Neues zur Covid-19 Impfung in Schwangerschaft und Stillzeit


Mittlerweile steht in Deutschland ausreichend Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 (Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2) zur Verfügung.
  

Gerade Schwangere und Stillende stellen sich die Frage, ob diese Impfung mehr Vorteile oder Risiken mit sich bringt. Schließlich entscheiden sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für das ungeborene Kind. Auch Paare mit Kinderwunsch sind verunsichert.

Wir haben im Folgenden die aktuellen, wissenschaftlich fundierten Informationen zusammengefasst.

Mythos: "Impfung macht unfruchtbar."

Gerüchten in den sozialen Netzwerken zufolge soll die COVID-19-Impfung zu Unfruchtbarkeit führen – eine beunruhigende Vorstellung. Was hat es damit auf sich? 

Völlig absurd ist die Aussage, der Impfung wäre das Schwangerschaftshormon (ß-HCG) beigemischt.

Eine andere Theorie verweist auf strukturelle Ähnlichkeiten zwischen dem Spike-Protein („Stachelprotein“) auf der Oberfläche von SARS-CoV-2, das es dem Virus erlaubt in unsere Zellen einzudringen, und dem Protein Syncytin-1, das bei der Entwicklung der Plazenta (Mutterkuchen) von Bedeutung ist. Deshalb würden die nach einer Impfung gebildeten Antikörper gegen Spike-Proteine auch die sich entwickelnde Plazenta angreifen und eine Schwangerschaft bereits im frühen Stadium beenden. Zwar gibt es tatsächlich eine Strukturübereinstimmung zwischen beiden Proteinen – sie liegt jedoch nur bei 0,75% und ist völlig unbedeutend.    
Abgesehen davon führt eine Infektion mit SARS-CoV-2 genauso zur Produktion von Antikörpern gegen die Spike-Proteine wie die Impfung. Auch andere Viren, die harmlose Erkältungen hervorrufen, weisen übrigens geringe Ähnlichkeiten mit Syncytin-1 auf. Wäre an der Unfruchtbarkeitstheorie tatsächlich etwas dran, müssten Frauen mit Kinderwunsch also auch die Infektion mit SARS-CoV-2 oder einem banalen Erkältungsvirus fürchten.

Und was sagt die bisherige Datenlage? Bei keiner der weltweiten, großen Zulassungsstudien der COVID-19 Impfungen gab es hinsichtlich der Häufigkeit von Schwangerschaften nach der Impfung einen Unterschied zwischen Geimpften im Vergleich zur Placebo-Gruppe (die nur eine Scheinimpfung erhalten hatte).

 

Schwangerschaft

Und wenn man bereits schwanger ist - aber noch ungeimpft? Was birgt mehr Risiken für die werdende Mutter und das ungeborene Leben - eine Infektion mit SARS-CoV2 oder die Impfung?

 

Mehrere Studien seit Beginn der Pandemie zeigten bereits, dass COVID-19 bei Schwangeren vermehrt zu schweren Verläufen mit intensivmedizinischer Behandlung sowie Beatmung führt und dadurch die Müttersterblichkeit ansteigt. Auch schwangerschaftsbezogene Komplikationen (Präeklampsie, Thrombosen, mütterliche Sterblichkeit), Früh- und Totgeburten sowie Intensivbehandlung der Neugeborenen wurden bei mütterlicher SARS-CoV-2 Infektion deutlich häufiger beobachtet.

 

Ist es dann auch für schwangere Frauen von Vorteil, sich impfen zu lassen? Erste Auswertungen des US-amerikanischen „V-safe Pregnancy Register“ zur Verträglichkeit mRNA-basierter COVID-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft zeigten nach der Impfung kein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Wachstumsverzögerung, Fehl-, Früh- und Totgeburten oder Fehlbildungen. Zudem war die Verträglichkeit der Impfung zwischen Schwangeren und nicht-schwangeren Frauen vergleichbar.

 

In Deutschland hat die Ständige Impfkommission (STIKO) nun nach erneuter Beurteilung und Beratung der aktuellsten Studiendaten eine allgemeine Empfehlung für eine COVID-19-Impfung ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel ausgesprochen. Die Empfehlung gilt nun auch für gesunde Schwangere ohne  Vorerkrankungen oder Risikofaktoren.

