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Erste Anzeichen der Geburt

Der Zeitpunkt, an dem die "echten Wehen" einsetzen, ist bei jeder Frau anders. Das gilt auch für die weiteren Anzeichen der bevorstehenden Geburt. In den letzten Wochen vor der Geburt haben fast alle Schwangeren so eine Art Vorwehen, Übungswehen, wilde Wehen oder Senkwehen, die ganz ähnlich wie echte Wehen sein können.

 

Doch gibt es einige deutliche Anzeichen wie:

  • der Abgang des evtuell leicht blutigen Schleimpfropfs (Zeichnen)
  • regelmäßige Kontraktionen
  • das Platzen Ihrer Fruchtblase (Blasensprung) und
  • darüber hinaus noch eher unspezifische Veränderungen, an denen gut informierte Schwangere und erfahrene Mütter erkennen, dass es jetzt innerhalb von Stunden oder Tagen los geht.

Als Faustregel gilt, dass Kontraktionen in Abständen von ca. zehn Minuten die ersten Anzeichen der bevorstehenden Geburt sind. Dabei kann sich der eigentliche Geburtsbeginn durchaus hinauszögern, und es kann noch sehr lange dauern, bis Ihr Kind zur Welt kommt.

 

Letzendlich kommt es auch auf Ihr Gefühl an. Fühlen Sie sich zu Hause unsicher und ängstlich, begeben Sie sich besser in fachkundige Hände. Auch wenn die Wehen noch nicht ganz alle 10 Minuten kommen. Wenn es Ihnen in Ihrer gewohneten Umgebung noch besonders gut geht und es Ihnen gelingt, die Ruhe zu genießen, brauchen Sie noch nicht aufzubrechen. Tanken Sie ruhig noch Kraft und nehmen Sie die gute Stimmung von zu Hause mit. Gerade die ersten Kinder kommen selten überstürzt. 

 

Viele Frauen haben Angst, wieder nach Hause geschickt zu werden, wenn die Wehen noch nicht oft genug kommen. Das ist häufig nur bei einem eindeutigen Fehlalarm der Fall, also wenn sich überhaupt noch nichts tut und der Herzton-Wehenschreiber keine Kontraktionen dokumentieren kann.

 

Auf jeden Fall sollten Sie sich zur Klinik begeben, wenn die Fruchtblase gesprungen  ist, am besten dann sogar in liegender Position.

 

 

 

 

Echte Wehen

Die Kontraktionen, die den Geburtsbeginn einleiten, können zunächst krampfartige Schmerzen sein, ähnlich den Schmerzen während der Mensturation. Sie sind im Bauch, im Rückenbereich oder in den Oberschenkeln spürbar. Später können sich die Wehen wie ein Gürtel anfühlen, der immer enger wird und sich dann wieder lockert. Setzen die Geburtswehen in der Nacht ein, ist es praktisch unmöglich, wieder einzuschlafen, da die Kontraktionen immer stärker werden. Zwischen den Wehen liegt jeweils eine völlig schmerzfreie Phase. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Wehen eingesetzt haben, ist, dass sie durch ein warmes Bad nicht gemildert, sondern eher noch verstärkt werden. Jede Frau wird jedoch die Wehen wieder anders erleben, da nicht alle Frauen gleich schmerzempfindlich sind.

 

Geburtswehen können zu Beginn sehr schwach sein bzw. in großen Abständen auftreten und sind somit leicht mit den Vorwehen zu verwechseln. Wenn die Kontraktionen allmählich stärker und schmerzhafter werden, länger andauern und in immer kürzeren regelmäßsigen Abständen auftreten, können Sie davon ausgehen, dass die Geburt eingeleitet ist.

 

Kontraktionen, die länger als 20 und bis zu 60 Sekunden andauern, über eine Stunde hinweg alle fünf bis sieben Minuten auftreten und kontinuierlich immer schmerzhafter werden, sind normalerweise ein sicheres Anzeichen für die "echten" Wehen. Jetzt sollten Sie sich umgehend mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin oder Ihrer Hebamme in Verbindung setzen und/oder in die Klinik fahren.

 

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Wilde Wehen

Bereits im letzten Schwangerschaftsdrittel kommt es in der Gebärmuttermuskulatur zu Kontraktionen, also einem abwechselnden Zusammenziehen und Entspannen der Muskulatur. Diese Kontraktionen werden auch als wilde Wehen, Senkwehen, Übungswehen oder Vorwehen bezeichnet und sind sozusagen ein Training für die Gebärmutter. Wenn dies nicht Ihre erste Schwangerschaft ist, können diese Kontraktionen manchmal sogar schon in der 20. Schwangerschaftswoche einsetzen.

 

Diese Vorwehen werden zwar in einigen Fällen als unangenehm, aber selten als schmerzhaft empfunden. Sie sind schwach, unregelmässig, dauern meist weniger als 30 Sekunden und kommen maximal dreimal pro Stunde vor. Der Bauch wird dabei hart, und ein Ziehen läuft vom Rücken bis in die Beine.

 

Manche Frauen halten diese frühen Kontraktionen für die einsetzenden Geburtswehen, denn die wilden Wehen können stärker werden und häufiger auftreten, je näher der Zeitpunkt der Geburt rückt.

 

In den letzten Wochen Ihrer Schwangerschaft lockert sich auch der Gebärmutterhals unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone. Dabei verkürzt er sich von oben nach unten, d.h., er "verstreicht".

