschaftswoche (SSW 13)

In der 13. Woche ist der Fetus noch winzig, aber alle Organe sind bereits fertig ausgeformt. Sie müssen nun noch an Größe zunehmen und zu ihrer vollen Funktionsfähigkeit gelangen. Der kleine Körper ist immer noch sehr weich. Insbesondere das äußerst verletzliche Gehirn braucht einen besonderen knöchernen Schutz. Der Schädel des Feten besteht deshalb aus großen und gewölbten Knochen. Da das Gehirn noch ungehindert wachsen muss und dafür Spielraum benötigt, sind die Schädelknochen noch nicht miteinander verwachsen.

Langsam beginnen sich die Proportionen anzupassen - der Kopf wächst nicht mehr so schnell, wie der restliche Körper.

Die ersten Knochen sind aus dem Knorpelgewebe entstanden: Bein- und Beckenknochen und die Rippen sind als ultraschalldichte Strukturen hell im Ultraschallbild erkennbar. Die Umwandlung von Knorpel in Knochen geschieht in den langen Röhrenknochen, die das Grundgerüst für Arme und Beine bilden. Ihre Endstücke werden erst im Teenageralter vollständig verknöchert sein. Danach ist ein weiteres Wachstum der Knochen und damit des Körpers nicht mehr möglich. Im Bereich der Oberlippe und als Wimpern wachsen die ersten Haare. Sogar die winzigen Gesichtsmuskeln funktionieren: Ihr Baby kann schon gähnen, die Stirn runzeln, am Daumen lutschen und die Lippen bewegen. Es gebraucht kräftig seine Arm- und Beinmuskeln, auch wenn Sie es noch nicht spüren können.

 

Ab jetzt wird bei der Ultraschalluntersuchung normalerweise nicht mehr die Scheitel-Steiss-Länge des Feten gemessen, sondern seine Entwicklung anhand der Kopfmasse beurteilt. Dazu misst man den "biparietalen Durchmesser" (BIP oder BPD), also den Abstand zwischen den beiden Scheitelknochen am Schädel, und zusätzlich einige andere Parameter. Da das Kind bis zum Ende der Schwangerschaft immer gekrümmter und eingeengter liegen wird, ist die Längenmessung nicht mehr zuverlässig genug.

Der Kopfdurchmesser des Fetus beträgt in etwa 21 bis 29 mm, sein Gewicht ca. 30 g.

 

Die Plazenta erreicht ihr volle Funktion

Die Plazenta, der Mutterkuchen, hat zu diesem Zeitpunkt die volle Funktion erreicht. Sie sorgt dafür, dass Sauerstoff und Nährstoffe aus Ihrem Kreislauf zum Kind transportiert werden. Das Ungeborene liefert seine Abfallprodukte über die Nabelschnur wieder zurück. Die Plazenta wirkt auch wie eine Schranke gegenüber schädlichen Substanzen - aber leider nicht gegen alle. Sie sollten also vorsichtig sein mit allem, was Sie essen, trinken und einatmen.

 

Rauchen ist besonders schädlich in der Schwangerschaft. Eine der Auswirkungen ist das Zusammenziehen der Blutgefäße, so dass die Durchblutung eingeschränkt ist. Bei jeder Zigarette schnappt das Ungeborene nach Luft. Die Nikotinkonzentration erreicht im Fruchtwasser, im Mutterkuchen und im Blut des Ungeborenen höhere Werte als im Körper der Mutter! Es geht aber nicht nur um das Nikotin allein: Der Tabakrauch enthält rund 4000 weitere Chemikalien, wie z. B. Ammoniak, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Benzol, Cadmium oder Nitrosamine mit erbgutschädigenden oder krebserregenden Wirkungen.

Neugeborene rauchender Mütter haben ein niedrigeres Geburtsgewicht, einen kleineren Kopfumfang und sind auch in der Körperlänge etwas kleiner. Aber vor allem kommen sie häufiger als Frühgeborene zur Welt!

Bei einer unter etwa 150 Schwangerschaften sitzt die Plazenta nicht im oberen Teil der Gebärmutter sondern tiefer, manchmal sogar so tief, dass der innere Muttermund teilweise oder vollständig verdeckt ist (Plazenta praevia). Dadurch kann es in der späteren Schwangerschaft, wenn das Kind auf die Plazenta drückt, und vor allem während der Geburt zu gefährlichen Blutungen kommen. Heutzutage sind solche Notfallsituationen sehr selten geworden, denn durch die regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen ist eine Plazenta praevia schon früh zu diagnostizieren. Notfalls kann dann von vornherein eine geplante Kaiserschnittentbindung durchgeführt werden. Eine tiefsitzende Plazenta kann jedoch auch ganz von alleine wieder ein Stück nach oben wandern. 