 

Bereits Anfang August 2021 hatte sich die Sächsische Impfkommission (SIKO) in einer aktualisierten Stellungnahme grundsätzlich für eine Impfung ab 12 Jahren ausgesprochen und dabei ausdrücklich auch Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel miteingeschlossen. Im Idealfall erfolgt die Impfung laut SIKO in der 15. bis 24. Schwangerschaftswoche. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) hat eine ähnliche Empfehlung schon im Mai veröffentlicht, zusammen mit vielen weiteren medizinischen Fachorganisationen. Grund dafür sind die häufiger auftretenden schweren Verläufe und Komplikationen in der Schwangerschaft sowie bislang gute internationale Erfahrungen.

 

Wie ist die Situation in anderen Ländern? In den USA empfehlen die „Centers for Disease Control and Prevention“ (CDC) ebenfalls ganz gezielt, Schwangere mit der COVID-19 Impfung zu schützen. Ähnlich verhält es sich unter anderem in Belgien, den Niederlanden, Schweden, Ungarn, Großbritannien oder Israel. Auch die WHO und viele internationale Fachgesellschaften befürworten die Impfung Schwangerer mit mRNA-Impfstoffen.

 

Darüber hinaus können die nach der mütterlichen Impfung gebildeten Antikörper gegen SARS-CoV-2 womöglich zum sogenannten „Nestschutz“ beitragen. Genau wie Antikörper gegen andere Erreger gelangen sie über die Plazenta in den kindlichen Kreislauf und können das Neugeborene in den ersten Lebenswochen oder -monaten vor der Infektion schützen.

Die Impfung enger Kontaktpersonen der Schwangeren wird durchwegs von allen Fachkommissionen ausdrücklich empfohlen.

 

 

Stillzeit

Bereits seit einigen Monaten ist bekannt, dass die bei den empfohlenen Impfstoffen verabreichte mRNA nicht in die Muttermilch übergeht. Eine Stillpause nach einer COVID-19-Impfung ist also nicht notwendig.

Sowohl deutsche als auch internationale Institutionen und Fachgesellschaften stufen mögliche Nebenwirkungen für den gestillten Säugling durch eine COVID-19-Impfung der Mutter als extrem unwahrscheinlich ein und empfehlen Stillenden die Impfung. Die Mutter schützt sich selbst und reduziert damit als engste Kontaktperson die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken und ihr Baby anzustecken. Zusätzlich kann der Säugling womöglich vom „Nestschutz“ durch mütterliche Antikörper gegen SARS-CoV-2 profitieren, die in der Muttermilch nachgewiesen wurden.

 

Fazit

Im Idealfall erfolgt die Impfung zum Schutz vor COVID-19 vor Eintritt der Schwangerschaft mit einem mRNA-Impfstoff. Bereits wenige Tage nach der zweiten Impfung kann auf die Verhütung verzichtet werden. Doch selbst wenn sich der Nachwuchs bereits angekündigt hat, kann nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel (am besten zwischen der 15. und 24. SSW) ein mRNA-Impfstoff verabreicht werden. Insbesondere Schwangere mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Übergewicht oder Bluthochdruck können damit das erhöhte Risiko für einen schweren Infektionsverlauf und Schwangerschaftskomplikationen deutlich reduzieren. Für eine Impfung der Mutter während der Stillzeit bestehen keine Bedenken.

 

 

Referenzen

Bundesministerium für Gesundheit, Zusammen gegen Corona - Corona Schutzimpfung für Schwangere, Stand Mai bis Juli 2021,  1. September 2021

Robert-Koch-Institut (RKI), Pressemitteilung der STIKO zur Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung für Schwangere und Stillende, Stand 10. September 2021, Zugriff 16. September 2021

Sächsische Impfkommission (SIKO) SIKO-Empfehlungen zur intrapandemischen SARS-CoV-2-Impfung, Stand 1. August 2021, Zugriff 1. September 2021

Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) Empfehlung der COVID-19-Impfung für schwangere und stillende Frauen, Stand Mai 2021, Zugriff 1. September 2021

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) FAQ - Die Corona-Schutzimpfung für Schwangere und Stillende, Stand 30. August 2021, Zugriff Zugriff 1. September 2021

