Ab welchem Alter können Kinder Familienkost essen?

Ab dem zweiten Lebensjahr, also nach dem 1. Geburtstag, kann Ihr Kind grundsätzlich schon bei der Familienkost mitessen. Je nachdem wie viele Zähne Ihr Kind hat und wie gut es schon mit dem Kauen und Schlucken klappt, kann es von allem probieren, was auf den Tisch kommt, mit ein paar wenigen Ausnahmen.

 

Der Übergang zur Familienkost sollte dennoch allmählich erfolgen, damit das Verdauungssystem der Kinder nicht überfordert wird. Probieren Sie aus, was Ihrem Kind schmeckt und was es gut verträgt. Denn was der Erwachsene verträgt, muss Ihrem Kind noch lange nicht bekommen, auch wenn es das Lebensmittel oder die Speise theoretisch schon essen könnte.

 

Im Kleinkindalter sind die Kinder noch neugierig auf die neuen Geschmackserlebnisse, die sich ihnen nach der Breiphase eröffnen. Viele Kinder können es nicht erwarten, an der Kost der "Großen" teilhaben zu dürfen. Nutzen Sie diese Zeit der Neugierde und lassen Sie Ihr Kind möglichst abwechslungsreich essen und viel probieren, damit es langsam an die große Vielfalt herangeführt werden kann. Auch wenn Ihr Kind bestimmte Speisen oder Lebensmittel nicht mag, bieten Sie diese trotzdem immer wieder an. In vielen Fällen wird es irgendwann doch probiert.

 
  • Sind noch keine Backenzähne vorhanden, empfiehlt es sich, Lebensmittel mit relativ harter Schale, wie beispielsweise Paprikaschoten, Tomaten, Erbsen, rohes Gemüse (Gurke, Karotte etc.), Obst, klein zu schneiden oder zu zerdrücken.
  • Wir empfehlen Zurückhaltung bei schwer verdaulichen Lebensmitteln, wie z.B. hartes oder stark gegrilltes Fleisch, Fettgebratenes oder Frittiertes.
  • Kleine Portionen sind besser als große. Geben Sie lieber noch einmal etwas nach.
  • Salz und Gewürze sollten sparsam verwendet werden.

Was brauchen Kinder, um sich gut entwickeln zu können?

Da sich Kinder in einer starken Wachstums- und Entwicklungsphase befinden, kommt der richtigen Ernährung eine bedeutende Rolle zu. Kinder benötigen ausreichend Nährstoffe und Energie.

 

Der Frage, wie eine solche optimale Ernährungsweise aussehen sollte, gehen seit vielen Jahren verschiedene wissenschaftlich arbeitende Teams, Stiftungen, wie z. B. die Stiftung Kindergesundheit oder Institute nach. Pionierarbeit für Empfehlungen der Kinderernährung leistet hier das Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE).

 

Grundsätzlich lassen sich aus diversen Studien diese Grundsätze ableiten:

 

•    Kinder brauchen verschiedene Lebensmittel
Je größer die Vielfalt der Lebensmittel, desto besser ist die Nährstoffzufuhr!
Dabei sollte es keine Verbote, sondern nur ein Mehr oder Weniger geben.

 

•    Kinder brauchen regelmäßige Mahlzeiten
Morgens, mittags und abends sollte Ihr Kind - am besten gemeinsam mit Ihnen - eine Mahlzeit zu sich nehmen. Für den kleinen Hunger zwischendurch eigenen sich Obst, Obstmus, Milchprodukte, Brot oder auch mal ein paar Kekse (mehr dazu).
In der Gemeinschaft schmeckt das Essen besser. Gut ist dabei eine ruhige entspannte Atmosphäre. Vermeiden Sie während der Mahlzeit Ablenkungen wie Radio oder Fernsehen.

 

•    Kinder lieben Rituale
Regelmäßige Tagesabläufe und Rituale bieten Ihrem Kind Sicherheit.

 

•    Kinder brauchen viel Flüssigkeit
Zu jeder Mahlzeit und bei Bedarf auch zwischendurch sollte Ihr Kind etwas trinken. Ideale Durstlöscher sind Mineralwasser und ungesüßter Tee. Aber auch mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte sind ein Genuss für Kinder (mehr zum Thema Trinken).

 

 

Wie viele Mahlzeiten pro Tag sollten es sein?