 

 

 

14. Schwangerschaftswoche (SSW 14)

Ab der 14. SSW sind die äußeren Geschlechtsorgane unterscheidbar. Der Fetus wächst weiter recht schnell und gleicht immer mehr einem Neugeborenen. Alle Organsysteme sind fertig ausgebildet und funktionieren schon – allerdings nur im Mutterleib! Die Lungenfunktion übt sich auch ohne Luft am Fruchtwasser, es wird praktisch schon ein- und ausgeatmet. Diese „Atembewegungen“ kann man sehr gut im Ultraschallbild sehen, sie sind ein wichtiges Training für die Zeit nach der Geburt. Bis dahin wird die Sauerstoffversorgung natürlich noch über die Plazenta sichergestellt.

Die Sinnesorgane, zum Beispiel der Tast-, Gleichgewichts- und Geschmackssinn, sind auch schon recht gut entwickelt. Reize werden aufgenommen und an das Gehirn weitergeleitet. Neben dem Hand-Greif-Reflex funktioniert auch schon der Saugreflex. Daumenlutschen gehört zu den liebsten Beschäftigungen!

Der Kopfdurchmesser des Fetus beträgt ca. 25 bis 32 mm, das Gewicht ca. 50g.

 

Auf Reisen 

Der 4. und 5. Monat der Schwangerschaft sind ideal für Reisen oder Ferien. Folgendes ist für Sie wichtig:

  • regelmäßige Pausen bei längeren Fahrten,
  • reichlich trinken - das beugt Harnwegsinfekten vor,
  • bewegen der Beine, um einer Thrombose vorzubeugen, die entstehen bei längerem Sitzen mit angewinkelten Beinen entstehen kann.

Spezielle Reiseimpfungen oder auch die Einnahme von Medikament sollten Sie sicherheitshalber mit Ihremn Frauenarzt, Ihre Frauenärztin besprechen. 

Flugreisen, auch über lange Strecken, sind bis zum 7. Monat unproblematisch, wenn Sie nicht unter hohem Blutdruck leiden und keine Gefahr für eine Fehlgeburt oder Frühgeburt erkennbar ist. Vermeiden Sie aber Reisen in völlig andere Klimazonen, hygienisch problematische Gebiete und Länder mit schlechter ärztlicher Versorgung.

 

 

 

Ultraschallbild in der 15. Schwangerschaftswoche (SSW 15)

Ultraschallbild in der 15. SSW
Quelle: swissmom.ch

15. Schwangerschaftswoche (SSW 15)

Ihr Baby nimmt enorm an Gewicht zu. Alle Muskeln reagieren auf Reize vom Gehirn und werden eifrig bewegt. Mit einem kleinen Gerät, das nach der Doppler-Methode funktioniert, kann man schon seinen Herzschlag hörbar machen. Das Herz ist bereits fast perfekt entwickelt: Das reicht von den Vorhöfen über die Herzkammern bis zu den Herzklappen. Eine ovale Öffnung, das "Foramen ovale", bleibt zunächst zwischen den beiden Vorhöfen bestehen. Durch dieses wird während der Schwangerschaft der Lungenkreislauf bei der Versorgung des Körpers umgangen. Die Öffnung schließt sich erst in den Tagen nach der Geburt.

Einige der bereits seit geraumer Zeit angelegten Organe werden nun aktiv: Die Leber produziert Gallenflüssigkeit und die Bauchspeicheldrüse nimmt langsam die Insulinproduktion auf, die den Blutzucker-Stoffwechsel reguliert.

Am Auge sind Hornhaut, Linse und Iris fertig entwickelt, aber noch vom Augenlid fest bedeckt. Der Kopfdurchmesser schwankt zwischen 28 bis 37 mm, das Gewicht des Feten liegt bei ca. 80 g.

In der 15. bis 18. Woche verstärken sich die Knochen. Dazu wird ausreichend Kalzium benötigt. Auch die Lungen entwickeln sich weiter - der Fetus "atmet" das Fruchtwasser ein und aus. Er kann nun hören, da sich die bislang knorpeligen Gehörknöchelchen verknöchern.

 

Vorsicht vor Harnwegsinfekten

Häufiges Wasserlassen ist durch die wachsende Gebärmutter, die auf Blase und Harnwege drücken kann, normal. Durch die Hormone sind die ableitenden Harnwege weiter gestellt und entspannter, so dass Keime leichter aufsteigen und Infekte auslösen können.