Centers for Disease Control and Prevention, COVID-19 Vaccines While Pregnant or Breastfeeding, Stand 11. August, Zugriff 1. September 2021

Centers for Disease Control and Prevention, COVID-19 Vaccination Safe for Pregnant People, Stand 11. August, Zugriff 1. September 2021

Royal College of Obstetricians & Gynaecologists, COVID-19 vaccines, pregnancy and breastfeeding, Stand 20. August 2021, Zugriff 1. September 2021

UW Medicine, Study: Pregnant women do well with COVID vaccine, Stand 17. August 2021, Zugriff 1. September 2021

 

Weiterführende Links und Videos

SWR-Wissen, Corona-Impfung auch für Schwangere und Stillende?, Stand 7. Juli 2021, Zugriff 1. September 2021

Robert-Koch-Institut, Die Impfung und die Fruchtbarkeit, 18. Januar 2021, Zugriff 1. September 2021

Robert-Koch-Institut: Wirkweise und potentielle Risiken der mRNA-Impfstoffe gegen COVID19, Stand 2. Dezember 2020, Zugriff 1. September 2021

 

 

Baby-led weaning: Risiken und Chancen

In den letzten Jahren fand das sogenannte „Baby-led weaning" immer mehr Anhänger unter jungen Eltern. Bei dieser Art der „breifreien“ Beikosteinführung sollen die Kleinen von Anfang an selbst die benötigten und gewünschten Lebensmittel auswählen, die in mundgerechten Stücken angeboten werden. Kinderärzt*innen und Ernährungsexpert*innen sehen den Trend nach wie vor kritisch.

Was hat es damit auf sich?

Beikosteinführung – der richtige Zeitpunkt

Mit Beikost sind alle Nahrungsmittel außer Muttermilch(ersatz) gemeint, die dem Baby in geeigneter Form (flüssig, breiig oder fest) angeboten werden.

Die sogenannte Beikostreife ist gegeben wenn das Baby…

  • den Kopf allein halten und aufrecht sitzen kann
  • beginnt Interesse an Lebensmitteln zu zeigen
  • keinen Zungenstreckreflex mehr zeigt (d.h. die Nahrung wird mit der Zunge nicht mehr aus dem Mund geschoben)
  • selbstständig Nahrung in den Mund steckt

Dies ist bei manchen Kindern früher, bei anderen etwas später der Fall. In Deutschland und auch vielen anderen Ländern wird folgender Ernährungsplan für das erste Lebensjahr empfohlen, um dem Bedarf des Kindes gerecht zu werden:

  • In den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten: ausschließliche Milchernährung (Muttermilch oder Flaschenmilch)
  • Ab Beginn des 5. bis spätestens Beginn des 7. Lebensmonats: Beikoststart, (Brei)Mahlzeiten ersetzen nach und nach die Milchmahlzeiten zunächst in pürierter, dann zunehmend stückiger Form
  • Ab dem 10. Monat: schrittweiser Übergang zu einer ausgewogenen Familienkost (auf den Zusatz von Salz und Zucker sowie Honig, ganzen Nüsse etc. sollte verzichtet werden)

Da mit Beginn des 7. Monats der Energie- und Nährstoffbedarf nicht mehr ausreichend durch Muttermilch(ersatz) gedeckt wird, soll zu diesem Zeitpunkt spätestens mit der Beikost begonnen werden. Auch wird die Gewöhnung an den Löffel und festere Nahrung mit zunehmendem Alter erfahrungsgemäß schwieriger.

Lesen Sie hier welche Lebensmittel sich als Beikost eignen und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen.

 

Baby-led weaning - was heißt das?

Baby-led weaning (BLW) heißt so viel wie „vom Baby geführte Entwöhnung". Das Konzept, das eigentlich nicht neu ist, wurde 2011 durch eine britische Hebamme bekannt und hat seitdem auch hierzulande immer mehr an Popularität gewonnen. Es beruht darauf, dass Kinder ab dem Alter von 6 Monaten in der Regel selbständig aufrecht sitzen und eine ausreichende Hand-Mund-Motorik entwickelt haben, um alleine essen zu können.