 

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Der Schleimpfropf

Der Schleimpfropf bildet sich zu Beginn der Schwangerschaft im Muttermund und schützt dort die Gebärmutter z.B. vor aufsteigenden Keimen. Wenn dieser Schleimpropf ausgeschieden wird, ist dies u.a. ein Hinweis für das baldige Einsetzen der echten Wehen. Ist er mit wenig Blut vermischt ist, wird das "Zeichnen" genannt. Der Muttermund hat sich geweitet und dabei löst sich der Schleim.

 

Normalerweise ist der Pfropf von klebriger oder schleimiger Konsistenz und mit Blut durchsetzt, so dass ein rötlicher oder brauner blutiger Ausfluss entsteht. Es wird also lediglich Schleim mit einer geringen Menge Blut ausgeschieden. Bei starkem Blutverlust sollten Sie sich deshalb sofort mit Ihrer Hebamme oder der Klinik in Verbindung setzen.

 

Der Schleimpfropf kann sich schon bis zu zwölf Tage vor Einsetzen der Wehen lösen, in den meisten Fällen geschieht dies allerdings erst ungefähr einen Tag vorher. Wenn Sie den Abgang des Pfropfes etwa zum Zeitpunkt Ihres errechneten Geburtstermins beobachten, ohne jedoch einen Blasensprung bzw. Blutungen oder regelmäßig auftretende Kontraktionen zu bemerken, dann brauchen Sie sich noch nicht in die Klinik begeben. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Ihre Wehen innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage beginnen. Bei manchen Frauen setzen die Wehen auch ohne vorheriges Zeichnen ein.

 

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Der Blasensprung

Die Fruchtblase, die Ihr Baby umgibt, kann zum Beispiel nach dem Abgang des Schleimpfropfes platzen. Dies ist ein sicheres Zeichen, dass die Geburt beginnt. Wenn die Fruchtblase platzt (Blasensprung), ist die absolut schmerzlos. Flüssigkeit läuft langsam aus der Scheide, manchmal aber auch in einem plötzlichen Schwall. Normalerweise ist das Fruchtwasser klar. Es kann aber auch gelblich, grünlich oder bräunlich verfärbt sein. Bei einem Blasensprung sollten Sie sofort Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme benachrichtigen.

 

Der Blasensprung kann jederzeit während der Eröffnungsphase bis zur vollständigen Erweiterung des Muttermundes erfolgen. Meistens passiert dies jedoch erst kurz vor der Geburt. In seltenen Fällen, wenn auch in der Austreibungsphase kein Blasensprung stattfindet, kann die Fruchtblase während der Geburt durch die Hebamme bzw. den Geburtshelfer künstlich eröffnet werden, um die Kontraktionen zu verstärken.

 

Allgemein gilt jedoch eine intakte Fruchtblase als ein Schutz für Mutter und Kind: Die Kontraktionen werden als weniger stark empfunden und das Kind ist durch das Fruchtwasser gut gepolstert. Bei etwa 20 Prozent aller Frauen platzt die Fruchtblase schon, bevor die Wehen einsetzen (vorzeitiger Blasensprung). In diesem Fall sollten Sie rasch Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme informieren und sich auf den Weg in die Klinik machen, denn der Herzschlag Ihres Babys muss nun umgehend überprüft werden.

 

Bei Verlust einer größeren Menge Fruchtwasser kann es zu einem gefährlichen Nabelschnurvorfall kommen. Falls die Wehen nicht wenig später einsetzen, ist das Infektionsrisiko erhöht. Sollte Ihre Fruchtblase bereits lange vor dem Geburtstermin platzen, müssen Sie, zumindest vorläufig, überwacht werden, da die Gefahr vorzeitiger Wehen und einer Infektion besteht.

 

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Weitere Anzeichen der bevorstehenden Geburt

Es gibt noch viele weitere, mehr oder weniger zuverlässige Anzeichen dafür, dass die Wehen bald einsetzen werden oder die Kontraktionen schon echte Wehen sind:

  • Körperliche Unruhe: Viele Schwangere sind kurz vor Wehenbeginn plötzlich voller Energie und Tatendrang und verspüren beispielsweise das Bedürfnis, die Wohnung neu zu tapezieren oder das ganze Haus zu putzen ("Nestbau-Instinkt").
  • Rückenschmerzen: Mit dem Einsetzen der Wehen verspüren manche Frauen mehr oder weniger ungewohnte, starke Schmerzen im unteren Rückenbereich, die ähnlich wie Regelschmerzen oder sogar noch stärker sein können.
  • Übelkeit und Erbrechen: Bei Geburtsbeginn ist manchen Schwangeren übel, einige müssen sich sogar übergeben.
  • Erschöpfung, Schlafstörungen: Auch ein Gefühl der Erschöpfung und Schlaflosigkeit können ein Zeichen für die bevorstehende Geburt sein. Dies wird durch hormonelle Veränderungen verursacht, welche die Wehen auslösen.
  • Muskelzittern: Häufig kommt es vor Beginn der Wehen zu Muskelzittern, das bis zu mehrere Minuten anhalten kann, da der Körper auf diese Art versucht, Spannungen zu lösen. Ein warmes Bad oder eine Massage können hier Abhilfe schaffen.
  • Durchfall: Die Kontraktionen der Gebärmutter sowie die von der Gebärmutterwand abgegebenen Prostaglandine können sich auf die Verdauung auswirken, weshalb einige Frauen bei Einsetzen der Wehen sehr weichen Stuhlgang oder sogar Durchfall haben.

 

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