Aus den Brei- und Milchmahlzeiten werden im Kleinkindalter jetzt allmählich drei Hauptmahlzeiten, in der Regel bestehend aus zwei kalten und einer warmen Hauptmahlzeit sowie zwei kleinere Zwischenmahlzeiten am Vormittag und am Nachmittag. Mit Zwischenmahlzeiten können große Hungerattacken vermieden werden.

 

Wenn Ihr Kind immer noch gerne Brei ist, kann dieser noch immer in den Speiseplan eingebaut werden. Beispielsweise kann ein Grießbrei oder Haferflockenbrei, eventuell mit Kompott mal zum Frühstück, als Mittagessen oder auch zur Abendmahlzeit gegeben werden. Wird der Brei mit Milch zubereitet, leistet er einen wertvollen Beitrag zur Kalziumversorgung. Schon kleinere Kinder sind neugierig und wollen "mitmischen" - lassen Sie Ihr Kind bei der Mahlzeitenzubereitung ruhig schon mal mitmachen oder beim Tischdecken oder Abräumen helfen. (Mehr zu Kindern in der Küche)

 

 

Der Appetit kommt bestimmt

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind mal keinen Appetit hat, wenig oder nichts essen möchte. Es ist ganz natürlich, wenn Ihr Kind mal mehr, mal weniger essen möchte. Kinder können noch sehr gut auf ihren Körper hören. Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Essen, sonst besteht die Gefahr, dass der natürliche Instinkt für Hunger oder Sättigung immer weniger beachtet wird.

 

 

Welche Lebensmittel eignen sich für mein Kind?

Die schrittweise Umstellung auf die Familienkost, kann nahtlos an die Säuglingsernährung anschließen. Kinder (und auch Erwachsene) brauchen viele pflanzliche Lebensmittel, wie Gemüse, Obst, Kartoffeln, Nudeln, Reis und Brot.
Pflanzliche Lebensmittel haben eine hohe Nährstoffdichte, d.h. mit einer Portion von diesen Lebensmitteln können Sie schon eine große Menge an Vitaminen und Mineralstoffen aufnehmen. Bieten Sie Ihrem Kind Folgendes an:

 

Reichlich:

 

•    Verschiedene frische Gemüse- und Obstsorten (je nach Jahreszeit)


•    Rohkost und Salat


•    Kartoffeln


•    Vollkorngetreideprodukte (Brot, ungesüßte Müsli oder Frühstücksflocken, Getreideflocken, verschiedene Getreidesorten wie Hirse, Quinoa, Reis, Buchweizen etc.)

 

•    Hülsenfrüchte und auch Sojaprodukte (Vorsicht bei Unverträglichkeiten)

 

Wichtige Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiß, Eisen, Magnesium, Vitamin B1 und B6, Vitamin C, Ballaststoffe und so genannte "sekundäre Pflanzenstoffe" werden so zugeführt. Die Kampagne der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) "5 am Tag" plädiert für die Zufuhr von 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Dabei entspricht eine Portion ungefähr einer Hand voll.
Die Hälfte der zugeführten Getreidemenge sollte aus Vollkornprodukten bestehen, wie beispielsweise Vollkornbrot, Vollkornreis oder Vollkornnudeln. Je höher die Typenzahl beim Mehl ist, desto mehr Mikronährstoffe (also Vitamine und Mineralien) sind enthalten. Das Vollkornmehl selbst hat keine Typenbezeichnung.

 

Mäßig:

 

•    Tierische Lebensmittel, wie Milch, Käse, Fleisch, Wurst, Eier und Fisch

 

Diese Lebensmittel enthalten unter anderem viel Eiweiß, Eisen, Jod, Zink, Kalzium, Vitamin B2 und B12, Vitamine A, D oder auch ungesättigte Fettsäuren. Wegen des oft höheren Gehaltes an Fett, gesättigten Fettsäuren und Eiweiß sollten tierische Lebensmittel daher eher in Maßen verzehrt werden.
 
Wir empfehlen:

 

•    Maximal 2-3mal pro Woche ein Gericht mit gut durchgebratenem/gekochtem magerem Fleisch (abwechselnd Geflügel, Rind, Schwein, Lamm) oder Wurst

 

•    Mindestens 1 mal pro Woche Fisch, besonders Seefisch, als wichtige Quelle für Jod und Omega-3-Fettsäuren

 

•    Täglich Milch oder Milchprodukte, um eine ausreichende Kalziumversorgung und somit einen guten Knochenaufbau im Wachstum zu gewährleisten

 

•    Wenn Ihr Kind gerne Fruchtjoghurt isst, kann dieser mit Naturjoghurt gemischt werden, um den Zuckergehalt zu reduzieren. Besser ist natürlich Naturjoghurt - pur oder nur leicht gesüßt.