Während bei der konventionellen Beikosteinführung ebenfalls Fingerfood zusätzlich zu Breien angeboten wird, unterscheidet sich BLW dadurch, dass Breie überhaupt nicht zum Einsatz kommen oder – je nach Definition – maximal 10% der Nahrung ausmachen dürfen. Das Baby bekommt verschiedene, meist weich gegarte Lebensmittel in mundgerechten Stücken angeboten und soll selbst ohne Einfluss der Eltern entscheiden, was es in welcher Menge isst.

Genau wie bei der „traditionellen“ Beikosteinführung mit Brei wird begleitend die Milchnahrung weitergeführt und schrittweise immer mehr durch feste Kost ersetzt. Gemeinsam ist den Beikostformen auch die Empfehlung zur Auswahl gesunder Lebensmittel und der gleichzeitige Verzicht auf den Zusatz von Salz & Zucker sowie möglicherweise gefährliche Lebensmittel (z.B. Honig aufgrund der Botulismusgefahr, sehr harte und schlecht zu kauende Lebensmittel wie ganze Nüsse aufgrund Erstickungsgefahr).

Ebenso wichtig ist es, ausreichend Zeit für jede Mahlzeit einzuplanen und diese so oft wie möglich gemeinsam am Familientisch einzunehmen.

 

Mögliche Vor- und Nachteile von BLW

BLW kann die Mund-Hand-Koordination trainieren und die Selbstregulation von Hunger und Sättigung fördern. Bei der Fütterung von Breikost können gewisse Sättigungszeichen von den Eltern eher übersehen werden und damit die Sättigungswahrnehmung beeinträchtigen – ein Risiko für späteres Übergewicht, das bei BLW möglicherweise reduziert wird. 

Außerdem soll BLW das Kind ohne Druck und spielerisch an eine gesunde und vielseitige Ernährung heranführen, die insbesondere im Vergleich zu Fertiggläschen eine größere Auswahl an Geschmäckern, Aromen und Texturen bieten soll. Tatsächlich enthalten einer Studie zufolge 60% der kommerziellen Menüs Karotten als Gemüse, gefolgt von Tomaten, Pastinaken und Kürbis mit jeweils 10%. Der Vorteil einer abwechslungsreichen Lebensmittelauswahl ist allerdings auch bei BLW nicht automatisch gegeben, die Eltern müssen genauso darauf achten wie bei der eigenen Zubereitung von Brei.

Ob BLW tatsächlich einer ungesunden Lebensmittelauswahl und späterem Übergewicht vorbeugt, ist bislang nicht erwiesen. Es gibt zwar bereits ein paar Studien zu diesem Thema, die aber einige Schwachstellen aufweisen, widersprüchliche Ergebnisse liefern und nicht auf die Allgemeinbevölkerung übertragen werden können.

Ein großer Nachteil des BLW ist das Risiko des Verschluckens von Nahrungsbrocken mit Erstickungsanfällen. Allerdings scheint die Gefahr weniger bedrohlich als bisher angenommen, erste Studien fanden zwar häufigeres Verschlucken zu Beginn der Beikosteinführung, die Fälle wurden aber meistens durch völlig ungeeignete Lebensmittel wie ganze Nüsse oder Kerne verursacht. Dagegen scheinen BLW-Babys sich ein paar Monate später aufgrund des frühen Trainings der Mundmotorik seltener zu verschlucken als Breikost-Kinder.

Das Hauptproblem bei BLW stellt das Risiko für eine zu geringe Energie- und Nährstoffaufnahme dar. Bei der traditionellen Brei-Beikost sind die Lebensmittelauswahl und die Gabe von Milch so aufeinander abgestimmt, dass der Nährstoffbedarf gemäß den Empfehlungen gedeckt werden kann. Ein solch klares Konzept fehlt beim BLW.

Die tatsächlich verzehrte Menge ist für Eltern oft schwer einzuschätzen, da gerade anfangs das meiste Essen auf dem Boden landet. Muttermilch als Nährstoffquelle reicht ab dem zweiten Lebenshalbjahr nicht mehr aus, um den Bedarf des schnell heranwachsenden Kindes zu decken. Da Milch allerdings noch einen Großteil der Ernährung ausmacht, weil das Kind durch die wenigen Happen nicht statt wird, sind Defizite bei der Energiezufuhr und wichtigen Nährstoffen (Eisen, Vitamin B6, Zink, Phosphor, Magnesium, Kalzium) wahrscheinlich. Vor allem die Eisenzufuhr ist kritisch. Der anfangs noch gut gefüllte kindliche Eisenspeicher ist aufgebraucht, Fleisch als wichtiger Eisenlieferant aber in diesem Alter schlecht zu kauen – die Babys saugen meistens nur an einem Stück herum und spucken es wieder aus. Gegarter Fisch kann eine Alternative sein, da die Konsistenz meist weicher ist. Muttermilch liefert bei weitem nicht genug Eisen, Flaschenmilch wird immerhin mit Eisen angereichert.