Sollten Sie beim Wasserlassen einen brennenden Schmerz verspüren und ständig das Gefühl haben, die Blase leeren zu müssen, kann eine Blasenentzündung dahinterstecken. Dann hilft es manchmal schon, sich wärmer anzuziehen und viel warmen Früchte-, Kräuter- oder Blasentee zu trinken. Sollten die Beschwerden nach 24 Stunden noch nicht nachgelassen haben oder sich sogar verstärkt haben, oder der Urin sogar verfärbt sein und Sie Fieber bekommen, sollten Sie sich sofort bei Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin melden. Harnwegsinfekte können unbehandelt eine Fehl- oder Frühgeburt verursachen!

Auch in der Schwangerschaft kann man mit bestimmten Antibiotika, die dem Ungeborenen nicht schaden, eine Harnwegsinfektion schnell und wirkungsvoll behandeln. Auf keinen Fall sollte man riskieren, dass eine nicht ernstgenommene Blasenentzündung in eine Nierenbeckenentzündung übergeht.

 

Infektionen im Scheidenbereich

sind in der Schwangerschaft ebenfalls nicht selten. Die Hormone bewirken eine Veränderung im pH-Wert des Scheidenmilieus, so können sich Bakterien und Hefepilze leichter vermehren. Bei juckendem Ausfluss und geröteter, brennender Schleimhaut liegt am ehesten eine Mykose, d. h. Infektion mit Candida albicans (Soor) vor. Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin kann Ihnen Scheidenzäpfchen gegen die Pilzinfektion verschreiben, die meist eine rasche Wirkung zeigen. Sie selbst können einer erneuten Infektion vorbeugen, indem Sie mehr Vollwertprodukte, Obst und Gemüse und möglichst wenig Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel essen.

 

Spezielle Untersuchungen

Mit einem AFP-plus Test , auch Trippel-Test genannt, können Sie (frühestens in der 16. SSW)Ihr persönlichen Risiko für die Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom einschätzen lassen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin, denn dieser Bluttest ist nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, bedeutet letztendlich noch keine Diagnose.

 

 

 

16. Schwangerschaftswoche (SSW 16)

Während in den ersten vier Monaten vor allem die rasche Entwicklung aller Organe Ihres Kinds im Vordergrund stand, geht es ab der 16. Schwangerschaftswoche darum, dass der kleine Körper bis zur Geburt noch einige Zentimeter an Größe zulegt. Der Fötus gibt jetzt allmählich seine gekrümmte Haltung auf und beginnt sich mehr und mehr zu strecken. Auf diese Weise trainiert er seine Rücken- und Nackenmuskulatur. 

Die fetalen Knochen werden dichter und härter. Blutgefäße scheinen durch die noch transparente Haut. Körperfett lagert sich an, und ein wolliger Flaum, die Lanugohaare, bedecken den Körper. Die feinen Härchen sind dazu da, die vor dem Fruchtwasser schützende Käseschmiere (Vernix caseosa) auf der Haut festzuhalten. Auf dem Kopf beginnen Haare, Wimpern und Augenbrauen zu wachsen. Nerven und Muskeln sind jetzt endgültig miteinander verbunden, d. h. Ihr Kind kann alle Gelenke frei bewegen.

Auch die Gesichtsmuskulatur arbeitet schon. Ihr Baby kann Grimassen schneiden! An den Fingerkuppen und Zehenenden bilden sich individuelle, kleine Rillen. Der einzigartige Fingerabdruck Ihres Kinds entsteht.

Die fetale Schilddrüse fängt mit der Produktion von Schilddrüsenhormon an, was wichtig für das weitere Wachstum Ihres Kindes ist. Für die optimale Funktion braucht die Schilddrüse Jod, weshalb viele Ärzte Schwangeren zusätzlich Jodtabletten verschreiben. Sie können selbst zu einer besseren Jodversorgung beitragen, indem Sie Jodsalz verwenden und mindestens zweimal in der Woche Meeresfisch auf Ihren Speiseplan setzen.

Der Kopfdurchmesser Ihre Kindes beträgt ca. 32 bis 40 mm, das Gewicht etwa 110 g und die Fruchtwassermenge: 250 ml.

 

Die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Ihr Gynäkologe / Ihre Gynäkologin wird mit Ihnen über iene Fruchtwasseruntersuchung sprechen, wenn Sie 35 Jahre oder älter sind oder ein etwas höheres Risiko haben, ein Kind mit einer Chromosomenstörung zur Welt zu bringen. Durch die Amniozetese können die fetalen Chromosomen bestimmt werden. Unter Ultraschallsicht wird eine lange, dünne Nadel durch die Bauchdecken vorgeschoben und eine kleine Menge Fruchtwasser entnommen. Die Fruchtwasserzellen müssen erst angezüchtet werden, damit man die Chromosomen darstellen kann, daher dauert es ca. 2 bis 3 Wochen, bis ein Ergebnis vorliegt.

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