 

Sparsam:

 

•    Fett- und zuckerreiche Lebensmittel, wie Öl, Butter, Nüsse, Sahne, Süßigkeiten und salzige Knabbereien.
Verwenden Sie pro Tag z. B. nur 1-2 Esslöffel Öl und 2 Teelöffel Butter. Erwünschte Nährstoffe wie Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren sind zwar in größeren Mengen enthalten, durch Fett eben auch viel Energie (Kalorien).

 

•    Geeignete Öle sind: Rapsöl (hoher Omega-3-FS-Gehalt), gefolgt von Olivenöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl.

 

 

Achten Sie nicht nur auf "sichtbare" Fette wie Butter, Margarine oder Öl, sondern besonders auch auf die "versteckten" Fette in Wurst, Milchprodukten, Fertiggerichten, Fast Food, Süßigkeiten, Gebäck oder Kuchen.

 

 

Verzehrmengen von Lebensmitteln

Die "Optimierte Mischkost" ist eine Ernährungsempfehlung, entwickelt durch das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund, die eine gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche darstellt. Dabei werden Alter und Vorlieben von Kinder und Jugendlichen berücksichtigt.

  Alter (Jahre) 1 2 bis 3 4 bis 6
Gesamtenergie kcal/Tag 950 1100 1450
Reichlich:        
Getränke ml/Tag 800 800 950
Gemüse g/Tag 120 150 200
Obst g/Tag 120 150 200
Kartoffeln 1 g/Tag 120 140 180
Brot, Getreide(flocken) g/Tag 80 120 170
Mäßig:        
Milch(produkte) 2 ml (g)/Tag 300 330 350
Fleisch, Wurst g/Tag 30 35 40
Eier Stück/Woche 1 - 2 1 - 2 2
Fisch g/Woche 25 35 50
Sparsam:        
Öl, Margarine, Butter g/Tag 15 20 25
Süßwaren, Knabbereien, gesüßte Getränke 3 max. kcal/Tag 100 110 150

1 oder Nudeln, Reis und andere Getreide
2 100 ml Milch entsprechen 15 g Schnittkäse oder 30 g Weichkäse
3 maximal 10 Prozent der Gesamtenergie

 

Je 100 kcal sind enthalten in: 1 Kugel Eiscreme, 45 g Obstkuchen, 4 Butterkeksen, 4 EL Flakes, 4 TL Zucker, 2 EL Marmelade, 30 g Fruchtgummi, 20 g Schokolade oder 200 ml Limonade.

 

 

Naschen und Süßigkeiten

Ihr Kind sollte von Anfang an daran gewöhnt werden, nur einmal am Tag etwas zu naschen und das am besten zu oder gleich nach den Mahlzeiten. Dieses verdirbt zum einen nicht den Appetit auf die wertvollen Lebensmittel und Gerichte, zum anderen ist dieses schonender für die Zähne. Mehr zum Thema Naschen und zu Zwischenmahlzeiten erfahren Sie hier

 

Was sollen kleine Kinder besser nicht essen?

  • Sehr kleine Früchte wie Heidelbeeren, Trauben mit Kernen, Rosinen oder Nüssen gemieden werden, da sich das Kind daran verschlucken könnte.
  • Rohe tierische Lebensmittel wie rohes Fleisch, Rohwurst, Rohmilch und Produkte daraus, rohe Eier oder roher Fisch. Sie können gefährliche Krankheitserreger enthalten, die das noch unreife Immunsystem kleiner Kinder noch nicht effektiv bekämpfen kann. Deshalb sollen tierische Lebensmittel und daraus hergestellte Speisen immer gut erhitzt werden. Mehr zu Lebensmittelinfektionen
  • Rohe Sprossen oder nicht wieder erhitzte Tiefkühlbeeren sollten nicht verwendet werden, denn sie können schädliche Keime enthalten. Also auch diese vor dem Essen immer gut erhitzen.

 

 

Diese Rubrik wurde mit freundlicher Unterstützung von Milupa Nutricia GmbH erstellt.