Auch bezüglich der Energie- und Nährstoffversorgung bei BLW gibt es widersprüchliche Studiendaten. Kinderärzte beschreiben aber immer wieder Fälle mit schwerer Gedeihstörung bei ausschließlicher Beikost mit Fingerfood.

Darüber hinaus kann BLW die Kleinen überfordern, wenn zu viel Auswahl angeboten wird.  Eine Mahlzeit sollte daher besser auf drei verschiedene Lebensmittel begrenzt werden.

Die Annahme, dass Babys ein natürliches Gespür dafür haben, welche Nährstoffe sie benötigen, ist außerdem falsch. Mit ca. 6 Monaten befinden sie sich in der sogenannten „oralen Phase“ - und stecken alles in den Mund. Wenn sie tatsächlich Vorlieben entwickeln, greifen sie meist bevorzugt zu kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Nudeln, Brot oder Kartoffeln. Hier sind die Eltern gefordert etwas gegenzusteuern und gezielt nach und nach verschiedene Gemüsesorten anzubieten.

 

Die Mischung macht’s!

Aufgrund der unzureichenden Studienlage sehen Experten BLW sehr kritisch und raten entschieden davon ab, den Kindern von Beginn an ausschließlich Fingerfood anzubieten. Auf der anderen Seite kann BLW durchaus einige Vorteile mit sich bringen.

Warum also nicht von beiden Beikost-Konzepten profitieren - Breie und Fingerfood schließen sich nicht aus! Laut der Deutschen Gesellschaft für Kinder-und Jugendmedizin sollen sie sogar kombiniert werden. Gerade in den ersten Tagen und Wochen der Beikost kann ein einfacher Brei besser geeignet sein, um das Baby an erste Lebensmittel zu gewöhnen. Im Verlauf soll die Breikost schrittweise stückiger werden und um weich gekochte, handliche Gemüse- oder Obststücke bereichert werden – ganz nach individuellem Tempo des Kindes. Da Fleisch sehr schwierig zu kauen ist, sollte es in der ersten Zeit als Hackfleisch oder in pürierter Form ergänzt werden.

Unabhängig von der Art der Beikost sollten die Eltern das gemeinsame Essen am Familientisch fördern, neue Lebensmittel anbieten und auf die Hunger-und Sättigungssignale ihres kleinen Genießers achten. Der weitgehende Verzicht auf Salz- und Zuckerzusatz, gesüßte Getränke und Saft, gehärtete Fette sowie das Meiden „gefährlicher“ Lebensmittel wie Honig oder sehr harte Lebensmittel (feste Gemüsestücke, ganze Nüsse etc.) sollte selbstverständlich sein. Stattdessen wird die Beikost mit hochwertigen Ölen (wie Rapsöl) ergänzt, um die Versorgung mit wichtigen Fettsäuren und die Aufnahme fettlöslicher Vitamine sicherzustellen.

So wird eine ausreichende Energie-und Nährstoffauswahl gewährleistet und das Kind hat gleichzeitig die Möglichkeit mit Fingerfood verschiedene Aromen und Texturen zu entdecken, die Hand- und Mundmotorik zu trainieren, selbstständig zu werden und Spaß am Essen zu entwickeln.

 

 

Rezeptvorschlag – Kürbis-Risotto

 

Es ist wieder Kürbiszeit! Lassen sie sich das leckere Fruchtgemüse doch mal als Risotto schmecken. Die Zubereitung geht schnell & einfach und lässt sich super variieren, zum Beispiel indem man etwas Kürbiskernöl über das fertige Risotto träufelt, Rosmarin und geröstete Kürbiskerne hinzugibt oder das Risotto mit frischem Rucola mischt – ganz nach Belieben!

 

Guten Appetit!

 

Zum Rezept

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