Februar 2010

Impfstudie wurde zurückgezogen

Eine Studie, die bestimmte Impfungen mit der Entwicklung von Autismus in Verbindung gebracht hatte, ist nun zurückgezogen worden. Als "unehrlich und unrichtig" bezeichneten die Autoren der britischen Medizinzeitschrift "The Lancet" die vor 12 Jahren veröffentlichte Studie.

Die britische Studie hatte 1998 auf eine Untersuchung mit nur 12 Kindern beruht. Die Dreifachimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln wurde in Zusammenhang mit Darmerkrankungen und Entwicklungsstörungen wie Autismus gesehen.

Keine weiteren Studien konnten diesen Zusammenhang bestätigen. Trotzdem hatte dies viele Eltern nicht nur in Großbritannien stark verunsichert. Viele Kinder wurden aufgrund dieser, schon bei Veröffentlichung auf Widerspruch stoßenden Untersuchung, nicht geimpft.

10 der 13 Autoren der Studie hatten sich bereits vor fünf Jahren von den Schlussfolgerungen der Untersuchungen distanziert. Teile der Studie seien inkorrekt gewesen, wurde dem Hauptautor Andrew Wakefield jetzt durch das General Medical Council, dem britischen Rat für die Zulassung von Ärzten, vorgeworfen.

 

Masern

Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, WHO, die Masern bis 2010 auszurotten, wird nicht erreicht.

Masern ist längst keine Kinderkrankheit mehr. Dies zeigte im vergangenen Jahr die Masernwelle in Hamburg, die von einem 27-jährigen Mann ausging. Unter den ersten 59 Anfangsfällen waren hauptsächlich Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren mit 14 Fällen sowie junge Erwachsene im Alter von 20 bis 37 Jahren mit 17 Fällen betroffen.

Von einer „harmlosen“ Krankheit kann bei Masern keine Rede sein. Das Masernvirus schwächt die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers und macht das betroffene Kind für Infektionen aller Art anfällig. Das führt dadurch häufig zu Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Vereiterungen der Nebenhöhlen und Entzündungen der Augen.

Außerdem ist das Virus „neurotrop“ („nervengängig“) und kann zu Störungen des Nervensystems führen. Bei vielen Kindern führt die Krankheit bei scheinbar komplikationslosem Verlauf zu zentralnervösen Auffälligkeiten, die sich nicht selten in Verhaltens- und Konzentrationsstörungen der Kinder über lange Zeit hin auswirken können. Am meisten gefürchtet ist die Masern-Enzephalitis, also eine Entzündung des Gehirns. Experten des Robert-Koch-Instituts rechnen auf 500 bis 2000 Masernerkrankungen einmal mit einer Masern-Enzephalitis. Die Sterblichkeit bei dieser schweren Komplikation ist hoch (zehn bis 20 Prozent).

 

Zum Thema: Röteln finden Sie wichtige Informationen in einem aktuellen Newsletter der Stiftung Kindergesundheit auf dieser Seite unter: "Aktuelles".